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© Wirestock Creators / Shutterstock.com
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Christliche Meditation lernen: 6 praktische Tipps für Anfänger

Wie geht eigentlich Meditation? Der Kapuzinerpater und Eremit Joachim Wrede weiß, was Christinnen und Christen beim Meditieren helfen kann

Was macht christliche Meditation eigentlich aus? Joachim Wrede, Kapuzinerpater und Eremit in Finnentrop-Schliprüthen im Sauerland hat darauf eine Antwort: „Wenn wir in kontemplativer Haltung mehr Tiefe erleben, wird Transzendenz erfahrbar. Wir können entspannter und intensiver im Leben stehen.“

Klingt das auch für Sie interessant? Dann probieren Sie christliche Meditation doch einmal aus. Pater Joachim Wrede hat sechs praktische Tipps, wie Ihnen der Einstieg gelingen kann.

6 Tipps, um mit christlicher Meditation anzufangen - von Pater Joachim Wrede

1. Der Ort

Such dir einen ruhigen Platz, an dem du dich wohl fühlst und an dem dein Körper weiß: Wenn ich hier sitze, gehe ich in meine kontemplative Übung. Eine Kerze, ein christliches Symbol, ein Heiligenbild oder Räucherstäbchen markieren einen „heiligen Raum“.

2. Die Zeit

Wenn es dir möglich ist, meditiere täglich mindestens einmal, z. B. morgens vor der Arbeit oder wenn die Kinder aus dem Haus sind. Zum Einstieg empfehlen sich ca. 20 Minuten. Die Disziplin zwischen den To-dos des Alltags mag anfangs anstrengen, aber es zahlt sich aus, das Spüren bewusst zu schulen. Irgendwann schaffst du es so, auch im Alltag zur Ruhe zu kommen – etwa wenn du an der Supermarktkasse warten musst oder hinter einem Traktor über die Landstraße fährst.

3. Die Haltung

Am besten meditierst du im Sitzen, das ist intensiver als im Liegen. Ob Lotus- oder Fersensitz, auf einem Meditationskissen, Holzbänkchen, Stuhl, Hocker oder einer gefalteten Decke als Sitzerhöhung: Probiere, was dir bequem ist. Setz dich gerade hin, pendele nach vorne, hinten, rechts und links, halte inne, wo die Spannung am geringsten ist. Die Augen bleiben halb geöffnet.

4. Atem als Fokus

Deine Atmung spielt in der Meditation eine besondere Rolle, in ihr vereinen sich Körper und Geist, sie ist ein Zeichen des Göttlichen in uns. Achte auf deinen Atem, wie er kommt und geht, kommt und wieder geht. Hilfreich ist ein Wort (Friede, Liebe, Schalom, …), das du unentwegt im Rhythmus des Atems wiederholst. Dabei geht es nicht um die Wortbedeutung, nur um deine Ausrichtung.

5. Lass los

Richte dich nach innen aus, nimm wahr, was sich ereignet: Gedanken, Erinnerungen, Pläne, Gefühle, Sinnesempfindungen, auch körperliche Beschwerden. Interpretiere oder bewerte nicht. Lass sie kommen, aber auch wieder gehen – wie eine Wolke, die weiterzieht. Wenn der Gedankenstrudel nicht abnimmt, sei freundlich zu dir, halte aus und versuche es immer wieder. Schritt für Schritt kehrt Ruhe ein und du spürst, dass du mehr bist als deine Gedanken. So kannst du schließlich die Kraft hinter und in allem spüren und damit die Anwesenheit von etwas Größerem, Göttlichem erfahren.

6. Dein Weg

Wenn du dich für den Weg der Kontemplation entscheidest, brauchst du Geduld. Der Weg ist lang, individuell, aber er bringt dich mit dem Wesentlichen in Berührung. Stehst du noch am Anfang, empfiehlt sich ein Lehrer, der in Grundbegriffe einführen, animieren, korrigieren kann und für Gespräche da ist, sowie eine feste Gruppe, die dich begleitet. Geführte Meditationen und Meditationsmusik lenken eher ab von tief greifender Innenerfahrung.

„Die Stille ist unsere große Lehrmeisterin“ Pater Joachim Wrede und die christliche Meditation

Die Welt ist in Aufruhr – doch in einem alten Pfarrhaus im Sauerland herrscht: Ruhe. Hier lädt der Kapuzinerpater Joachim Wrede zu Meditationsrunden ein. Erfahren Sie in dieser Reportage mehr über ihn und sein Herzensthema: die christliche Meditation.

Meditationsrunden mit P. Joachim Wrede


Altes Pfarrhaus in Finnentrop-Schliprüthen, jeden Mittwoch 19.00–20.30 Uhr


Krypta St. Petrus in Warstein, jeden 4. Montag im Monat 19.00–20:30 Uhr


Ehemaliges Kloster Dieburg, Hessen


Bei Fragen zum Thema kontemplatives Beten ist P. Joachim Wrede unter dieser Email-Adresse zu erreichen:

joachim.wrede@kapuziner.org

Ein Beitrag von:
Dr. Carina Middel, freie Autorin, schreibt Texte für Print und Online im Erzbistum Paderborn. © Carina Middel/Erzbistum Paderborn
Freie Autorin Dr. Carina Middel
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Dr. Carina Middel

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