Am Sonntagmorgen ist es dann so weit. Schrichten steht um 5 Uhr morgens auf, um von seinem Schlafplatz zur Bühne zu gehen. Er geht vorbei an den schlafenden Pilgern. Staunt darüber, wie viele gekommen sind. Alle aus demselben Grund. Alle, um zu zeigen, wie wichtig ihnen der Glaube ist. Um mit dem bestätigenden Gefühl nach Hause zu fahren, dass so viele andere junge Menschen aus aller Welt auch an Gott glauben. Und natürlich auch, um Papst Leo zu sehen.
Die meisten sehen den Papst nur über den Bildschirm. Christian Schrichten sieht ihn aus nächster Nähe. Er sitzt direkt hinter den Kardinälen. Als die Fürbitten anstehen, ist er einer von fünf jungen Menschen, die aufstehen und an den Ambo treten dürfen. „Ich war super nervös, habe gemerkt, wie ich innerlich zittere“, sagt er.