Für Paare gab es im ersten Brief des Jahres 2025 einen Impuls dazu, wie rosarote Brillen aus der ersten Phase der Verliebtheit später auch drücken können. Ein Gemeindereferent aus dem Erzbistum Köln ist Autor dieses Briefes und er schreibt: „Mein ,Ja‘ spreche ich in einer bestimmten Situation zu diesem Menschen, den ich liebe, so wie ich ihn oder sie jetzt wahrnehme. Es tut gut, genauso angenommen und geliebt zu werden. (…)“
Jedoch: „Diesen Moment kann ich nicht einfrieren. Jeder Mensch entwickelt sich, verändert sich im Laufe des Lebens. Ebenso verändert sich meine Wahrnehmung, manchmal zum Positiven: ‚Deine Gründlichkeit, die ich am Anfang doof fand, erlebe ich jetzt als Zuverlässigkeit.‘ Es kann aber sein, dass mir die zuvor als einfach nur schrullig wahrgenommene Eigenschaft jetzt auf die Nerven geht. Das Lachen, das mir so fröhlich vorkam, ist jetzt viel zu laut, die liebenswerte Genauigkeit wird als Perfektionismus erlebt, die nervt… und dann? Muss ich jetzt an meinem Ja kleben bleiben, ich habe doch jemand ganz anderen gemeint?“ (…) Zu meinem Ja kann ich stehen, weil es auch eine Entscheidung ist, sich gemeinsam zu entwickeln. Dabei sind Veränderungen eingeschlossen. (…) Auch eine in meinen Augen negative Eigenschaft macht nie den ganzen Menschen aus, sondern ist nur Teil von ihm. Die Liebe lebt mit der Unvollkommenheit und bleibt offen für Überraschungen!“
„Die Briefe sind toll, um eine andere Sichtweise zu bekommen“, sagt Julia Makhardt. Im nächsten Jahr, das darf schon verraten werden, ist sie mit als Autorin aus dem Erzbistum Paderborn im Redaktionsteam dabei.