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© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

Grußwort von Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz zum Liborifest 2026

„Beim ersten Mal ist etwas neu, beim zweiten Mal eine Wiederholung, beim dritten Mal Tradition“ – vielleicht kennen Sie diese Redewendung. Das kann ich aus meiner persönlichen Sicht auf unser Patronatsfest bestätigen: Mein erstes Libori 2024 war etwas ganz Neues – und Schönes – für mich. Mein drittes Libori in diesem Jahr lässt es endgültig zur Tradition für mich werden. Eine Tradition, auf die ich mich schon lange vorher freue.

Libori bringt Menschen zusammen. Das gilt heute wie damals: Vor fast 1200 Jahren wurde der heilige Liborius zum Brückenbauer. Seine Verehrung stiftete eine tiefe Freundschaft zwischen zwei Bistümern. Diese Brücke trägt noch heute – über Grenzen hinweg. Das Wissen um diese Wurzeln unseres Patronatsfestes kann doch nur demütig und dankbar machen! Deshalb bin ich stolz, mit Ihnen dieses großartige Fest zu Ehren unseres Bistumspatrons zu feiern.

Das Liborifest haben schon viele markante Leitworte geprägt – jedes davon war unverwechselbar. Das diesjährige Motto ist kurz: „Mittendrin. Libori 2026“. Trotz seiner Kürze weckt es sofort eine Fülle von Assoziationen: Wir sind zu Libori mittendrin in der Glaubensfreude. Mittendrin in der puren Lebensfreude von Kirmes oder Kultur-Events. Mittendrin in der Begegnung: im Miteinander unterschiedlicher Menschen, die aus unserer ganzen Diözese und weit darüber hinaus nach Paderborn kommen, um zusammen Libori zu feiern.

© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

Aber diese Unbeschwertheit, die zu Libori gehört wie der Libori-Tusch zur Erhebung der Reliquien, ist nur eine Seite der Wirklichkeit: Mittendrin heißt ebenso, dass wir auch zu Libori umgeben sind von Konflikten und Krisen unserer komplexen Gesellschaft, in der wir leben. Wir alle sind Teil einer Welt, die nicht immer ist, wie wir sie uns wünschen. Es lassen sich viele Gründe zum Resignieren aufzählen. Aber als Christinnen und Christen haben wir doch auch immer noch einen guten Grund mehr, um zu hoffen! Im Bewusstsein, Teil dieser Welt zu sein, können wir hoffen, beten und feiern: „Mittendrin. Libori 2026“. Mittendrin in dieser Welt.

Als Kirche stehen wir vor großen Herausforderungen. Kirche vor Ort wird ihr Gesicht verändern. Damit wir den Glauben auch künftig lebendig weitergeben können. Wo uns der Weg genau hinführt, wissen wir noch nicht.

Unser Patronatsfest ist ein guter Anlass, den Brückenbauer Liborius gemeinsam zu bitten, uns zu helfen, Unsicherheit oder auch Uneinigkeit zu überwinden.

Ich freue mich, dass der Nachfolger des heiligen Liborius, Bischof Dr. Jean-Pierre Vuillemin aus Le Mans, mit der Delegation aus Frankreich auch in diesem Jahr bei uns ist, um in Verbundenheit mit uns dafür zu beten. Mittendrin – im Liebesbund.

Neben unseren Freundinnen und Freunden aus Frankreich kommen auch wieder viele weitere Gäste aus der Weltkirche zu uns. In diesem Jahr freue ich mich, dass Bischof Mourad aus Homs in Syrien von der Situation der Kirche berichten wird. Das Format „Gesichter der Weltkirche“ am Vorabend der Festwoche ist ein besonderer Akzent: Menschen aus ganz unterschiedlichen Kulturen begegnen sich und setzen ein Zeichen für die Vielfalt des Christseins. Mittendrin – im gemeinsamen Glauben.

Die kirchlichen Feiern unseres Patronatsfestes folgen 2026 den vertrauten Abläufen – vom Triduum mit der feierlichen Erhebung der Reliquien am Samstag über das Pontifikalamt und die Prozession am Sonntag bis zur Beisetzung der Reliquien am Dienstag. Die Gottesdienste des Triduums können Sie im Livestream mitfeiern, aber natürlich auch im Hohen Dom – solange der Platz reicht.

Die weiteren Tage der Festwoche stehen wie gewohnt unter einem Schwerpunkt – zum Beispiel der Tag der Frauen, der Tag der älteren Generation oder der Tag der Familie. Das ist für mich eine große Stärke von Libori: dass Menschen jederzeit willkommen sind, aber auch besonders akzentuiert angesprochen werden. Mittendrin – bei den Menschen.

Wie jedes Jahr dürfen wir uns auf die „fünfte Jahreszeit“ in Paderborn freuen: auf die ergreifende Gänsehaut-Atmosphäre im Dom, die sich zu Libori noch ein Stückchen näher am Himmel anfühlt. Auf unterschiedliche Menschen, die sich begegnen, kennenlernen und Gottes Gegenwart spüren. Auf das einzigartige Flair, das zehn Tage vom Pottmarkt durch die Innenstadt bis zum Liboriberg pulsiert. So können wir schmecken, riechen und fühlen: Ja, es ist wieder Libori!

Kommen Sie nach Paderborn und machen Sie dem heiligen Liborius alle Ehre – wir können Brückenbauerinnen und -bauer in unserer Gesellschaft gut gebrauchen. Ich freue mich auf Sie! Wie auch immer Sie die Libori-Tage verbringen: Ich wünsche Ihnen viel Freude und Gottes Segen. Denn eines ist sicher: Gott ist immer mittendrin.

Ihr Erzbischof
Dr. Udo Markus Bentz

Kontakt
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generalvikariat@erzbistum-paderborn.de
+49 (0)5251 125-0