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Hilfe bei Missbrauch in der Kirche

Viele Menschen haben von Missbrauch in der katholischen Kirche gehört.
Zum Beispiel von sexuellem Missbrauch.
Manche Priester oder Pfarrer haben ihre Macht ausgenutzt.
Sie haben Gläubige zu etwas gezwungen,
was sie nicht tun wollten.

Das ist sehr schlimm.
Und darum vertrauen viele Menschen der katholischen Kirche nicht mehr.
Und viele Menschen fragen sich:

  • Warum hat die Kirche so lange gewartet?
  • Warum hat sie den Betroffenen nicht geholfen?
  • Warum arbeiten die Täter weiter in der Kirche?

Das Erzbistum Paderborn will Verantwortung übernehmen.
Es will Betroffenen helfen.
Und es will allen Menschen zeigen:
Wir sehen nicht weg.
Wir kümmern uns darum, was passiert ist.
Wir arbeiten dafür, dass es nie wieder passiert.
Auf unserer Internet-Seite finden Sie verschiedene Hilfs-Angebote.

Wo bekomme ich Hilfe?

Haben Mitarbeiter vom Erzbistum Paderborn
Sie missbraucht?
Dann sind diese Infos für Sie.
Wir haben verschiedene Angebote,
die Ihnen helfen können.
Sie müssen für die Angebote nichts zahlen.

Darüber reden

Vielleicht wurden Sie selbst missbraucht.
Oder Sie kennen eine Person, die missbraucht wurde.
Vielleicht ist es erst vor kurzem passiert.
Oder es ist schon lange her.
Vielleicht wollen Sie den Missbrauch am liebsten vergessen.
Aber das klappt nicht.
Sie müssen immer wieder daran denken.

Viele Betroffene schämen sich.
Sie wollen nicht darüber reden.
Oder sie haben darüber geredet,
aber keiner hat es geglaubt.
Oder man hat gesagt:
Du bist doch selbst schuld.

Wir wissen:
Es ist schwierig, über Missbrauch zu reden.
Man braucht viel Mut.
Aber wir wissen auch:
Darüber reden ist wichtig.
Sie sind nicht allein.
Wir helfen Ihnen, wenn Sie wollen.

Und wir überlegen gemeinsam:
Was hilft Ihnen am meisten?
Wir stellen Ihnen 3 Ideen vor:

  • mit Fachleuten reden und Hilfe finden
  • mit anderen Betroffenen reden
  • Geld als Zeichen, dass Sie Schlimmes erlebt haben

Sie können dann überlegen:
Was fühlt sich im Moment richtig an?
Und dann fangen Sie damit an.
Sie können später noch anders entscheiden.
Wir unterstützen Sie weiter.

Wir geben Ihnen jetzt mehr Infos zu den 3 Ideen.
Klicken Sie für mehr Infos auf einen Link.
Sie finden dann auch viele Kontakt-Adressen.
Haben Sie Fragen?
Dann melden Sie sich bei uns.

Mit Fachleuten reden und Hilfe finden

Bei vielen Betroffenen ist es so:
Sie haben noch nie über den Missbrauch geredet,
auch nicht in der Familie.
Sie haben sich nicht getraut.
Oder vielleicht ist der Missbrauch schon lange her.
Und nun denken sie:
Es ist zu spät.
Ich kann nun auch nichts mehr sagen.

 

Aber das stimmt nicht.
Es hilft, über seine Gedanken zu reden.
Sie können zum Beispiel reden mit Menschen vom Erzbistum Paderborn.
Diese Menschen arbeiten im Team Intervention
und sie sind gut ausgebildet.
Sie können dem Team vertrauen.
Die Menschen im Team sagen nichts weiter.
Und Sie können selbst entscheiden:
Wie viel will ich erzählen?

Mehr Infos zum Team und Kontakt:

Wollen Sie lieber mit anderen Betroffenen reden?
Dann lesen Sie hier weiter : LINK

Mit anderen Betroffenen reden

Vielleicht denken Sie:
Ich will lieber mit Personen reden,
die das Gleiche erlebt haben wie ich.
Die Personen verstehen besser, wie ich mich fühle.
Dann gehen Sie am besten zur Betroffenen-Vertretung.

Das ist ein Verein im Erzbistum Paderborn.
Die Mitglieder in diesem Verein haben alle Missbrauch in der Kirche erlebt.
Sie helfen sich gegenseitig.
Sie hören zu und verbringen Zeit zusammen.

Einige Mitglieder sagen:
Ich habe meinen Glauben verloren.
Ich will nichts mehr mit der Kirche zu tun haben.
Und andere Mitglieder sagen:
Ich gehe weiter zur Kirche.
Egal, was das Richtige für Sie ist:
In der Betroffenen-Vertretung finden Sie immer Hilfe.

Geld als Zeichen, dass Sie Schlimmes erlebt haben

Einige Betroffene sagen:
Der Missbrauch war sehr schlimm für mich.
Mir geht es darum schlecht.
Ich will, dass die Kirche das weiß.
Und ich will Geld als Zeichen,
dass ich Schlimmes erlebt habe.

Man nennt dieses Geld auch:
Freiwillige Leistung zur Anerkennung des Leids.

Wollen Sie auch dieses Geld bekommen?
Dann müssen Sie erst einen Antrag stellen.
Zwei Personen im Erzbistum Paderborn helfen Ihnen beim Antrag:
Eine Frau und ein Mann.
Sie können entscheiden,
zu wem Sie lieber gehen möchten.

Die Person redet dann mit Ihnen.
Sie müssen genau erzählen, wie der Missbrauch war.
Das ist wichtig für den Antrag.

Das Erzbistum Paderborn darf nicht bestimmen,

  • wie die Personen arbeiten.
  • wie der Antrag sein soll.

Die Personen arbeiten unabhängig vom Erzbistum.

Darum heißen sie auch:
Unabhängige Ansprechpersonen.

Wer kann mir helfen?

Verschiedene Personen sind für Sie da.
Und die Personen geben Ihnen auch Tipps,
wo Sie noch mehr Hilfe bekommen.

Team Intervention

Intervention heißt:
sich einsetzen, etwas tun,
bei etwas dazwischen gehen.

Und genau das machen die Menschen im Team Intervention.
Sie setzen sich für Betroffene ein.
Sie tun etwas, um Betroffenen zu helfen.
Und sie gehen dazwischen, wenn es Probleme gibt.

Alle im Team Intervention wissen,

  • wie man gut über schwierige Sachen redet.
  • wie man Menschen hilft, die Missbrauch erlebt haben.

Alle haben eine Ausbildung in diesem Bereich:
Trauma-Beratung oder Trauma-Pädagogik.

Thomas Wendland leitet das Team.
Er und sein Team behandeln alles vertraulich.
Sie reden nicht mit unbekannten über den Missbrauch
Und sie reden auch nicht mit den Familien von den Betroffenen.

Aber das Team muss manchmal Infos weitergeben:

  • an eine Arbeits-Gruppe im Erzbistum Paderborn.
    Diese Gruppe bearbeitet Missbrauchs-Fälle.
    Die Gruppe heißt kurz UAK für
    Unabhängige Aufarbeitungs-Kommission.
  • an Forscher von der Uni Paderborn.
  • an die Polizei oder den Staatsanwalt.

Aber alle halten sich weiter an den Daten-Schutz.

Kontakt

© Sabrina Voss / Erzbistum Paderborn

Thomas Wendland

© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

Manuela Koritensky

© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

Sarah Held-Diesel

Mitarbeiterin Intervention
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

Mirjana Dirks

Interventions-Assistenz
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

Karin Schniedermeier

Verwaltung Intervention

Unabhängige Ansprechpersonen

Wurden Sie missbraucht durch Mitarbeiter von der Kirche?
Oder wurde jemand aus Ihrer Familie missbraucht?
Und nun sagen Sie:
Ich will, dass die Kirche das weiß.
Und ich will Geld als Zeichen, dass ich Schlimmes erlebt habe.
Dann können Sie einen Antrag für das Geld stellen.

Zwei Personen im Erzbistum Paderborn helfen Ihnen
bei diesem Antrag:
Gabriela Joepen und Dr. Martin Rehborn.

Sie sind Fachleute und
kennen sich gut mit den Gesetzen für das Geld aus.
Die Beratung kostet nichts.
Sie können Frau Joepen und Herr Rehborn vertrauen.
Sie reden nicht mit Fremden über Ihren Fall.

Aber es kann so sein:
Lebt die Person noch, die den Missbrauch gemacht hat?
Oder arbeitet sie sogar noch in der Kirche?
Dann muss die Polizei das wissen.
Und auch Mitarbeiter vom Erzbistum müssen das wissen,
damit nicht noch mehr passiert.

Vielleicht ist es auch so:
Sie haben etwas gesehen oder gehört.
Sie glauben: Es gab vielleicht einen Missbrauch.
Dann können Sie auch reden mit Frau Joepen oder Herrn Rehborn.

© privat

Gabriela Joepen

unabhängige Ansprechperson

Arnikaweg 57
33100 Paderborn

© privat

Prof. Dr. Martin Rehborn

unabhängige Ansprechperson

Lübkestraße 6
44141 Dortmund

Betroffenen-Vertretung Paderborn

Seit Februar 2022 gibt es die Betroffenen-Vertretung im Erzbistum Paderborn.
Hier treffen sich Menschen, die Missbrauch in der Kirche erlebt haben.
Sie helfen sich gegenseitig.
Sie hören zu und verbringen Zeit zusammen.
Die Betroffenen-Vertretung ist ein Verein.
Das Erzbistum Paderborn unterstützt den Verein
und arbeitet mit ihm zusammen.
Aber das Erzbistum bestimmt nicht, wie der Verein arbeitet.

Reinhold Harnisch ist Sprecher von der Betroffenen-Vertretung.
Er ist auch Mitglied in der UAK.
Die UAK ist eine Arbeitsgruppe im Erzbistum,
die Missbrauchs-Fälle bearbeitet.
UAK ist kurz für Unabhängige Aufarbeitungs-Kommission.

© Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Reinhold Harnisch

Seelsorge für Betroffene

Seelsorge ist ein Gesprächs-Angebot von der Kirche.
Sie können mit einer Person über alles reden:

  • was Sie fühlen
  • wovor Sie Angst haben
  • wenn Sie an Gott oder an der Kirche zweifeln

Die Person hört Ihnen zu und hilft Ihnen.
Sie können der Person alles sagen,
denn die Person darf nichts weitersagen.
Sie müssen auch nicht Ihren Namen sagen.

Bei der Seelsorge für Betroffene geht es um
Missbrauch in der Kirche.
Zum Beispiel um sexuellen Missbrauch
oder körperliche Gewalt.
Oder jemand hat Ihren Glauben ausgenutzt.
Oder Ihre Gefühle.
Oder seine Macht.
Und darum haben Sie etwas getan,
was Sie selbst nicht wollten.
Zum Beispiel:
Jemand hat zu Ihnen gesagt:
Du musst tun, was ich sage.
Sonst wird Gott böse.

Es geht um jeden Missbrauch,
der mit der Kirche zu tun hatte.
Zum Beispiel:

  • in einer Kirchen-Gemeinde
  • in einem Orden
  • in einer kirchlichen Schule

Es muss keine katholische Kirche gewesen sein.

Der Missbrauch kann passiert sein,
als Sie ein Kind waren oder erst später.
Und Sie können auch schon aus der Kirche ausgetreten sein.

Sie haben keine Pflichten bei dem Gespräch.
Sie können auch immer sagen:
Ich will nichts mehr sagen.

Die Seelsorge-Gespräche sind

  • bei einem Treffen in einem Raum
  • oder mit einem Video-Treffen im Internet
  • oder am Telefon

Es kann ein Gespräch sein oder mehrere.
Die Seelsorge kostet nichts.

Es gibt viele Beratungs-Stellen, die Ihnen helfen können.
Wir haben 2 Listen für Sie:

  • Beratung von Einrichtungen von Kirchen
  • Andere Beratungs-Stellen, nicht von der Kirche

 

Beratung von Einrichtungen von Kirchen

  • Für alle, die als Erwachsene in der Kirche Missbrauch erlebt haben: Beratungsstelle von der Katholischen Kirche in Deutschland
    Internet: https://gegengewalt-inkirche.de/

 

  • Für Frauen, Jugendliche und Kinder:
    Sozialdienst katholischer Frauen Paderborn e.V.
    Belladonna
    – Beratungsstelle für Frauen, Jugendliche und Kinder bei sexueller und häuslicher Gewalt
    28, 33098 Paderborn
    Telefon: 05251 12196 19
    E-Mail: belladonna@skf-paderborn.de
    Internet: https://www.skf-paderborn.de

 

  • Für eine erste Hilfe bei einem dringenden Problem:
    Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Erzbistum Paderborn
    Die Beratungs-Stelle gibt dann Tipps für weitere Hilfen.
    Internet: https://www.unsere-beratungsstelle.de/

 

Andere Beratungs-Stellen, nicht von der Kirche

  • Für Frauen und Mädchen:
    Frauenberatungsstelle Lilith e.V.
    Elsener Str. 88, 33102 Paderborn
    Telefon: 05251 21311
    E-Mail: frauenberatung@lilith-paderborn.de
    Internet: https://www.lilith-paderborn.de

 

 

  • Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch
    Vor allem für Kinder und Jugendliche, die Missbrauch erlebt haben.
    Auf dieser Internet-Seite finden Sie Hilfs-Angebot in Ihrer Nähe.
    https://www.hilfe-portal-missbrauch.de
    Die Internet-Seite ist von der Bundesregierung.

 

  • Hilfe mit Therapie
    Für die Stadt Paderborn und die Orte in der Nähe:Psychotherapeutenverein Paderborn/Höxter e.V.
    https://www.psychotherapeutenverein.de
    Am besten, Sie sprechen vorher mit Ihrer Krankenkasse.
    Die haben vielleicht einen Tipp, wo Sie noch fragen können.
    Psychotherapie kostet Geld.
    Ihre Krankenkasse bezahlt vielleicht das Geld.
    Tut sie das nicht?
    Dann können Sie das Geld vielleicht von der Kirche bekommen.
    Fragen Sie beim Team Intervention (LINK)
    oder bei den unabhängigen Ansprechpersonen (LINK)

 

  • Suche nach der passenden Therapie
    Das Therapeutennetzwerk Bielefeld hilft bei der Suche nach der passenden Therapie.
    Das Beratungs-Angebot heißt PsyPort.
    https://www.app-bielefeld.de/

 

 

Text in Leichter Sprache:
Büro für Leichte Sprache, Lebenshilfe Bremen e.V., 2025
Illustrationen:
© Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e.V., Illustrator Stefan Albers

Kontakt
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generalvikariat@erzbistum-paderborn.de
+49 (0)5251 125-0