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Erzbistum Paderborn
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© SvetaZi / Shutterstock.com

Seelsorge für Betroffene von Missbrauch

Pastor Liudger Gottschlich aus Dortmund mit Seelsorge für Betroffene von Missbrauch beauftragt. Das Erzbistum bietet Menschen, die als Minderjährige oder erwachsene Schutzbefohlene Missbrauch durch einen Kleriker oder Beschäftigten im kirchlichen Dienst des Erzbistums erleiden mussten, Seelsorge an.

Etwas Biografisches vorweg: Geboren 1961 im Sauerland, 1987 Priesterweihe in Paderborn. Seitdem als Seelsorger in Bielefeld, Bergkamen, Benhausen, Winterberg/Elkeringhausen (als Geistlicher Rektor der Bildungsstätte St. Bonifatius), Paderborn und seit 2012 in Dortmund. Zusätzlich 15 Jahre Leitung des Exerzitienreferates in Paderborn. Berufsbegleitend zusätzliche Ausbildungen im Bereich Geistliche Begleitung, Spiritualität, Exerzitien, Pastoralpsychologie (religiöse Persönlichkeitsentwicklung) und heilsame Meditation. Über 30 Jahre ist das bereits der Schwerpunkt meiner Tätigkeit. Selbst Betroffener habe ich schon zwischen 2003 und 2010 Betroffene von Missbrauch begleitet.

Hilfsangebot des Bistums

Möglicherweise haben manche Vorbehalte oder Schwierigkeiten, sich an einen Mann oder Priester zu wenden. Das kann ich gut verstehen.  Deshalb bemühen wir uns gerade darum, auch eine qualifizierte Frau für diese Tätigkeit zu gewinnen. Andererseits suchen viele gerade eine priesterliche Begleitung. Probieren Sie es einfach aus. Wenn Sie sich melden, gehen Sie keine Verpflichtung oder Bindung ein und niemand nimmt es Ihnen übel, falls es nicht passt. Geistliche Begleitung und Seelsorge finden immer in völliger Freiheit statt. Seelsorge und Geistliche Begleitung sollen ein zusätzliches Hilfsangebot des Bistums darstellen, da es in der  Vergangenheit immer wieder Betroffene gegeben hat, die gezielt nach einem solchen Angebot gefragt haben.

Ich bin kein Psychotherapeut. Mein Angebot bezieht sich auf den geistlichen Bereich – auf Seelsorge, die eigene Gottesbeziehung und die heilsame Erfahrung, die darin zu finden sind. Missbrauch jeglicher Art hat eine ungeheure Zerstörungsmacht, besonders auch im geistlichen Leben. Neben den üblichen Traumafolgen, die alles überschatten, kommt hier noch etwas dazu. Die Kirche, die ein Schutz-, Stärkungs- u. Lebensraum sein soll, pervertiert zu einer unangreifbaren Gewalt, die verwundet,  unterdrückt, missachtet und mundtot macht. Sie schiebt sich wie eine unüberwindliche Mauer zwischen Betroffene und Gott. Und/oder Gott selbst wird fragwürdig und fremd. Häufig genug geht er ganz verloren. Berechtigte Fragen finden keine Antwort: Wenn er die Menschen grenzenlos liebt, wie kann er das zulassen? Warum hat er es nicht verhindert? Wie lasse ich ihn meinen Zorn spüren, der mich innerlich zerreißt? Wo war er? Gibt es ihn überhaupt?…

Jede und jeder ist willkommen

In der Geistlichen Begleitung dürfen alle Gefühle und Fragen da sein und zur Sprache kommen. Alles hat seine Berechtigung. Vielleicht möchten Sie (erstmalig) „nur“ erzählen und Ihr Leiden oder Ihren Zorn mit-teilen. Vielleicht möchten Sie Glaubensfragen besprechen, die aufgebrochen sind. Vielleicht suchen Sie einen neuen, spürbaren Zugang zu Gott. Alles ist möglich und zutiefst heilsam. Dabei spielt es absolut keine Rolle, ob Sie aus der Kirche ausgetreten sind, oder nicht. Gott ist größer und mehr als seine Kirche. Ebenso ist keine Bedingung, ob Sie Ihren Missbrauch offiziell gemeldet haben, oder nicht. Jede(r) Betroffene ist willkommen! Auch Lebens- und Ehepartner, die immer mitbetroffen sind und ein eigenes Leid tragen, das oft nicht gesehen und gewürdigt wird. Gerne dürfen Sie sich auch melden, wenn Sie ein anderes Anliegen haben, dass Sie (noch) nicht mit einer offiziellen Bistumsstelle besprechen möchten. Für alle Gespräche gilt absolute Vertraulichkeit! Das Angebot ist kostenlos. Im Laufe der Zeit werden wir weitere Angebote entwickeln in Zusammenarbeit mit Fachleuten verschiedenster Bereiche und hier veröffentlichen. Falls Sie das Angebot annehmen möchten, sind hier meine Kontaktdaten:

 
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generalvikariat@erzbistum-paderborn.de
+49 (0)5251 125-0
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