logocontainer-upper
logocontainer-lower
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

Priester ist Anwalt des Heiligen

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz weiht Viktor Schefer aus Delbrück zum Priester des Erzbistums Paderborn / Pastoralpraktikum sowie Diakonatsjahr im Pastoralen Raum Soest / Neupriester in Bad Driburg

Für das Erzbistum Paderborn ist die heutige Priesterweihe vor Pfingsten ein „Erbauungs- und Stärkungs-Fest“: Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz spendete Diakon Viktor Schefer am Samstag, 23. Mai 2026, im Hohen Dom zu Paderborn durch Handauflegung und Gebet das Sakrament der Priesterweihe. Damit wurde der 41-jährige Diakon Viktor Schefer aus der Pfarrei St. Johannes Baptist in Delbrück am Vigiltag des Pfingstfestes in die Gemeinschaft der Priester des Erzbistums Paderborn aufgenommen. Neupriester Viktor Schefer war zuvor Diakon im Pastoralen Raum Soest und wird als Priester im Pastoralen Raum Bad Driburg wirken. Familienmitglieder, Gläubige aus der Heimat- und Diakonatsgemeinde sowie Freunde und Weggefährten feierten den Gottesdienst im Hohen Dom unter der Leitung des Paderborner Erzbischofs mit. Zahlreiche Interessierte waren zudem via Live-Stream bei der Weihe-Liturgie dabei.

© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Durch Handauflegung und Gebet spendete Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz dem Weihekandidaten Viktor Schefer aus Delbrück das Sakrament der Priesterweihe.

Ein Priester sei kein Funktionär kirchlicher Abläufe, vielmehr „Zeuge“ und „Zeichen“, bekräftigte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz in seiner Predigt im Weihegottesdienst. Ein Priester verweise durch seine Existenz an den verschiedensten Stellen im kirchlichen Leben auf Christus. Mit dem Theologen Karl Rahner SJ kennzeichnete der Paderborner Erzbischof einen Priester als „Anwalt des Heiligen“ und entfaltete: „Ein Anwalt ist einer, der für etwas einsteht, was gefährdet ist. Er gibt dem eine Stimme, was leicht überhört wird. Ein ‚Anwalt des Heiligen‘ steht dafür ein, dass die Welt nicht gottlos gedeutet wird, hilft Menschen, ihre eigene Wirklichkeit tiefer zu verstehen, die Sehnsucht, die Freude, die Schuld, die Angst, die Dankbarkeit, die Liebe, das Scheitern, die Endlichkeit, die Hoffnung, ein ‚Anwalt des Heiligen“ ist einer, der allein durch seine Existenz daran erinnert: Diese Lebenswirklichkeit ist tiefer, als sie auf den ersten Blick scheint.“

Kirche als Sakrament

Die Priesterweihe mache einen Menschen nicht zu einem sakramentalen Dienstleister oder Zeremonienmeister, vertiefte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz im festlichen Gottesdienst. Es komme darauf an, dass ein Priester durch sein Leben über sich selbst hinaus auf Christus verweise. Es brauche den sakramentalen Dienst des Priesters, weil die Kirche nicht nur einzelne Sakramente spende, vielmehr selbst sakramental sei, betonte Erzbischof Dr. Bentz. Doch die Verantwortung eines Priesters reiche weiter, er solle die sakramentale Kultur der Kirche wachhalten. „Wenn Kirche Sakrament ist, dann darf sie nicht nur über Gott sprechen. Kirche muss so leben, dass durch die Art, wie wir Kirche sind, Christus in allen Poren erlebbar und erfahrbar wird. Sie muss Zeichen sein, nicht Selbstzweck. Nicht Club. Nicht Milieu. Nicht religiöse Dienstleistungsagentur. Sondern ein Zeichen, das über sich hinaus auf Christus verweist.“

Transformation und Vertiefung

In aller Transformation lauere die Gefahr, das sakramentale Leben, die sakramentale Lebenskultur der Kirche auszudünnen und zu verflachen, mahnte Erzbischof Dr. Bentz. „Ja, weil wir künftig zu wenig Priester haben“, werde der „sakramentale Mehrwert“ im kirchlichen Leben an vielen Stellen nicht mehr so wahrgenommen. Doch gehe es nicht darum, möglichst viel Eucharistie zu feiern. „Es geht um Vertiefung, um Kultivierung einer sakramentalen Grundhaltung in unserer Seelsorge, um mehr Sensibilität für die sakramentale Tiefendimension aller kirchlichen Vollzüge“, bekräftigte der Paderborner Erzbischof. „Das ist unsere Herausforderung. Dann wird die Eucharistie auch wieder zum Kristallisationspunkt des kirchlichen Lebens und ist nicht nur ein Gottesdienstangebot.“

Mit der Welt vor Gott

„Wo der Priester nah am Leben ist und das Leben wirklich nah an sich heranlässt, wo Nähe gelebt wird, dort ist der Ort, wo der Priester ‚Anwalt des Heiligen‘ sein soll und den Menschen das Leben als offen auf Gott hin deuten kann“, erklärte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz zum Abschluss seiner Predigt im Weihegottesdienst. „Wer am Altar steht, steht dort nicht abseits der Welt, sondern mit der Welt vor Gott. Der Altar und die Straße gehören zusammen. Eucharistie und Gerechtigkeit gehören zusammen – das Doppelgebot der Liebe, die Zusammengehörigkeit von Gottes- und Nächstenliebe, von dem Jesus spricht.“ Und: „Priesterliche Existenz heißt: So leben und wirken, dass die Menschen beginnen, nach Christus zu fragen!“

„Hier bin ich!“

Der Gottesdienst begann mit einem feierlichen Ritual: Priesterweihekandidat Diakon Viktor Schefer wurden durch Diakon Rudolf Voß, Ständiger Diakon im Pastoralen Raum Delbrück-Hövelhof, namentlich aufgerufen, er trat vor Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz und erklärte mit den Worten „Hier bin ich!“ seine Bereitschaft zur Weihe. Als Regens des Erzbischöflichen Priesterseminars bat Pastor Stefan Kendzorra den Paderborner Erzbischof, dem Weihekandidaten das Sakrament der Priesterweihe zu spenden. Der Regens bestätigte, dass Kandidat Viktor Schefer würdig sei, das Weihesakrament zu empfangen, der Erzbischof antwortete: „Mit dem Beistand unseres Herrn und Gottes Jesus Christus erwählen wir diesen unseren Bruder zum Priester.“

© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Der Paderborner Erzbischof überreicht Neupriester Viktor Schefer jeweils Brot in einer Hostienschale und Wein in einem Kelch als Zeichen für den Auftrag, die Eucharistie zu feiern.

Weiheliturgie: Versprechen

Zu Beginn der mehrstufigen Weiheliturgie wurde der Heilige Geist um Beistand angerufen, bevor Priesterkandidat Viktor Schefer sein Weiheversprechen ablegte: Er erklärte sich bereit, das Priesteramt als zuverlässiger Mitarbeiter des Bischofs auszuüben, den Dienst am Wort Gottes treu und gewissenhaft zu erfüllen, den Armen, Kranken, Heimatlosen und Notleidenden beizustehen und ein Leben in enger Christus-Verbundenheit zu führen und „so zum Heil der Menschen für Gott zu leben“. Während Weihekandidat Viktor Schefer vor Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz kniete und seine Hände in dessen Hände legte, versprach er dem Paderborner Erzbischof und seinen Nachfolgern Ehrfurcht und Gehorsam.

Hingabe und Weihe

Die Gottesdienstteilnehmenden beteten dann für den Weihekandidaten und riefen die Heiligen der Kirche um Beistand an. Priesterweihekandidat Viktor Schefer lag währenddessen als Zeichen seiner Hingabe flach ausgestreckt auf dem Boden des Altarraums im Hohen Dom – ein Ritual, das charakteristisch ist für jede Priesterweihe in der ganzen katholischen Weltkirche.

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz legte anschließend dem Weihekandidaten Vikor Schefer schweigend die Hände auf den Kopf und erbat für ihn die Kraft und Vollmacht Gottes. Auf diese Weise wird das geistliche Amt in der katholischen Kirche weitergegeben. Danach legten die Leitung des Erzbischöflichen Priesterseminars, der emeritierte Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker, die Weihbischöfe Matthias König, Josef Holtkotte, Manfred Grothe und Hubert Berenbrinker, die anwesenden Mitglieder des Paderborner Metropolitankapitels sowie alle anwesenden Priester ihrem neuen Mitbruder die Hände auf zum Zeichen seiner Aufnahme in die Gemeinschaft der Priester. Das vom Paderborner Erzbischof gesprochene Weihegebet vollendete die Priesterweihe.

Salbung der Hände

Neupriester Viktor Schefer erhielt dann von Pfarrer Dr. Manuel Klashörster, Leiter des Pastoralen Raumes Pastoralverbund Delbrück-Hövelhof, als seinem Heimatpfarrer seine priesterlichen Gewänder, Stola und Messgewand, angelegt. Erzbischof Dr. Bentz salbte dem Neupriester die Hände mit heiligem Chrisam-Öl als Zeichen der Verbindung mit Jesus Christus.

Brot und Wein – Eucharistie

Schließlich überreichte der Paderborner Erzbischof dem Neupriester jeweils Brot in einer Hostienschale und Wein in einem Kelch als Zeichen für den Auftrag, die Eucharistie zu feiern. Zum Abschluss der Weihehandlung tauschten Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz sowie die Konzelebranten – Regens Stefan Kendzorra und Spiritual Christian Städter – mit dem neugeweihten Priester den Friedensgruß als Zeichen der Verbundenheit und Gemeinschaft. Dann feierten Erzbischof Dr. Bentz und die Konzelebranten gemeinsam mit dem neuen Priester des Erzbistums Paderborn die Eucharistie.

Laudes Regiae – Mitwirkende

Nach der Kommunion wurde zur Danksagung die Laudes Regiae gesungen –feierliche Huldigungsrufe an Christus und Segenswünsche für den Papst, die Kirche von Paderborn, den Paderborner Erzbischof, den neugeweihten Priester, die ganze Kirche. Domkapitular Dr. Thomas Witt wirkte dabei als Kantor. Der Gottesdienst wurde musikalisch gestaltet durch den Chor der Paderborner Dommusik unter der Leitung von Domkapellmeister Thomas Berning sowie Domorganist Tobias Aehlig an der Orgel.

© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, Neupriester Viktor Schefer und die Leiter des Erzbischöflichen Priesterseminars Regens Stefan Kendzorra (r.) und Spiritual Christian Städter (li.) feierten nach der Priesterweihe gemeinsam die Eucharistie.

Neupriester: Biografie – Primiz – Vikarstelle

Neupriester Viktor Schefer wurde 1984 geboren, kommt aus der Pfarrei St. Johannes Baptist in Delbrück. Nach einer Ausbildung im Einzelhandel (2005 bis 2007) erwarb Viktor Schefer die Allgemeine Fachhochschulreife (2008 bis 2010), arbeitete dann als Verkäufer im Außenhandel (2010 bis 2012) und war anschließend Betriebsleiter mit Handlungsvollmacht (2013 bis 2018) sowie selbstständiger Handelsvertreter (2018 bis 2019). Viktor Schefer studierte von 2020 bis 2024 Theologie im Studienhaus Sankt Lambert in Lantershofen, einem überdiözesanen Seminar zur Priesterausbildung. Vor seinem Studium der Theologie absolvierte der 41-jährige Neupriester Viktor Schefer das für alle Priesterkandidaten vorgeschriebene einjährige Propädeutikum sowie während des Studiums ein Gemeindepraktikum in der Pfarrei St. Marien im Pastoralen Raum Hagen-Mitte-West.

Neupriester Viktor Schefer absolvierte nach dem Abschluss des Studiums der Theologie im Studienhaus Sankt Lambert sein einjähriges Schul- und Gemeinde-Praktikum im Pastoralen Raum Soest, ebenso wirkte er anschließend dort für ein Jahr als Diakon.

Priester: Werkzeug des Heils

„Ich möchte Priester werden, weil ich eine tiefe Überzeugung und Berufung verspüre, anderen zu dienen und meinen Glauben aktiv zu leben. Der Wunsch, die Botschaft Jesu zu verkünden und Menschen in ihren Lebenslagen zu begleiten, motiviert mich stark“, unterstreicht Neupriester Viktor Schefer. „Ich möchte aktiv dazu beitragen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Letztlich ist es der Wunsch, ein Werkzeug des Heils zu sein und das Licht des Glaubens in die Welt zu tragen.“

Neupriester Viktor Schefer wird seine Primiz, die erste Heilige Messe, am Pfingstsonntag, 24. Mai 2026, um 10.30 Uhr in der Pfarrkirche Sankt Johannes Baptist in Delbrück feiern. Seine Nachprimiz feiert er am Sonntag, 7. Juni 2026, um 11 Uhr in der Pfarrkirche Sankt Patrokli in Soest.

Neupriester Viktor Schefer wird eingesetzt als Vikar der Pfarrei St. Peter und Paul in Bad Driburg und mit der seelsorglichen Mitarbeit im Pastoralen Raum Bad Driburg beauftragt. Dienstvorgesetzter des 41-jährigen Neupriesters ist Pfarradministrator Matthias Klauke als Leiter des Pastoralen Raumes Bad Driburg.

Motivation für den Dienst in der Kirche

In einem eigenen Beitrag stellt sich Neupriester Viktor Schefer vor und gibt Einblick in seine Motivation für den priesterlichen Dienst in der Kirche. Hier geht es zum Beitrag auf der Homepage des Erzbistums Paderborn.

Video: Weihekandidat Viktor Schefer

Viktor Schefer empfängt die Priesterweihe für das Erzbistum Paderborn. In einem Video des Erzbistums Paderborn und der Diözesanstelle Berufungspastoral erzählt Viktor Schefer, warum er sich für den Dienst als Priester in der Kirche entschieden hat, was ihm an seinem Dienst wichtig ist, warum er sich zur Verkündigung der Botschaft Jesu senden und sich für die Verkündigung des Glaubens durch die Kirche in den Dienst nehmen lässt. Hier geht es zum Video.

Ein Beitrag von:
Pressereferent Team Presse

Thomas Throenle

Weitere Einträge

© Schützenbruderschaft Störmede

Pressemeldung Leben nach dem Zeugnis des heiligen Pankratius

1200-jähriges Dorfjubiläum: St. Pankratius Gemeinde in Störmede feiert Patronatsfest und begeht Sakramentsprozession
© Foto: Michael Bodin / Erzbistum Paderborn

Pressemeldung Kulturwandel und Beteiligung schützen junge Menschen

Kommende-Forum diskutiert Aufgaben für Kirche und Gesellschaft: Schutz junger Menschen als gemeinsame Aufgabe
© Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Pressemeldung Menschen suchen nach „Mehr“, nach Sinn und Halt

Jahresbericht 2025 der Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) im Erzbistum Paderborn gibt Einblicke in Arbeit / EFL begleitet Menschen in Krisensituationen
Kontakt
| |
generalvikariat@erzbistum-paderborn.de
+49 (0)5251 125-0