„Heutzutage brauchen Menschen, die ihrer geistlichen Berufung folgen wollen, Mut“, sagt Schwester Dr. Alexandra Völzke. Als Referentin für Berufungspastoral und geistliche Begleiterin hat sie immer wieder Kontakt zu jungen Menschen, die mit diesem Gedanken spielen. „Der kirchliche Dienst und das Gott geweihte Leben sind für heutige Verhältnisse außergewöhnliche Lebenswege“, so die Franziskanerin. „Die Menschen müssen sich nicht nur mit ihren eigenen Fragen und ihrer Kritik an der Kirche auseinandersetzen, sondern oft auch mit den Meinungen des privaten Umfelds umgehen.“ Das fällt nicht immer leicht – gerade in einer Zeit, in der Kirche nicht den besten Ruf hat.
Um Menschen dabei zu ermutigen, sich mit ihrer Berufung auseinanderzusetzen, führte Papst Paul VI. 1964 den internationalen Weltgebetstag für und um geistliche Berufungen ein. Er findet jedes Jahr am vierten Sonntag in der Osterzeit statt, auch Gute-Hirte-Sonntag genannt, weil im Tagesevangelium das Gleichnis vom Guten Hirten (Joh 10,1–8) vorgelesen wird. Dieser Tag soll Aufmerksamkeit für den kirchlichen Dienst und das Gott geweihte Leben schaffen, also für Ordensmänner und -frauen, Priester, Diakone, Pastoral- oder Gemeindereferentinnen und -referenten. Gleichzeitig soll er Menschen, die bereits auf der Suche sind, zeigen, dass die Gemeinschaft der Gläubigen sie mit dem Gebet stärkt und begleitet.