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© Erzbistum Paderborn
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Gläubige begleiten Berufene im Gebet

Die Diözesane Berufungspastoral veranstaltet den Weltgebetstag für und um geistliche Berufungen in diesem Jahr am 26. April auf dem Leocampus in Paderborn

„Heutzutage brauchen Menschen, die ihrer geistlichen Berufung folgen wollen, Mut“, sagt Schwester Dr. Alexandra Völzke. Als Referentin für Berufungspastoral und geistliche Begleiterin hat sie immer wieder Kontakt zu jungen Menschen, die mit diesem Gedanken spielen. „Der kirchliche Dienst und das Gott geweihte Leben sind für heutige Verhältnisse außergewöhnliche Lebenswege“, so die Franziskanerin. „Die Menschen müssen sich nicht nur mit ihren eigenen Fragen und ihrer Kritik an der Kirche auseinandersetzen, sondern oft auch mit den Meinungen des privaten Umfelds umgehen.“ Das fällt nicht immer leicht – gerade in einer Zeit, in der Kirche nicht den besten Ruf hat.

Um Menschen dabei zu ermutigen, sich mit ihrer Berufung auseinanderzusetzen, führte Papst Paul VI. 1964 den internationalen Weltgebetstag für und um geistliche Berufungen ein. Er findet jedes Jahr am vierten Sonntag in der Osterzeit statt, auch Gute-Hirte-Sonntag genannt, weil im Tagesevangelium das Gleichnis vom Guten Hirten (Joh 10,1–8) vorgelesen wird. Dieser Tag soll Aufmerksamkeit für den kirchlichen Dienst und das Gott geweihte Leben schaffen, also für Ordensmänner und -frauen, Priester, Diakone, Pastoral- oder Gemeindereferentinnen und -referenten. Gleichzeitig soll er Menschen, die bereits auf der Suche sind, zeigen, dass die Gemeinschaft der Gläubigen sie mit dem Gebet stärkt und begleitet.

 

Suchende sollen ihre Charismen entdecken und einsetzen

Schwester Alexandra erzählt, dass ihre franziskanischen Mitschwestern in Malawi diesen Tag ebenfalls begehen. „Beten schafft Verbundenheit“, sagt sie. Dieses kollektive Gebet kann für Suchende Ermutigung und Rückhalt sein. Gleichzeitig betont die Ordensfrau, dass diese Unterstützung frei von Druck und Erwartungen ist. Diese Haltung gelte für sie grundsätzlich in ihrer Arbeit in der Berufungspastoral.

„Ich unterstütze Menschen dabei, einen Weg zu finden, der sie glücklich macht“, sagt Schwester Alexandra. „Es geht nicht darum, die Suchenden um jeden Preis in den kirchlichen Dienst zu bringen. Wir sind keine Rekrutierungsanstalt.“ Wenn sich jemand nach der Beratung für die Sozialarbeit entscheidet, sei das für sie auch ein Erfolg. „Schließlich brauchen wir auch gute Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter“, sagt sie und lacht. Schwester Alexandra gehe es in erster Linie darum, dass die Suchenden ihre Charismen entdecken und richtig einsetzen können. „Das ist für mich die größte Motivation.“

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz feiert den Gottesdienst auf dem Leocampus

Die Diözesane Berufungspastoral veranstaltet den Weltgebetstag für und um geistliche Berufungen in diesem Jahr am 26. April auf dem Leocampus in Paderborn. Gemeinsam mit Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz sind junge Menschen, Firmlinge, Abiturientinnen und Abiturienten, Studierende, Azubis, Berufsanfängerinnen und -anfänger, eingeladen, für und um geistliche Berufungen zu beten. In einer anschließenden Gesprächsrunde mit dem Erzbischof berichten verschiedene Menschen von ihrer Berufung. Nach dem Mittagessen gibt es die Möglichkeit, an verschiedenen Workshops teilzunehmen oder sich Zeit für die eucharistische Anbetung zu nehmen. Eine Anmeldung ist noch bis zum 20. April möglich.

Auch Schwester Alexandra wird an diesem Tag vor Ort sein und das Programm begleiten. Denn der Weltgebetstag steht in diesem Jahr unter besonderen Vorzeichen: Das Päpstliche Werk für geistliche Berufe (PWB) feiert 100-jähriges Jubiläum.

Was ist das Päpstliche Werk für geistliche Berufe?

Vor 100 Jahren setzte Prinzessin Maria Immaculata, Herzogin zu Sachsen, auf die Kraft des Gebets. Ihr Ziel: die Entchristlichung der Gesellschaft und den Rückgang der Priesterberufungen aufhalten. Also gründete sie 1926 das „Frauenhilfswerk für Priesterberufe“ und betete mit einigen Mitstreiterinnen täglich für und um Priester.

In allen deutschen Diözesen schlossen sich Gebetsgemeinschaften an, sodass 1939, als die Nationalsozialisten das Frauenhilfswerk verboten, etwa 250.000 Frauen Teil des Netzwerkes waren. Doch die Idee des Hilfswerks ging nicht verloren. 1941 gründete Papst Pius XII. das Päpstliche Werk für Priesterberufe (PWP) und 1955 das Päpstliche Werk für Ordensberufe (PWO). Zehn Jahre später wurden die beiden Werke in Deutschland im Päpstlichen Werk für geistliche Berufe (PWB) zusammengeführt.

Heute trägt die Einrichtung den Namen „Zentrum für Berufungspastoral“ (ZfB), hat ihren Sitz in Frankfurt am Main und wird von der Deutschen Bischofskonferenz getragen. Das ZfB gibt nicht nur Arbeitsmaterialien zum „Weltgebetstag für geistliche Berufungen“ am Gute-Hirte-Sonntag und zum „Tag des Gott geweihten Lebens“ am 2. Februar heraus, sondern fördert, vernetzt und ermöglicht Weiterbildungen für die diözesanen Stellen für Berufungspastoral.

200 Menschen im Erzbistum Paderborn beten täglich für Berufungen

„Im Erzbistum Paderborn sind etwa 200 Menschen Teil des Päpstlichen Werkes und beten täglich um und für geistliche Berufungen“, sagt Schwester Alexandra. Was für Menschen diesen Dienst übernehmen? „Vor allem ältere Menschen, Priester und Ehrenamtliche“, so die Ordensfrau. Aus dem Kontakt zu ihnen weiß sie, dass es den Beterinnen und Betern ein persönliches Anliegen ist, dass Menschen ihre Berufung wahr- und ernst nehmen. Als Wertschätzung für ihr treues Gebet sind auch alle Beterinnen und Beter am 26. April zum Leocampus eingeladen.

„Die Kirche braucht das Engagement von Menschen, haupt- und ehrenamtlich“, sagt Schwester Alexandra. Für sie ist es eine Freude, wenn Menschen, die den Segen Gottes erfahren haben, sich dazu entscheiden, ihn weiterzugeben und dadurch zu einem Segen für andere werden. „Das wollen wir am Gute-Hirte-Sonntag gemeinsam feiern“, sagt sie.

Ein Beitrag von:
Team Redaktion

Jasmin Lobert

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