Eine ganze Stadt wird für zwei Tage zum Gebetsraum. 32mal zieht in Menden die Kreuztracht durch und um die Stadt. Jede Stunde trägt ein anonymer Christus-Darsteller das Passionskreuz in einer Prozession über die sieben Fußfälle des Kreuzwegs – vom Abend des Gründonnerstags bis zum Morgen des Karsamstags. Das Erleben sei zutiefst emotional, berichtet Jutta Törnig-Struck, gerade wenn man persönlich eine Krise durchlebe. In der Kreuztracht habe auch ihr eigener Glaube feste Wurzeln geschlagen. Sie sei für Törnig-Struck ein Zeichen, dass es immer einen Weg aus dem Dunkel zurück ins Licht gebe.
Traditionen und Bräuche wie die Mendener Kreuztracht schenken den Gläubigen Geborgenheit, Kraft und Halt – gerade in schwierigen Lebenssituationen. Doch woher stammt solches Brauchtum und was für eine Bedeutung hat es für unser Glaubensleben. Dazu haben wir mit Jun.-Prof. Dr. Matthias Daufratshofer gesprochen. Er ist seit 2025 Lehrstuhlinhaber für Kirchengeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Bistumsgeschichte an der Theologischen Fakultät in Paderborn.