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© Heiko Appelbaum / Erzbistum Paderborn
© Heiko Appelbaum / Erzbistum Paderborn

Zum richtigen Zeitpunkt

Immobilienstrategie des Erzbistums Paderborn: Umnutzung von Kirchengebäuden Thema beim Studientag der Theologischen Fakultät

Kirche und Gesellschaft befinden sich im Wandel. Weniger Mitglieder, demografische Veränderungen und veränderte pastorale Bedürfnisse stellen auch die kirchlichen Strukturen vor neue Herausforderungen. Davon ist ebenso der Gebäudebestand der Kirchengemeinden betroffen. Die Immobilienstrategie des Erzbistums Paderborn reagiert auf diese veränderten Bedingungen. Ihr Ziel ist es, frühzeitig Perspektiven für eine nachhaltige und bedarfsgerechte Nutzung des kirchlichen Gebäudebestandes zu entwickeln und ihn an den tatsächlichen Bedarf in den Pastoralen Räumen anzupassen.

Die Immobilienstrategie beschäftigt haupt- und ehrenamtlich engagierte Menschen im Erzbistum gleichermaßen. Das bewies nicht zuletzt die rege Beteiligung an einem Studientag der Theologischen Fakultät Paderborn und der Bauabteilung des Erzbischöflichen Generalvikariates, zu dem Prof. Dr. Rüdiger Althaus, Inhaber des Lehrstuhls für Kirchenrecht an der Theologischen Fakultät, eingeladen hatte. Der Titel des Studientages „… die Kirche im Dorf lassen!? – zur (un)umgänglichen Umnutzung von Kirchengebäuden“ spiegelte die Intention der Veranstaltung: Die Frage nach der zukünftigen Nutzung von Kirchengebäuden stellt sich vielerorts neu und Beispiele gelungener Umnutzungen machen Mut, neue Wege zu gehen.
„Gerade im städtischen Bereich gibt es Kirchen, die zu groß oder stark sanierungsbedürftig sind“, erklärte Prof. Dr. Rüdiger Althaus. „Aus pastoraler und wirtschaftlicher Sicht stellt sich die Frage, wie wir mit diesen Kirchengebäuden in Zukunft umgehen wollen.“ Zwar besitze die „Kirche im Dorf“ nach wie vor eine hohe Identifikationskraft, „aber man muss trotzdem über die weitere Nutzung der Kirchengebäude nachdenken“.

Sinkende Bedeutung von Gotteshäusern als besuchbare Gebäude

In fünf Vorträgen gaben Expertinnen und Experten den rund 100 Teilnehmenden zunächst wertvolle Impulse. Prof. Dr. Rüdiger Althaus steuerte unter dem Titel „Brauchen wir unsere Kirche(n) noch?“ einführend theologische Hintergründe und praktische Erwägungen bei. Dabei warf er zunächst einen Blick zurück auf die Anfänge des Christentums: „Die frühen Christen trafen sich zum Gebet in Privathäusern und erst mit der Anerkennung des Christentums als Religion im Jahr 313 wurden große Gebäude als Gotteshäuser etabliert“, sagte Althaus. Heute seien ein dauerhafter freier Zugang und die Sicherung des Inventars mitunter schwer vereinbar. Das führe zu temporären Schließungen von Kirchen und damit sinke auch die Bedeutung der Gotteshäuser als besuchbare Gebäude. Eine Profanierung bedeute jedoch immer einen unumkehrbaren Einschnitt in die Geschichte und das Leben einer Gemeinde.

Mag. theol. Theresa Oesselke (ThF) widmete sich in ihrem Vortrag „Zwischen Abschied und Neubeginn: Emotionen bei Kirchenumnutzungen wahrnehmen, verstehen und fördern“ psychologischen Aspekten. Sie plädierte für eine transparente Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit als Teil des Weges und um die betroffenen Menschen mitzunehmen.

„Kirchen sind Möglichkeitsräume“

Regierungspräsident a. D. Hans-Josef Vogel sprach in seinem Beitrag „Die „Kirche im (digitalen) Dorf“ gesellschaftliche Aspekte an. Maß, Mitte und Mitverantwortung seien zentrale Begriffe, die unsere Gesellschaft prägen müssten. Allerdings fehlten uns heute noch Antworten auf drängende Fragen rund um die Digitalisierung und den demografischen Wandel. Bezogen auf die Zukunft von Kirchengebäude machte Vogel Mut: „Kirchen sind heute Möglichkeitsräume für die Öffentlichkeit und städtebaulich notwendige Orte. Wir haben die Chance, sie neu zu denken und die jeweils beste Nutzungsperspektive zu finden.“

Im zweiten Teil der Veranstaltung stellte Dr. Bettina Heine-Hippler (LWL) den Bezug zu Kirchengebäuden und Denkmalpflege her.
„Beispiele gelungener (?) Umnutzung“ lautete der Titel des Vortrags von Dipl.-Ing. Andreas Borgmann, Team Immobilienberatung (Bauen) im Erzbischöflichen Generalvikariat. Er gab Einblicke in die unterschiedlichen Herausforderungen bei der Umnutzung von Gebäuden.

Auf die Vorträge folgte ein intensiver Austausch im Plenum und die Teilnehmenden nutzten die Möglichkeit, sich aktiv in die Diskussion einzubringen.

Text: Heiko Appelbaum

 

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