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© Ronald Pfaff /Erzbistum Paderborn
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„Wir müssen motiviert für den Glauben eintreten“

„Auf eine Kaffeelänge mit …“ Thomas Gemke, ehemaliger Landrat des Märkischen Kreises im Kirchenvorstand von St. Blasius Balve

Innerhalb unserer Reihe „Auf eine Kaffeelänge mit …“ treffen wir uns regelmäßig mit einer Person aus dem Erzbistum Paderborn, um die Vielfalt der engagierten Menschen abzubilden. Einzige Vorgabe der Zusammenkunft: Das Treffen endet, sobald die Kaffeebecher geleert sind. Diesmal haben wir uns mit Thomas Gemke getroffen. Der ehemalige Landrat des Märkischen Kreises ist zum geschäftsführenden Vorsitzenden des Kirchenvorstands von St. Blasius in Balve gewählt worden.

60-Stunden-Wochen waren für Thomas Gemke als Landrat des Märkischen Kreises keine Seltenheit. Als er im Oktober 2020 in den Ruhestand ging, wollte er „noch was an der Hand haben“. Noch zu Amtszeiten übernahm er 2018 das Amt des Präsidenten im Sauerländischen Gebirgsverein und im Landeswanderverband NRW. „Ich bin gern im Ehrenamt tätig“, so Thomas Gemke und so war es keine Frage, dass er 2020 auch den Vorsitz des Leader-Vereins Bürgerregion am Sorpesee übernahm.

Eine Einheit in harmonischer Atmosphäre

Als Kandidaten für die Kirchenvorstandswahlen von St. Blasius Balve im Herbst 2021 gesucht wurden, sagte er Dechant Andreas Schulte zu, sich zur Wahl zu stellen. Das neuformierte Gremium wählte Thomas Gemke dann gleich zum geschäftsführenden Vorsitzenden des Kirchenvorstandes. Zeitlich sei er zuvor nicht so engagiert in der Kirchengemeinde gewesen, räumt der ehemalige Landrat ein, der in den ersten Monaten positive Eindrücke gewinnen konnte: „Jetzt habe ich mich erstmal eingearbeitet und sehe einen sehr gut aufgestellten Kirchenvorstand. Eine Einheit, die gut zusammenarbeitet in einer harmonischen Atmosphäre.“

Mit einen zwei großen Projekten muss sich der Kirchenvorstand aktuell beschäftigen. Im Frühsommer soll das neue Pfarrheim eingeweiht werden. „Das Pfarrheim müssen wir mit Leben füllen“, setzt sich Gemke zur Aufgabe. Die baulichen Voraussetzungen werden geschaffen, in dem auch die kirchlichen Gruppen ihren Platz finden. Das Pfarrarchiv und der DeCent-Laden ziehen auch um. „Und mit einer Photovoltaikanlage und Erdwärme hat Balve auch an die Nachhaltigkeit und Klimaschutz gedacht.“

Erfahrung und Vernetzung einbringen

Seine Erfahrungen und Vernetzung möchte Thomas Gemke in die Arbeit im Kirchenvorstand einbringen, aber auch selbst die Mitgläubigen ansprechen und beteiligen. Das hat ihn die politische Erfahrung gelehrt. Seit 1974 ist der fast 65-Jährige in der Lokalpolitik tätig. Schon zwei Jahre zuvor trat er der Jungen Union bei und war Schülersprecher am Heilig-Geist-Gymnasium in Menden. Beruflich war Thomas Gemke als Diplom-Verwaltungswirt sowie Systemprogrammierer und Diplom-Betriebswirt bei der Bezirksregierung Arnsberg, Bezirksregierung Münster und Innenministerium NRW bzw. als Dezernent im gemeinsamen Gebietsrechenzentrum Hagen tätig. Im Kreistag des Märkischen Kreises war er seit 1998 Fraktionsvorsitzender der CDU und wurde 2009 zum Landrat gewählt.

Über das Kirchenbild mit den vielen derzeit diskutierten Themen macht sich Thomas Gemke natürlich auch Gedanken, lässt sich aber nicht abschrecken, das Ehrenamt motiviert auszuführen. „Persönlich bin ich bisher noch nicht angegriffen worden“, so der Balver, der es für einen wichtigen Schritt hält, wenn sich die „Oberen“ in der Kirche für ihr Fehlverhalten öffentlich entschuldigen würden. Zugleich stellt er die Frage, ob die katholische Kirche kampagnenfähig ist? Beim Kreuz-Diebstahl und der Kreuz Zerstörung in Balve müsse man auch als Kirche gemeinsam in der Öffentlichkeit auftreten und „mahnen“ – ähnlich wie sich zurecht breite Empörung nach der Schändung des muslimischen Friedhofs in Iserlohn gezeigt habe. „Und wenn die Caritas Balve und der Caritas-Diözesanverband in Paderborn zusammen 35.000 Euro für die Flutopferhilfe hier in Balve zur Verfügung stellt, dann müssen wir auch darüber reden, dass wir etwas Gutes getan haben. Wir müssen motiviert für den Glauben eintreten. Das fehlt mir oft ein wenig.“

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