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© Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn
© Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Wie Maria vertrauen

Abt Dr. Cosmas Hoffmann OSB eröffnet Wallfahrtszeit 2026 in Werl mit Pontifikalamt / Pilgern zur „Trösterin der Betrübten“ mit dem Leitwort „Wenn es dir guttut, dann komm!“

Mit dem Entzünden der Wallfahrtskerze beim Gnadenbild der „Trösterin der Betrübten“ in der Werler Wallfahrtsbasilika eröffnete Abt Dr. Cosmas Hoffmann OSB aus der Benediktinerabtei Königsmünster in Meschede am Freitag, 1. Mai 2026, offiziell die diesjährige Wallfahrtszeit. Im drittgrößten Marienwallfahrtsort Deutschlands füllten mehrere hundert Gottesdienstfeiernde beim festlichen Pontifikalamt die Wallfahrtsbasilika. Bis zum Abschluss der Wallfahrtssaison am Hochfest Allerheiligen mit Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz am 1. November kommen zehntausende Pilgerinnen und Pilger in den berühmten Marienwallfahrtsort des Erzbistums Paderborn. Ausgehend vom diesjährigen Leitwort der Wallfahrtszeit in Werl „Wenn es dir guttut, dann komm!“ rief der Abt der Benediktinerabtei Königsmünster zu einer Haltung des Vertrauens auf.

Das Werler Gnadenbild der „Trösterin der Betrübten“ zeige Maria im Sitzen, einer Körperhaltung des zur-Ruhe-kommens, des bei-sich-seins und des Gehalten-seins, erklärte Abt Dr. Cosmas Hoffmann OSB in seiner Predigt. „Damit erinnert sie uns daran, dass sich unsere Seele, wenn wir unruhig sind und Gedanken uns umtreiben, sich setzen muss, damit das Schwere nach unten sinken kann und wir langsam wieder klarer sehen.“ Wer verunsichert und verstört sei, wisse nicht mehr, was und wem er glauben solle, brauche Vertrauen auf andere und auch auf sich, vertiefte der Benediktinerabt. Dabei schenke „Trost“, verstanden als Zutrauen und Vertrauen, Gewissheit, Sicherheit und Glauben, schenke Mut und Zuversicht, mache wieder handlungsfähig.

Gehalten – Halt geben

Die Werler Marienbild der „Trösterin der Betrübten“ sitze auf einem Thron und werde selbst zu einem Thron für ihren Sohn Jesus, dem Christus, dem Erlöser und Heiland der Welt, entfaltete Abt Cosmas weiter. Ausgehend davon betonte der Benediktinermönch: „Weil sich Maria gehalten weiß, kann sie auch dem Sohn Halt geben, der in ihrem Schoß im Zentrum des Gnadenbildes sitzt.“ Dabei sei im Werler Gnadenbild Jesus nicht als Kind, vielmehr als König und Richter der Welt dargestellt, seine rechte Hand sei zum Segen erhoben, in der linken halte er das Buch des Lebens. Im Blick darauf bekräftigte Abt Dr. Cosmas Hoffmann OSB zum Abschluss seiner Predigt, Jesu Gegenwart tue gut, sei heilsam, schenke Kraft und Hoffnung, wichtig sei eine Haltung des Zutrauens und Vertrauens.

Wallfahrtskerze – Jesus: Licht der Welt

An der Eröffnung der Wallfahrtszeit 2026 nahmen Pilger aus dem ganzen Erzbistum Paderborn und darüber hinaus teil. Die Wallfahrt zum Gnadenbild der „Trösterin der Betrübten“ im drittgrößten Marienwallfahrtsort Deutschlands hat eine jahrhundertelange Tradition. Zu Beginn des Pontifikalamtes entzündete Abt Dr. Cosmas Hoffmann OSB die Wallfahrtskerze, die neben dem Werler Gnadenbild in der Wallfahrtsbasilika steht, und eröffnete damit die Wallfahrtszeit 2026 offiziell. Vor dem Entzünden der Kerze betete Abt Cosmas: „Herr Jesus Christus, du bist das Licht der Welt, das Licht für alle Menschen. Deine Gegenwart tut gut, ist heilsam, schenkt Kraft und Hoffnung. Schenke uns in den Bedrängnissen unseres Lebens Mut, Zuversicht und Freude und hilf uns, mit deinem Licht auch das Leben anderer Menschen hell zu machen. Bleibe du bei uns und geh du mit auf den Wegen unseres Lebens!“

Wallfahrtsleiter Pastor Bernd Haase begrüßte Abt Dr. Cosmas Hoffmann OSB und die zahlreichen Wallfahrer vor dem Beginn des Pontifikalamtes. Mit Blick auf das Leitwort der diesjährigen Wallfahrtszeit „Wenn es dir guttut, dann komm!“ betonte der Seelsorger, alle Menschen seien eingeladen und willkommen. Er dankte den hauptberuflichen und zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeitenden, die die Wallfahrt möglich machen: „Sie öffnen einen Ort, der gut tun möchte!“.

Am Ende des feierlichen Gottesdienstes sprachen alle Gottesdienstteilnehmenden im Wechsel mit Wallfahrtsseelsorger Markus Ende das Gebet zur Wallfahrtszeit 2026: „Wir sehnen uns nach Zuversicht, die uns weiterführt, nach Worten, die uns stärken, und nach einer Hoffnung, die uns trägt. Maria, die Trösterin der Betrübten, lädt uns ein. Sie kennt die Wege der Menschen, sie kennt unsere Sorgen und unsere Hoffnung. Bei ihr dürfen wir aufatmen und neue Zuversicht schöpfen. Gemeinsam unterwegs zu sein tut gut. Es lässt uns spüren, dass wir nicht allein sind. Es schenkt uns Gemeinschaft, die trägt, und Glauben, der im Miteinander wächst. Lass uns spüren, dass wir getragen sind – von dir, von Maria und von den Menschen an unserer Seite.“

Mitwirkende

Abt Dr. Cosmas Hoffmann OSB aus der Abtei Königsmünster in Meschede zelebrierte das Pontifikalamt in der Werler Wallfahrtsbasilika. Es konzelebrierten Wallfahrtsleiter Pastor Bernd Haase, die Wallfahrtsseelsorger Domkapitular Monsignore Dr. Gerhard Best, Pastor Stephan Mockenhaupt und Pater Vincent Grunwald OSB sowie Dechant Daniel Maiworm (Hüsten).

Der Madrigalchor Werl unter der Leitung von Jörg Segtrop und Organist Wolfgang Bitter an der Orgel gestalteten den Gottesdienst musikalisch.

Die diesjährige Wallfahrtskerze wurde gestaltet von Barbara Finke und Judith Hemesath aus Hövelhof.

© Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn
Zahlreiche Priester konzelebrierten beim Pontifikalamt von Abt Dr. Cosmas Hoffmann OSB zur Eröffnung der Wallfahrtszeit 2026 mit dem Leitwort „Wenn es dir guttut, dann komm!“.

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz: Kraftort und Bistumsort

Die Wallfahrt zum Gnadenbild der „Trösterin der Betrübten“ in Werl sei für zahlreiche Menschen eine lebendige und vor allem liebgewonnene Tradition, unterstreicht Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz im Hinblick auf die jetzt beginnende Wallfahrtszeit in Werl. „Wallfahrerinnen und Wallfahrer von nah und fern, von klein bis groß erleben Werl mit seiner Wallfahrtsbasilika und dem Pilgerkloster als stärkenden Kraftort.“ Der Paderborner Erzbischof hebt hervor: „Bei einer Wallfahrt treten Menschen aus ihrem Alltag heraus, erkennen sich selbst als sehnsüchtige und bedürftige Menschen, aber auch als Menschen, die Dank sagen können, für etwas, das sie selbst empfangen haben und das ihnen Hoffnung schenkt.“ Für das Erzbistum Paderborn sei die Marienwallfahrt Werl zum Gnadenbild in der Wallfahrtsbasilika und dem Pilgerkloster ein wichtiger Bistumsort, bekräftigt Erzbischof Dr. Bentz. „Ich wünsche allen Wallfahrenden – Gruppen und auch Einzelpilgern – eine gesegnete Wallfahrtszeit 2026.“

Zum Abschluss der Wallfahrtszeit 2026 in Werl am Hochfest Allerheiligen, am Sonntag, 1. November, steht Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz um 10 Uhr dem Pontifikalamt in der Wallfahrtsbasilika vor. Der Paderborner Erzbischof wird dann auch die Wallfahrtskerze vor dem Gnadenbild löschen und damit die Wallfahrtszeit 2026 offiziell beenden.

„Wenn es dir guttut, dann komm!“

2026 wird der 800. Todestag des Heiligen Franziskus begangen, informiert das Wallfahrtsteam im Hinblick auf das Leitwort der Wallfahrtszeit 2026 in Werl. Mit Offenheit und Herzlichkeit habe Franziskus Menschen auf ihrem Lebensweg begleitet. Das an die Worte des heiligen Franziskus von Assisi angelehnte Leitwort der Wallfahrtszeit 2026 „Wenn es dir guttut, dann komm!“ lade dazu ein, den eigenen Weg zur Wallfahrt bewusst zu gehen, ohne Zwang, aber mit der Möglichkeit, seelische und spirituelle Stärkung zu erfahren.

Marienwallfahrt Werl

Im Jahr 1661 gelangte durch die Vermittlung des Kölner Kurfürsten und Erzbischofs Maximilian Heinrich das Gnadenbild der „Trösterin der Betrübten“ nach Werl. Zuvor war es in der seit der Reformation evangelischen Kirche St. Maria zur Wiese in Soest verehrt worden. Damit begann in Werl die bis heute lebendige Marienwallfahrt. Werl ist einer der bedeutendsten Marienwallfahrtsorte der Bundesrepublik, nach Kevelaer und Altötting der drittgrößte. Die Werler Madonna zählt zu den eindrucksvollsten Mariendarstellungen Europas. Unter Papst Pius X. wurde das Gnadenbild 1911 gekrönt. Die Krone ist ein kostbares Schmuckstück, das die Madonna lediglich zu hohen Feiertagen trägt.

Gebet der Wallfahrtszeit 2026

Zur Wallfahrtszeit 2026 hat das Werler Wallfahrtsteam eigens ein Gebet formuliert, das Wallfahrerinnen und Wallfahrer sprechen können.

Vorbeter

Guter Gott, wir kommen zu dir – aus unserem Alltag. Vieles gelingt uns, manches fordert uns heraus, und immer wieder suchen wir neu, was uns guttut und stärkt. Du kennst uns – mit allem, was uns bewegt.

Alle

So kommen wir zu dir, wie wir sind. Mit dem, was uns freut und dankbar macht, und mit dem, was uns beschäftigt und nach Orientierung suchen lässt.

Vorbeter

In unserem Leben gibt es vieles, das uns trägt: Menschen, die uns begleiten, Momente, die uns Kraft schenken und Erfahrungen, die uns wachsen lassen. Und doch bleiben Fragen, Unsicherheiten und Wege, die wir suchen.

Alle

Wir sind unterwegs – mit offenen Augen und offenem Herzen. Wir sehnen uns nach Zuversicht, die uns weiterführt, nach Worten, die uns stärken, und nach einer Hoffnung, die uns trägt.

Vorbeter

In diese Sehnsucht hinein hören wir den einfachen, aber tiefen Zuspruch des heiligen Franziskus: „Wenn es dir guttut, dann komm.“ Eine Einladung, die Freiheit schenkt und Vertrauen weckt.

Alle

Sie meint auch uns – sie nimmt uns ernst in dem, was wir sind und was wir brauchen. Sie eröffnet uns einen Weg, der uns guttut und neue Kraft schenkt.

Vorbeter

Auch Maria, die Trösterin der Betrübten, lädt uns ein. Sie kennt die Wege der Menschen, sie kennt unsere Sorgen und unsere Hoffnung. Bei ihr dürfen wir aufatmen und neue Zuversicht schöpfen. Auch sie sagt uns zu: Wenn es dir guttut, dann komm!

Alle

Viele Menschen haben es erfahren: Wer sich auf den Weg macht, bleibt nicht derselbe. Die Schritte verändern den Blick, die Begegnungen stärken die Seele, und das gemeinsame Ziel verbindet.

Vorbeter

Gemeinsam unterwegs zu sein tut gut. Es lässt uns spüren, dass wir nicht allein sind. Es schenkt uns Gemeinschaft, die trägt, und Glauben, der im Miteinander wächst.

Alle

Lass uns spüren, dass wir getragen sind – von dir, von Maria und von den Menschen an unserer Seite. Amen.

Ein Beitrag von:
Pressereferent Team Presse

Thomas Throenle

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