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Wer, wenn nicht du?!

Auf eine Kaffeelänge mit Rebecca Pohl

Auf eine Kaffeelänge mit Rebecca Pohl

Als Mitte Februar zentimeterdick Schnee im Erzbistum Paderborn lag, da ging Rebecca Pohl das Herz auf. „Ich bin ein absolutes Winterkind“, sagt die 24-Jährige. Und: „Es war super toll, bei strahlend blauem Himmel durch den Schnee zu stapfen, neue Fußspuren zu setzen und zu wissen: Hey, da geht jemand mit mir“. Jemand, sagt Rebecca Pohl. Sie meint: Gott. „Wir haben eine lockere, freundschaftliche Basis“, sagt sie.

Als wir uns in Herne auf eine Kaffeelänge mit Rebecca Pohl treffen, ist der Schnee längst geschmolzen. Die Schneeglöckchen blühen, die Krokusse sprießen. Rebecca Pohl arbeitet in Herne als Trainee des Dekanats Emschertal. Sie ist eine von vier jungen Erwachsenen, die im Oktober 2020 ins Trainee-Programm des Erzbistums Paderborn im Bereich Jugendpastoral und Jugendarbeit gestartet sind. Ein Jahr lang können sich die Trainees in verschiedenen kirchlichen Institutionen einbringen, dazulernen und einen Fuß in die Tür beim Arbeitgeber Kirche stellen. Dies hat Rebecca Pohl erfolgreich gemeistert, denn sie fängt am 6. April als Referentin für Jugend und Familie bei der Katholischen Stadtkirche Dortmund als Elternzeitvertretung an.

Die Chance ergriffen

An einen Spruch ihrer Eltern erinnert sich Rebecca Pohl besonders gut: „Wenn du nicht bei Kirche arbeitest, wer dann?!“. Sie lacht herzlich, als sie diesen Spruch zitiert. Dann sagt sie: „Dass es jetzt so gekommen ist, hat sich einfach ergeben. Eine Chance war da – und warum sollte man die Chance nicht ergreifen?“. Es ist eine pragmatische, vielleicht sogar kühle Antwort. Doch hinter der Selbstverständlichkeit, die Rebecca Pohl damit ausdrückt, steckt ganz viel Herzblut.

Rebecca Pohl ist im Dortmunder Süden aufgewachsen. „Gut katholisch“, wie sie mit einem Augenzwinkern erzählt. Sie wurde von ihren Eltern und Großeltern zur Kirche mitgenommen und hat die „normale Laufbahn“, wie sie es nennt, gemacht: Kommunion und Firmung. Mit 15 Jahren wurde sie Messdienerleiterin und später Firmkatechetin. Sie sagt: „Meinen Jugendlichen versuche ich, einen Mix aus Spaß und Glaubenserfahrung zu ermöglichen“.

Wenn man Rebecca Pohl fragt, wo sie den Glauben besonders stark erlebt, dann antwortet sie: „Wenn ich sonntags bei meinen Eltern bin und wir nach der Messe mit Hinz und Kunz auf dem Kirchplatz stehen und eine Runde schnacken“. Es lässt sich leicht nachvollziehen, was Rebecca Pohl in der Corona-Pandemie mit ihren Kontaktbeschränkungen gerade fehlt. Im nächsten Atemzug erzählt sie, dass sie bis zum Start des Trainee-Programms Teamerin bei der jungen Glaubensinitiative YOUNG MISSION war. Mit Worship-Musik, Anbetung bei der Vigilfeier und anschließend einem Bierchen auf der Party kommen bei YOUNG MISSION in normalen Zeiten zwei Mal im Jahr rund 250 bis 300 Jugendliche für ein Wochenende im Jugendhaus Hardehausen zusammen.

Ihre Eltern sollten Recht behalten

Hardehausen ist ein gutes Stichwort. Dass die 24-Jährige nun im Ruhrgebiet ihre ersten beruflichen Schritte geht, ist in Ostwestfalen gewachsen. Auf der Suche nach einem Praktikum für ihren Studiengang Medienwissenschaften und Erziehungswissenschaften in Paderborn landete Rebecca Pohl im Jugendhaus Hardehausen. Sie leitete Orientierungstage für Schulklassen und die Ministrantenmodule, gestaltete ein Ferienprogramm und Kulturfestival mit.

Dabei entdeckte sie ihre Freude an der Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen – und erfuhr von den Mitarbeitenden des Jugendhauses, dass es das Trainee-Programm im Erzbistum Paderborn gibt. So sollten die Eltern von Rebecca Pohl Recht behalten: Sie (wer, wenn nicht sie?!) arbeitet nun für die Kirche.

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