Mit ihrer Mutter und ihren zwei älteren Schwestern wohnt Roksana in einem Häuschen aus Wellblech, dicht an dicht mit ähnlichen Unterkünften in einer schmalen Gasse eines Bahnhofviertels. Hier gibt es keine Hausnummern, keine Kanalisation und keine Spielplätze. Die meisten Menschen sind aus dem armen Norden des südasiatischen Landes in die Millionenstadt gezogen – auf der Suche nach Einkommen und einem besseren Leben. So auch Roksanas Familie. Kurz nach der Ankunft in Dhaka verlässt der Vater die Familie für eine andere Frau.
Roksanas Mutter ist auf sich allein gestellt. Zwar findet sie Arbeit als Küchen- und Reinigungskraft in einem Hotel. Aber sie verdient nicht genug, um ihre Töchter und sich über die Runden zu bringen. Statt in die Schule zu gehen, schließt sich Roksana anderen Kindern des Viertels an, die auf dem Bananenmarkt arbeiten. An guten Tagen bekommt sie umgerechnet 50 Cent – und ein paar Bananen. An schlechten Tagen gibt es nur 40 Cent. Nachmittags passt Roksana auf das Baby ihrer Schwester und zwei weitere Kleinkinder auf, damit deren Mütter arbeiten gehen können. Zeit zu lernen oder spielen hat das Mädchen nicht.
Wie die Caritas Bangladesch Roksana aus der Kinderarbeit half
Zwei Jahre lang muss Roksana auf dem Bananenmarkt arbeiten, bevor sich ihr Leben ändert. Auf einem ihrer Rundgänge durch das Viertel fällt den Sozialarbeiterinnen Jahanara und Rubina von der Caritas Bangladesch auf, wie sich das Mädchen zwischen den Marktständen und den Kleinlastern abmüht. Sie sprechen Roksana an und fragen nach, warum sie arbeitet, wo und wie sie lebt. „Jahanara und Rubina waren sehr nett. Sie sagten, dass sie mir helfen wollen“, erinnert sich Roksana. Noch am selben Abend besuchen Jahanara und Rubina Roksanas Mutter. Sie erfahren von den Schwierigkeiten der Familie und dass es der Mutter schier unmöglich scheint, ihre Tochter in die Schule zu schicken. Die beiden Sternsinger-Partnerinnen gehen behutsam vor. Sie erklären Roksanas Mutter, wie sie sie praktisch und finanziell unterstützen können. Sie unterstreichen aber auch, dass das Mädchen ein Recht auf Schule und Freizeit hat. Gemeinsam entwickeln sie weitere Schritte, um Roksana den Schulbesuch zu ermöglichen.