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© Sabine Robrecht / Kirchengemeinde Corvey
© Sabine Robrecht / Kirchengemeinde Corvey

Welterbe Corvey auf Zukunftskurs: Junge Firmlinge mit Glauben erfüllt

Weihbischof Matthias König spendet erstmals an dem historischen Ort im Kloster Corvey 70 Firmbewerbern aus dem Pastoralverbund Corvey das wichtige Sakrament. Die ehemalige Benediktinerabtei und heutige UNESCO-Welterbestätte bei Höxter bildete erstmals den Rahmen der Firmung.

Weihbischof König: Jugendliche haben Rückgrat

Junge Menschen gehen an einer geschichtsträchtigen Stätte ein und aus: Die Festmessen und auch der Esprit der verschiedenen Angebote im Rahmen der Firmvorbereitungen brachten frischen Wind in die ehrwürdigen Mauern des großen Glaubensortes und Denkmals von Weltgeltung. Davon überzeugte sich Weihbischof Matthias König am Ziel ihres Weges – dem Tag der Firmung. Den Jugendlichen herzlich zugewandt, attestierte der hohe Geistliche ihnen in seiner Predigt Rückgrat. Dieses müsse man haben, wenn man sich heute für die Firmung – und mit ihr für den Glauben – entscheidet oder sich gar als Ministrantin oder Ministrant in den Dienst der Liturgie stellt.

Dass die 70 Firmbewerberinnen und -bewerber erfüllt werden vom Heiligen Geist – und dass der Geist sie stärken möge mit der Fülle seiner Gaben: Diese Bitte an Gott entfaltete sich an dem seit 1200 Jahren vom Glauben und vom Gebet durchfluteten Klosterort. Weihbischof König signalisierte den Jugendlichen, dass sie von Gott geliebt sind. „Er sagt zu jedem von Euch Ja. Das macht er durch den Heiligen Geist deutlich, indem er Euch Menschen an die Seite stellt, die sagen: ‚Gut, dass es Dich gibt.‘“

Geist Gottes und Glauben leitet und führt

Der Würdenträger legte für sich persönlich ein klares Zeugnis ab: Nach fast 40 Jahren als Priester und 20 Jahren als Weihbischof stelle er fest: „Ich könnte gar nicht ohne.“ Nicht ohne den Glauben und nicht ohne den Geist Gottes, der ihn leite und führe.

Daraus ermutigte er die jungen Menschen, den Geist Gottes anzurufen. „Mit ihm gelingt viel.“ Er befähige Menschen auch dazu, das Evangelium zu verkünden – und damit Zeuge und Zeugin einer Botschaft zu sein, „die die Welt dringender braucht als je zuvor“.

Die Feierlichkeiten in Corvey standen ganz unter dem Eindruck der Papstwahl des Vortages. Auch der neue Pontifex, Leo XIV., „möchte Euch zu Boten der frohen Botschaft und auch zu Boten des Friedens machen“, ist Weihbischof König überzeugt. Das Konklave und sein schneller Ausgang seien ein Paradebeispiel dafür, dass der Geist Gottes in der Kirche wirke. Papst Leo XIV. werde die zentrale Botschaft seines Vorgängers Franziskus, dass die Kirche an die Ränder gehen müsse, auf seine Weise weiterführen.

80 Veranstaltungen an vier Orten: Drei Monate auf der Suche nach Antworten

Als Teil dieser Kirche haben die 70 jungen Menschen nun ihren Glauben und ihr Taufversprechen mit dem Sakrament der Firmung bewusst bekräftigt. Gemeindereferent Carsten Sperling gab Weihbischof König zuvor einen Überblick über die Vorbereitungen: „Ab Januar 2025 fanden an vier Orten unseres Pastoralverbundes – in Höxter, Lüchtringen, Stahle und Fürstenau – wöchentliche Glaubenskurse statt. Acht Kurse. Rund 80 Veranstaltungen. Ein engagiertes Team. Und viele Menschen, die sich auf dem Weg gemacht haben. Raum für Austausch, Begegnung und persönliche Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben. Drei Monate lang waren wir unterwegs. Auf der Suche nach Antworten. Nach Orientierung. Und nach einem Glauben, der trägt.“

Kirchenführung und Triduum gefeiert

In einem Lightroom-Gottesdienst hat ein Medizinstudent, der sich bewusst für den Glauben entschieden hat, authentisch Zeugnis abgelegt. In einem zweiten Lightroom-Gottesdienst „suchten wir nach der Bedeutung der Auferstehung Jesu für unser Leben heute.“ Das alles an einem Ort, dessen Gründer vor mehr als 1200 Jahren beseelt vom Evangelium waren und aus dieser Glaubenstiefe heraus am Strand der Weser einen beständigen Leuchtturm des Christentums schufen.

Diesen erkundeten die Firmbewerber mitsamt seinen Zeitzeugnissen aus den Gründerjahren in einer spannenden Kirchenführung. Und schließlich feierten sie in Corvey gemeinsam das Triduum.

Göttliches Betriebssystem aufgeladen

Die ehemalige Benediktinerabtei erschloss sich ihnen in dieser Zeit nicht nur als historisches Erbe von Weltrang, sondern auch als „Raum des lebendigen Glaubens“, so Carsten Sperling. Oder als „kostenlose E-Ladesäule für das göttliche Betriebssystem, den Heiligen Geist“, wie Kirchenvorstand Josef Kowalski immer sagt.

Die besonderen Gottesdienste im Rahmen der Firmvorbereitung und die Feier der Heiligen Woche haben über die jungen Menschen und ihre Angehörigen hinaus viele Gläubige aus Höxter und Umgebung in Corvey zusammengeführt. So empfanden sich die Jugendlichen, als sie am 9. Mai ihr Taufversprechen erneuerten, als Teil einer großen Gemeinschaft.

Blick in die Kirche

Blick in die Kirche Corvey © Sabine Robrecht / Kirchengemeinde Corvey
Firmung im Welterbe: Angehörige und Firmpaten hatten sich zu der besonderen Heiligen Messe in der ehemaligen Abteikirche Corvey versammelt.

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