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© Ronald Pfaff / Erzbistum Paderborn
© Ronald Pfaff / Erzbistum Paderborn

Weihnachten darf nicht ausfallen

Nadine Simon und Marion Asmuth berichten über ihre Aufgaben im Sozialen Dienst in den Seniorenheimen St. Antonius und St. Veronika

„Weihnachten kann man nicht ausfallen lassen“, sind sich Nadine Simon und Marion Asmuth einig. Gerade in dieser besinnlichen Zeit müsse auch in Seniorenheimen Lebensqualität geschaffen werden. „Da kann man den Betrieb nicht  ausschließlich auf Versorgung einstellen.“ Trotz der Corona-Pandemie mit den damit verbundenen Einschränkungen wollen die beiden Frauen im Sozialen Dienst zu Weihnachten entsprechende Atmosphäre schaffen. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Häuser St. Antonius und St. Veronika im Caritaszentrum der Paderborner Südstadt sollen das „Fest der Liebe“ spüren dürfen.

Zu den Festtagen ein Heimatgefühl vermitteln

„Es ist wichtig, dass der Moment zählt. Die Bewohnerinnen und Bewohner sollen sich ‚jetzt‘ wohlfühlen, auch wenn sie es möglicherweise schnell wieder vergessen haben“, ist es Nadine Simon ein Anliegen, die Weihnachtszeit im Seniorenheim für alte Menschen und Demenzkranke so gut wie möglich zu gestalten. „Dazu gehören dann auch Gedichte und Weihnachtslieder, bei denen unsere Bewohnerinnen und Bewohner sogar mitsingen“, ergänzt Marion Asmuth. Zu den Festtagen möchten sie ein Heimatgefühl vermitteln.

Die Pandemie wurde vor knapp zwei Jahren auch für die Seniorenheime in Paderborn zu einer großen Herausforderung. Es mussten Gesetze mit Auflagen umgesetzt werden, die die  Bewohner im Heim ebenso betrafen wie die Mitarbeitenden und die Angehörigen. Zu Anfang habe man  nicht genau gewusst, was zu tun sei, bis hin zur Frage, ob sich nun alle nur noch in eigenen Zimmern aufhalten dürften. „Besonders schwierig war die Zeit, in der keine Angehörigen zu Besuch kommen durften“, erinnert sich Nadine Simon: „Viele hatten Verständnis für die Maßnahme. Andere wären lieber ein Risiko eingegangen, um die Heimbewohner vor Vereinsamung zu bewahren.“

„Wir hatten einen guten Schutzengel“

Die Strategie des Hauses sei aber richtig gewesen, so Marion Asmuth: „Wir hatten einen guten Schutzengel, der uns vor Corona-Ausbrüchen beschützt hat.“ Um körperliche und psychische Gesundheit gleichermaßen zu gewähren, seien kleine Schritte gemacht worden. Erst im Sommer, so Simon, sei alles leichter geworden, als Angebote draußen stattfinden konnten. Die Atmosphäre bei den Veranstaltungen im Freien – wie zum Beispiel beim Sommerfest – habe gezeigt, dass etwas gefehlt habe. Die Stimmung war gut, ja sogar beschwingt. Der Gottesdienst zu Fronleichnam fand ebenfalls großen Anklang.

Erfüllung und Berufung gefunden

Nadine Simon (43), seit 2017 Leiterin des Sozialen Dienstes im Haus Antonius: „Eigentlich bin ich Ergotherapeutin und durch Zufall in den  Pflegebereich gekommen. In der Praxis habe ich eine gute Anleitung, auch im Umgang mit Demenzkranken, erhalten. Darin habe ich meine Erfüllung und Berufung gefunden.“

Adventsfeiern in kleinem Rahmen in den Wohnbereichen

In den letzten Wochen verlagerte sich das Geschehen wieder in die Innenräume. Was ist möglich? Wie kann die Gemeinschaft eine gute vorweihnachtliche Stimmung erleben? Gottesdienste waren unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Mittels Streaming wurden die Messfeiern aus der Hauskapelle in die Zimmer übertragen. Für Außenstehende bestand jedoch keine Möglichkeit, die Gottesdienste mitzufeiern.

Adventsfeiern haben in kleinem Rahmen in den Wohnbereichen stattgefunden. „Das war sehr dicht und atmosphärisch“, beschreibt Marion Asmuth. So habe man Gemeinsamkeit genießen können. Für Bewohner und Angehörige gab es das Angebot, einen kleinen Weihnachtsmarkt am Seniorenheim gemeinsam zu nutzen. Zu Heilig Abend werden einige der Heimbewohner dann auch zu ihren Familien nach Hause geholt.

Pandemie auch für den Teamgeist herausfordernd

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der beiden Seniorenheime hat es aufgrund der Pandemie keine Weihnachtsfeier gegeben. Das habe schon Spuren hinterlassen, wissen die beiden Frauen des Sozialen Dienstes. Miteinander, Teambildung und einander Kraft geben sind in schwierigen Pandemiezeiten besonders wichtig. Doch an der Motivation, gerade an den Weihnachtstagen mit den Heimbewohnern eine Gemeinschaft zu bilden, habe sich nichts geändert. „Die Kolleginnen und Kollegen machen das gern. Auch ein Dienst zu Heilig Abend ist für sie keine Belastung. Manche melden sich sogar freiwillig für den Einsatz, um im Heim eine gute Atmosphäre zu schaffen“, kennt Nadine Simon die Beweggründe. „In dieser schwierigen Corona-Zeit braucht man eigentlich mehr Zeit zum Miteinander und Reden, aber dazu fehlen die Möglichkeiten. Das Team braucht mehr Zusammenhalt. Als das bewusst war, hat unsere Heimleitung gut darauf reagiert. Denn, wo Mitarbeiter zufrieden sind, da sind es auch die Bewohner“, ergänzt Marion Asmuth.

Mehr Wertschätzung für die Alltagsbegleiter

Sie selbst hat die Erfahrung gemacht, beseelt zu sein, wenn sie auf einen guten Tag mit den Bewohnerinnen und Bewohnern zurückblicken kann. Die Wertschätzung für die Pflegeberufe könne nicht hoch genug sein. Doch fordert Asmuth auch mehr Anerkennung für die Betreuenden – sogenannte Alltagsbegleiter. Es müssten viel mehr Betreuungskräfte sein. Gerade im Ehrenamt seien es durch Corona auch noch weniger geworden. Asmuth: „Die Betreuungskräfte sind sehr engagiert und motiviert, bereiten sich teilweise in ihrer Freizeit für den Dienst vor, weil sie es sonst während der Arbeitszeit nicht schaffen.“

Ruf für die Berufung

Marion Asmuth (54),  Seelsorgerische Begleiterin in Haus Antonius und Haus Veronika sowie Sozialer Dienst im Haus Veronika. Seit 2015 im Haus: „Im Altenheim zu arbeiten, war mein Berufswunsch. Doch meine Oma hat mir davon abgeraten. Somit bin ich Erzieherin geworden für Kindertagesstätten und Menschen mit Behinderung. Schließlich habe ich die achtmonatige Ausbildung zur seelsorgerischen Begleitung gemacht und bin sehr dankbar für den Weg, den ich gegangen bin und der mich nun zu den Senioren geführt hat. Ich glaube, es gibt so etwas wie einen Ruf für die Berufung.“

Ein Beitrag von:
Redakteur

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