Nadine Simon (43), seit 2017 Leiterin des Sozialen Dienstes im Haus Antonius: „Eigentlich bin ich Ergotherapeutin und durch Zufall in den Pflegebereich gekommen. In der Praxis habe ich eine gute Anleitung, auch im Umgang mit Demenzkranken, erhalten. Darin habe ich meine Erfüllung und Berufung gefunden.“
„Weihnachten kann man nicht ausfallen lassen“, sind sich Nadine Simon und Marion Asmuth einig. Gerade in dieser besinnlichen Zeit müsse auch in Seniorenheimen Lebensqualität geschaffen werden. „Da kann man den Betrieb nicht ausschließlich auf Versorgung einstellen.“ Trotz der Corona-Pandemie mit den damit verbundenen Einschränkungen wollen die beiden Frauen im Sozialen Dienst zu Weihnachten entsprechende Atmosphäre schaffen. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Häuser St. Antonius und St. Veronika im Caritaszentrum der Paderborner Südstadt sollen das „Fest der Liebe“ spüren dürfen.
Zu den Festtagen ein Heimatgefühl vermitteln
„Es ist wichtig, dass der Moment zählt. Die Bewohnerinnen und Bewohner sollen sich ‚jetzt‘ wohlfühlen, auch wenn sie es möglicherweise schnell wieder vergessen haben“, ist es Nadine Simon ein Anliegen, die Weihnachtszeit im Seniorenheim für alte Menschen und Demenzkranke so gut wie möglich zu gestalten. „Dazu gehören dann auch Gedichte und Weihnachtslieder, bei denen unsere Bewohnerinnen und Bewohner sogar mitsingen“, ergänzt Marion Asmuth. Zu den Festtagen möchten sie ein Heimatgefühl vermitteln.
Die Pandemie wurde vor knapp zwei Jahren auch für die Seniorenheime in Paderborn zu einer großen Herausforderung. Es mussten Gesetze mit Auflagen umgesetzt werden, die die Bewohner im Heim ebenso betrafen wie die Mitarbeitenden und die Angehörigen. Zu Anfang habe man nicht genau gewusst, was zu tun sei, bis hin zur Frage, ob sich nun alle nur noch in eigenen Zimmern aufhalten dürften. „Besonders schwierig war die Zeit, in der keine Angehörigen zu Besuch kommen durften“, erinnert sich Nadine Simon: „Viele hatten Verständnis für die Maßnahme. Andere wären lieber ein Risiko eingegangen, um die Heimbewohner vor Vereinsamung zu bewahren.“
„Wir hatten einen guten Schutzengel“
Die Strategie des Hauses sei aber richtig gewesen, so Marion Asmuth: „Wir hatten einen guten Schutzengel, der uns vor Corona-Ausbrüchen beschützt hat.“ Um körperliche und psychische Gesundheit gleichermaßen zu gewähren, seien kleine Schritte gemacht worden. Erst im Sommer, so Simon, sei alles leichter geworden, als Angebote draußen stattfinden konnten. Die Atmosphäre bei den Veranstaltungen im Freien – wie zum Beispiel beim Sommerfest – habe gezeigt, dass etwas gefehlt habe. Die Stimmung war gut, ja sogar beschwingt. Der Gottesdienst zu Fronleichnam fand ebenfalls großen Anklang.