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© Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn
© Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Weg zu einer „Kultur der Wahrhaftigkeit“

Aschermittwochs-Gottesdienst zu Beginn der Fastenzeit mit Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz im Paderborner Dom / Aschekreuz als Zeichen des Glaubens und der Umkehr

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz hat in seiner Predigt im Gottesdienst zu Aschermittwoch, 18. Februar 2026, im Paderborner Dom zu einer „Kultur der Wahrhaftigkeit“ aufgerufen – auch im Hinblick auf den Umgang der Kirche mit sexualisierter Gewalt. Eine Kultur der Wahrhaftigkeit bedeute nicht, ohne Fehler und ohne Schuld zu sein, „Wahrhaftigkeit“ bedeute, „anzuerkennen, was war, sich treffen zu lassen, so dass die Kraft und die Bereitschaft geweckt werden, wirksame Schritte der Umkehr zu gehen und Verantwortung zu übernehmen“, bekräftigte der Paderborner Erzbischof. Im Aschermittwochs-Gottesdienst empfingen Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, die Mitglieder des Paderborner Metropolitankapitels sowie die mitfeiernden Gläubigen im Kapitelsamt im Hohen Dom zu Paderborn das Aschekreuz, das ihnen auf die Stirn gezeichnet wurde.

© Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn
Dompropst Monsignore Joachim Göbel zeichnete Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz ein Aschekreuz auf die Stirn. „Wahrhaftigkeit bedeutet, anzuerkennen, was war, sich treffen zu lassen, so dass die Kraft und die Bereitschaft geweckt werden, wirksame Schritte der Umkehr zu gehen und Verantwortung zu übernehmen“, bekräftigte der Paderborner Erzbischof in seiner Predigt.

Zwei markante Ereignisse in der österlichen Bußzeit seien im Erzbistum Paderborn die Übergabe des Mahnmals und Gedenkorts zur Erinnerung und Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt am 2. März 2026 an die Öffentlichkeit sowie die Vorstellung der Ergebnisse der unabhängigen Studie zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt durch die Universität Paderborn am 12. März 2026, erläuterte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz. Im Hinblick darauf fragte der Paderborner Erzbischof: „Bringen wir die Bereitschaft mit, mit dem Mahnmal und der Studie auf unserem Weg der Umkehr, auf dem wir schon längst sind, weiter voranzugehen?“. Erzbischof Dr. Bentz betonte: „Nur wenn wir nicht gleichgültig bleiben, sondern uns daran stoßen, kann das zum Anstoß werden, umzukehren, weitere Schritte der Veränderung mitzugehen und selbst seinen Beitrag zu einer Kultur der Wahrhaftigkeit zu leisten“.

„Mehr Wahrhaftigkeit“ setze die Bereitschaft voraus, „die ganze Wahrheit“ an sich heranzulassen, wahrzunehmen, sich treffen zu lassen und auszuhalten. Ferner setze diese Haltung voraus, nicht mit Selbstgerechtigkeit auf andere zu schauen, sondern nach den eigenen blinden Flecken der Wahrnehmung und Haltung zu fragen, appellierte Erzbischof Dr. Bentz.

Aschekreuz ist Zeichen

Der Empfang des Aschekreuzes am Aschermittwoch setze nach außen ein Zeichen, das helfe, auf dem inneren Weg der Wahrhaftigkeit voranzukommen, führte der Paderborner Erzbischof in seiner Predigt weiter aus. Dabei sei das Aschekreuz keine beliebige religiöse Geste für die Fastenzeit, vielmehr ein realistischer Startpunkt: „Verlust gehört zu uns, Grenzen gehören zu uns, Schuld gehört zu uns, Umkehr gehört zu uns, Verantwortung gehört zu uns. Versöhnung und Neuanfang aber – sie gehören zu Gott. Und er schenkt sie uns!“

© Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn
Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz stand am Aschermittwoch dem Kapitelsamt im Paderborner Dom vor. Er segnete die Asche, die aus Palmzweigen vom Palmsonntag des Vorjahres gewonnen wurde.

Inszenierung und innere Haltung

„Wir sind sehr gut im Äußeren, im Erklären, im Rechtfertigen, auch im Inszenieren von Betroffenheit“, mahnte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz. Umkehr geschehe jedoch innen, nicht außen auf der Bühne. „Äußere Zeichen sind nichts wert, wenn sie nicht einer inneren Haltung entsprechen oder eine innere Haltung anstoßen“, so der Paderborner Erzbischof. Äußere Zeichen des Fastens wie Almosen, Gebet, Fasten könnten zur Inszenierung, zur Selbstdarstellung und Selbstentlastung werden, wichtig sei hingegen, wahrhaftig zu werden: „Vor dir selbst, vor den anderen, vor Gott!“, erklärte Erzbischof Dr. Bentz. „Egal, welche Fastenvorsätze wir uns nehmen. Egal, welche Zeichen wir in dieser österlichen Bußzeit setzen. Die entscheidende Frage wird sein: Machen wir uns auf einen Weg zu mehr Wahrhaftigkeit?“.

„Bedenke Mensch, dass Du Staub bist …“

Nach der Predigt segnete Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz die Asche, mit der mehrere Priester den Gläubigen im Hohen Dom das Aschekreuz spendeten. Mit den Worten „Bedenke Mensch, dass Du Staub bist und wieder zu Staub zurückkehren wirst“ erhielt jede und jeder Gläubige mit der Asche ein Kreuz auf die Stirn gezeichnet. Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz empfing als Erster das Aschekreuz von Dompropst Monsignore Joachim Göbel, bevor der Paderborner Erzbischof dem Dompropst das Kreuz auf die Stirn zeichnete.

Mitwirkende und Gestaltung

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz stand dem Gottesdienst vor, Weihbischof Matthias König, Weihbischof Josef Holtkotte, Bischof Dr. Franz-Josef Bode sowie Generalvikar Thomas Dornseifer konzelebrierten. Ein Chor aus Mitarbeitenden des Erzbischöflichen Generalvikariats unter der Leitung von Dr. Stefan Klug sowie Domorganist Tobias Aehlig an der Orgel gestalten den Gottesdienst musikalisch.

Aschekreuz

Die für das Aschekreuz verwendete Asche wird im Gottesdienst im Anschluss an die Predigt gesegnet. Sie wird aus den geweihten Palmzweigen des letzten Palmsonntags gewonnen. Die Asche wird mit den Worten „Bedenke Mensch, dass Du Staub bist und wieder zu Staub zurückkehren wirst“ ausgeteilt, indem der Spender dem Empfänger ein Aschekreuz auf die Stirn zeichnet oder den Gläubigen die gesegnete Asche auf den Kopf streut und dabei ein Aschekreuz formt.

Aschermittwoch

Die am Aschermittwoch ausgeteilte Asche gilt als Zeichen für Trauer und Buße. Der Aschermittwoch markiert den Beginn der 40 Tage dauernden Fastenzeit, die auch österliche Bußzeit genannt wird und als Vorbereitung auf die drei heiligen Tage von Karfreitag bis Ostern (Ostertriduum) dient. Deshalb ist diese Zeit der Buße zugleich von der Hoffnung auf Auferstehung erfüllt. Die Dauer der Fastenzeit leitet sich vom biblischen Bericht über eine 40-tägige Gebets- und Fastenzeit ab, die Jesus nach seiner Taufe im Jordan auf sich nahm.

Ein Beitrag von:
Pressereferent Team Presse

Thomas Throenle

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