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© Ann Yuni / Shutterstock.com
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Was bedeutet Ihnen Weihnachten, Frau Mohn?

Brigitte Mohn führt die Bertelsmann Stiftung in Gütersloh und engagiert sich gesellschaftlich stark. Über den Kern von Weihnachten und eine Zeit des Gebens.

Mut zeigt sich oft im Kleinen: bei Menschen, die Verantwortung übernehmen, sich für andere einsetzen oder Chancen schaffen, wo zuvor keine waren. Brigitte Mohn begegnet solchen Menschen fast täglich – durch ihr Engagement privat, in der Bertelsmann Stiftung oder anderen philanthropischen Initiativen ihrer Familie. Dort erlebt sie, was Menschen stärkt und wie sehr Zusammenhalt von Aufmerksamkeit und Wertschätzung lebt.

Aus ihrer Perspektive heraus erzählt Brigitte Mohn im Gespräch mit unserer Redaktion, was Weihnachten für sie bedeutet – und warum diese Zeit für sie eine Einladung ist, einander bewusst wahrzunehmen und Verantwortung füreinander zu übernehmen.

Die Weihnachtsbotschaft: Frieden auf Erden

Was Weihnachten im Kern bedeutet? „Frieden und Versöhnung stehen für mich über allem“, sagt Brigitte Mohn, auch weil die Weihnachtsgeschichte selbst davon erzählt: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens (Lk 2,14).“ Davon ausgehend ist die Advents- und Weihnachtszeit für Brigitte Mohn eine Zeit, in der nochmals deutlicher spürbar wird, wie sehr wir einander brauchen und wie wichtig ein friedvoller Umgang miteinander ist.

Umso dankbarer und demütiger sei sie, „dass man Weihnachten so erleben darf“. „So“ – damit meint Brigitte Mohn: friedlich, mit der Familie, in Gemeinschaft und Sicherheit. Schließlich leben viele Menschen eben nicht in Frieden. Brigitte Mohn, die aus der Gründerfamilie des Medienunternehmens Bertelsmann stammt, hat das auf vielen ihrer Reisen erlebt.

Weihnachten als Zeit des Gebens

Vielleicht passt es zu diesem Bild des Friedens gut, dass Weihnachten für viele Menschen auch eine Zeit des Gebens ist. Schließlich zeigt sich Frieden im Kleinen, im Miteinander – durch Mitgefühl, durch Hilfsbereitschaft, durch Zuwendung. Schon in der Adventszeit wird das überall sichtbar: durch Wunschbäume, Spendenaktionen, Päckchen für Menschen, die es schwerer haben.

Auch für Brigitte Mohn ist dieses Bedürfnis, andere zu unterstützen, ein zentraler Teil der Weihnachtszeit. Geben bedeutet für sie dabei nicht nur das, was man verpacken oder spenden kann. Es meine genauso Ideelles, Zwischenmenschliches: Zeit schenken, aufmerksam sein, echtes Interesse zeigen. „Das ist mindestens genauso wichtig, kommt im Alltag aber oft zu kurz“, sagt sie.

Innere Einkehr

Das hat mit Mut zu tun: dem Mut, im Alltag nicht wegzusehen, auf andere zuzugehen, Zeit zu teilen. Weihnachten beginnt für sie deshalb zunächst mit einem bewussten Blick nach innen: auf den eigenen Glauben, auf das, was trägt, und auf das, was im Laufe des Jahres vielleicht zu kurz kommt. „Es geht darum, zu reflektieren, Prioritäten zu prüfen, achtsam zu sein für das eigene Leben und meine Mitmenschen“, beschreibt Brigitte Mohn. Und sich dabei die Frage zu stellen: „Was kann man geben, ohne dass man etwas zurückerwartet?“

Weihnachtliche Traditionen und Verantwortung

Diese Haltung zeigt sich zum einen in den Traditionen, die für die 61-Jährige seit Jahren fest zu ihrer Weihnachtszeit gehören: die Christmette besuchen, mit der Familie lange frühstücken, anderen eine Freude bereiten.

„Ich packe zum Beispiel jedes Jahr Weihnachtskisten für Kinder in den umliegenden Kinderheimen und verteile diese dann gemeinsam mit meinen Kindern“, erzählt sie. Zum anderen zeigt es sich in dem, wie sich Brigitte Mohn gesellschaftlich engagiert. Sei es durch die Bertelsmann Stiftung, deren Vorstandsvorsitzende sie ist, andere Stiftungen oder andere gemeinnützige Organisationen ihrer Familie wie die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, die Founders Foundation in Bielefeld oder Phineo in Berlin.

„Meine Familie hätte den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens auch einfach nur für sich nutzen können“, erzählt sie „aber das wollten wir nie.“ Die christliche Prägung durch ihre Eltern und Großeltern, der Blick auf das Gemeinwohl, auf die Mitmenschen haben ihr früh bewusst werden lassen, dass Wohlstand immer auch Verantwortung bedeutet.

Licht weitergeben

So versteht sie die Arbeit der Bertelsmann Stiftung als langfristige Form des Gebens. In Projekten rund um Bildung oder Gesundheit geht es darum, Menschen Chancen zu ermöglichen, denen sie sonst fehlen würden. Besonders wichtig sind ihr junge Menschen.

Für sie hängt das direkt mit ihrer persönlichen Botschaft von Weihnachten zusammen: Was kann ich beitragen, damit es anderen Menschen besser geht?

Brigitte Mohn erklärt: „Jede und jeder von uns kann seinen Teil dazu beitragen und sich bewusst werden, dass ich ein Teil des Friedens sein kann, ein Licht, das ich an andere weitergeben kann.“Geben ist christlich und heißt, Verantwortung füreinander zu übernehmen – dafür braucht es Mut, im Kleinen wie im Großen, beschreibt Brigitte Mohn und schließt damit auch an die christliche Tradition ihrer Familie an. Denn Carl Bertelsmann begann 1835 in seinem Verlag mit der Veröffentlichung christlicher Lieder und Texte. Die dort vermittelten Werte des Christentums bilden noch immer das Fundament des Handelns und der Haltung. Brigitte Mohn ist sich sicher: „Mehr denn je brauchen wir den Frieden der Weihnacht für die Gestaltung unserer Gesellschaften und das Licht der Weihnacht als Wegweiser.“

Ein Beitrag von:
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Videoredaktion

Till Kupitz

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