Die Frage nach der Daseinsberechtigung konfessioneller Kliniken ist längst keine rein akademische mehr. Erst kürzlich hatte sich NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann bei einer Grundsatzveranstaltung der CURA gem. Beteiligungsgesellschaft mbH in Herne klar positioniert: In Nordrhein-Westfalen seien fast zwei Drittel der Krankenhäuser in freigemeinnütziger Trägerschaft – ein unverzichtbarer Pfeiler der Versorgung. Doch das bloße Vorhandensein von Betten reicht nicht aus, um die „Katholisch-Christliche Trägerschaft“ zu rechtfertigen.
Auftrag katholischer Krankenhäuser
Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz hatte in Herne den hohen Anspruch formuliert, an dem sich die Einrichtungen messen lassen müssen: „Die katholischen Krankenhäuser haben nicht nur einen medizinischen Auftrag zu erfüllen, sondern sind bis heute wichtige pastorale Orte des Glaubens und der Nächstenliebe.“
Genau hier setzte die Fachtagung an, zu der die CURA gem. Beteiligungsgesellschaft mbH am vergangenen Mittwoch in das Christliche Klinikum Unna (CKU) geladen hatte. War Herne der Ort der politischen und theologischen Selbstvergewisserung, so war Unna jetzt der Ort der konkreten Umsetzung. Im „FamilienForum Katharina“, einem bewusst niedrigschwelligen Begegnungsort mitten im Klinikalltag, tauschten sich rund 50 Führungskräfte und Seelsorger aus, wie der vom Paderborner Erzbischof als bedeutungsvoll benannte „pastorale Ort“ unter den Bedingungen des drastischen Rückgangs beziehungsweise kompletten Wegfalls hauptamtlicher Seelsorgerinnen und Seelsorger in Zukunft realisiert werden kann.
Krankenhäuser als Orte christlichen Glaubens
Marcel Giefers, Geschäftsführer der CURA, eröffnete den Tag mit einer Analyse, die keine Illusionen zuließ. „Seelsorge in den Krankenhäusern verändert sich“, erklärte Giefers. Die Belegschaften werden säkularer, die kirchliche Sozialisation schwindet. „Wie gestaltet man zukünftig Spiritualität in einer säkularen Welt?“, fragte er das Auditorium.
Guido Ponto, Vorsitzender des Verwaltungsrates des Katholischen Hospitalverbundes Hellweg, erinnerte in seiner Begrüßung an die 25-jährige Geschichte des Verbundes. Er mahnte jedoch, dass Kooperation mehr sei als Tinte auf Papier: „Krankenhäuser sind wichtige Orte christlichen Glaubens und gelebten Christseins.“
Die Antworten der Referenten machten deutlich, dass die „Sorge um die Kranken“ zunächst bei den Helfenden beginnen muss. Annette Wagemeyer, Diözesanbeauftragte für die Kur- und Rehaseelsorge im Erzbistum Paderborn, warnte davor, das Personal bei der zukünftige Seelsorge- und Profilentwicklung in den Gesellschaften aus dem Auge zu verlieren. „Das Personal muss mitgenommen werden, da die Menschen sonst das Vertrauen verlieren“, betonte sie.