„Hungertuchwallfahrt“, das klingt eher nach Mittelalter als nach Gegenwart. Ein Wort wie aus einer anderen Zeit – dabei ist die Idee alles andere als von gestern: Sie verbindet spirituelle Impulse mit sozialem Engagement und eröffnet neue Perspektiven auf die Welt. Denn: Die Pilger wandern jedes Jahr zum Ort, wo die Misereor-Fastenaktion eröffnet wird. In diesem Jahr geht es ins Bistum Limburg.
Spannung zwischen Alltag und Aufbruch
Wendelin Heinemann aus Attendorn kennt die Spannung zwischen Alltag und Aufbruch nur zu gut. Seine Heimatstadt ist die Karnevalshochburg in Südwestfalen, der Veilchendienstagszug absoluter Höhepunkt – und genau an diesem Tag startet traditionell die Hungertuchwallfahrt. „Trotzdem entscheide ich mich immer wieder für die Wallfahrt. Die wertvolle Stimmung hat mich einfach gepackt“, sagt Heinemann. Was er damit meint: Das gemeinsame Gehen, die körperliche Anstrengung und die Gespräche entlang des Weges schaffen Raum für persönliche Entwicklung und gemeinsames Wachsen.