Kirche ist sichtbar in den Pfarrgemeinden – doch Kirche ist noch mehr: Das wurde beim Gespräch der Diözesanbeauftragten für die sogenannte Kategorialseelsorge im Erzbistum Paderborn mit der Leitung der Hauptabteilung Pastorale Dienste im Erzbischöflichen Generalvikariat deutlich. Kategoriale Seelsorgeangebote sind an bestimmten Einrichtungen angesiedelt oder wenden sich an Menschen in besonderen Situationen. Ob in Notsituationen, Krankheit, im Gefängnis, bei einem Unfall oder in einer Lebenskrise: Die Kirche möchte in diesen Situationen für die Menschen und ihre Nöte da sein und professionell helfen. Im Rahmen der Konferenz der Diözesanbeauftragten wurde Stephan Lange, langjähriger Leiter der Abteilung Gemeinde- und Erwachsenenpastoral und verantwortlich für den Bereich der Kategorialseelsorge im EGV, aus seinem Amt verabschiedet.
Seelsorge für Menschen in besonderen Lebenssituationen
Beispiele für die Kategorialseelsorge der Kirche sind die Seelsorge in Krankenhäusern und in anderen Gesundheitseinrichtungen wie Kur- und Reha-Kliniken oder Hospizen, die Gefängnisseelsorge, die Telefonseelsorge, die Polizei-, Feuerwehr- und Notfallseelsorge, die Seelsorge für Menschen mit Behinderung, für Geflüchtete, für suchtkranke oder obdachlose Menschen. Aber auch Angebote der Citypastoral sowie Seelsorgeangebote an für Kirche ungewohnten Orten zählen zur Kategorialseelsorge.
Die Diözesanbeauftragten der unterschiedlichen Bereiche der Kategorialseelsorge im Erzbistum Paderborn stellten ihre unterschiedlichen Seelsorgefelder und damit verbundene Herausforderungen vor. Das Treffen wurde auch genutzt, um Stephan Lange zu danken und zu verabschieden: Er hat elf Jahre den Bereich der Kategorialseelsorge in der Hauptabteilung Pastorale Dienste begleitet. Indra Wanke und Andrea Jansen übernehmen von ihm den Aufgabenbereich.
Zukunftsbild für das Erzbistum Paderborn: Kategorialseelsorge
In seinem Zukunftsbild hat das Erzbistum Paderborn festgelegt, mit Angeboten der Kategorialseelsorge verlässlich nah bei den Menschen zu sein, vor allem bei denen, die in Not sind. Mit seinem vielfältigen Angebot in der Kategorialseelsorge folgt das Erzbistum dem christlichen Grundgedanken der Nächstenliebe. Beispielsweise arbeiten in der Erzdiözese allein in der Gefängnisseelsorge eine Seelsorgerin und 15 Seelsorger. Diese personelle Ausstattung ist notwendig, denn im Bereich des Erzbistums befinden sich 17 Justizvollzugsanstalten mit offenem und geschlossenem Vollzug. Prägend für die Kategorialseelsorge im Erzbistum ist die enge Zusammenarbeit mit dem Diözesan-Caritasverband. Auf diese Weise erhalten Menschen in Bedrängnis beides zugleich: seelsorgerischen Beistand und lebenspraktische Unterstützung bei der Bewältigung von Krisen und Notlagen.
Diözesanbeauftrage der Kategorialseelsorge
Am Treffen der Diözesanbeauftragten für die unterschiedlichen Bereiche der Kategorialseelsorge nahmen teil: Pfarrer Thomas Siepe (Hospizseelsorge), Franz-Herbert Hense (Kur- und Klinikseelsorge), Ralf Nolte (Einrichtungen der stationären Hilfe), Polizeidekan Monsignore Wolfgang Bender (Polizei-, Feuerwehr- und Notfallseelsorge), Daniela Bröckl (Seelsorge in Justizvollzugsanstalten), Michael Hillenkamp (Telefonseelsorge), Monsignore Roman Kopetz (Behindertenseelsorge), Thomas Klöter als koordinierender Leiter der Hauptabteilung Pastorale Dienste, Verwaltungsleiter Gregor Segin und die Abteilungsleiter Stephan Lange, Indra Wanke, Andrea Jansen. Pfarrer Frank Wecker (Krankenhausseelsorge) und Prälat Thomas Dornseifer als Leiter der Hauptabteilung Pastorale Dienste konnten an dem Gespräch nicht teilnehmen.