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Erzbistum Paderborn
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Bergpanorama© Bildagentur Zoonar GmbH / Shutterstock.com

Ralf Nolte Über die Berge Gott und den Menschen näherkommen

Seit dem 1. Februar leitet Ralf Nolte gemeinsam mit Esther van Bebber die Caritas im Erzbistum Paderborn. Er erzählt, was ihm das Bergwandern über Gott und den Menschen vermittelt

Gotteserfahrung auf dem Gipfel

„Viele Wege führen zu Gott, einer der Schönsten führt über die Berge.“ Für Ralf Nolte trifft dieses Zitat des ehemaligen Innsbrucker Bischofs Reinhold Stecher auf jeden Fall zu. „Ich bin leidenschaftlicher Bergwanderer. Wenn es irgend geht, fahre ich mehrmals im Jahr in die Berge“, sagt der 51-Jährige. Seine Passion teilt er mit anderen: Seit vielen Jahren bietet er Bergexerzitien für die Mitarbeitenden der verschiedenen Dienste der Caritas im Erzbistum Paderborn an. Bei den Wanderungen hat er etwas beobachtet: „Wenn wir den Gipfel erreichen, den Blick schweifen lassen, dann sind Menschen teils zu Tränen gerührt.“ Und auch von sich selbst sagt er: „Das ist ein intensives Erlebnis, das mich immer wieder aufs Neue überwältigt. Eine Gotteserfahrung.“

Auch in den Evangelien kommen Bergwanderungen vor. Eine der Lieblingsgeschichten von Ralf Nolte erzählt davon, wie Jesus mit Petrus, Jakobus und Johannes auf einen Berg – den die Überlieferung mit dem Berg Tabor in Galiläa in Verbindung bringt – steigt, um mit ihnen zu beten. Dabei verändert sich Jesus, ein Strahlen geht von ihm aus und es erscheinen Mose und Elija. Die Jünger fallen vor Schreck auf den Boden, bis die Verklärung endet und wieder nur Jesus bei ihnen ist. Die Erfahrung der Jünger könne er zumindest ein kleines bisschen nachempfinden, sagt Nolte: „Wenn ich den Gipfel erreiche, komme ich Gott ganz nah.“

Die Caritas im Erzbistum Paderborn

Der Caritasverband für das Erzbistum Paderborn ist der Zusammenschluss von mehr als 200 katholischen Trägern der Alten- und Gesundheitshilfe, der Kinder-, Jugend- und Behindertenhilfe sowie weiterer Dienste mit insgesamt fast 70.000 Beschäftigten. Der Verband unterstützt die caritative Arbeit der angeschlossenen Einrichtungen, regt soziale Innovationen an, leistet politische Interessenvertretung und fördert das besondere Caritas-Profil. Gegründet wurde der Verband 1915, die Rechtsform eines eingetragenen Vereins hat er seit 1973. In der Paderborner Geschäftsstelle sind rund 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. Mit Esther van Bebber und Ralf Nolte leitet seit dem 1. Februar 2023 erstmals eine Doppelspitze den Verband.

Vom Gipfel in den Alltag

Die Geschichte von der Verklärung Jesu vermittelt ihm aber noch etwas: So überwältigend und schön die Erfahrung auf dem Gipfel auch ist, „den Moment kann man nicht festhalten.“ Das muss auch Petrus in der Bibel lernen, der auf dem Gipfel drei Hütten bauen will – sein Versuch, diese besondere Erfahrung einzufrieren. „Doch nach dem Aufstieg geht es auch wieder hinunter. Es geht zurück in den Alltag.“ Es heiße also, aus dem Gipfelerlebnis Kraft zu schöpfen für den Arbeitsalltag.

Gott ist für jeden Menschen da, wie klein dieser sich auch fühlen mag

Beim Wandern frage er sich außerdem: „Schau dir diese gewaltigen Berge an – was bin da ich mit meinen 1,85 Metern? Von hier oben sehe ich auf die Schöpfung Gottes – und bin selbst nur ein kleiner Teil davon.“ In dem Zusammenhang zitiert Nolte einen Psalmvers: „Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?“ (Psalm 8,5) Gottes Schöpfung ist unermesslich groß und der Mensch nur ein kleiner Teil in dieser großartigen Welt. Und dennoch denkt Gott ohne Pause an jede und jeden von uns. Darin steckt für Ralf Nolte auch ein Auftrag: Wie Gott es tut, soll sich der Mensch selbst nicht so wichtig nehmen und auf den anderen schauen. Und mit diesem Gedanken geht es von den Bergen nach Ostwestfalen.

Denn in seiner Deutung des Psalmverses sieht Nolte den Bezug zur Caritas im Erzbistum Paderborn. Der Gott des Alten Testamentes und Jesus im Neuen Testament haben „den Menschen in den Mittelpunkt gestellt“, sagt Nolte. Für den Menschen da sein, das ist in Noltes Augen Nachfolge Christi und „der ureigenste Auftrag der Caritas“. Denn „durch die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die fortschreitende Professionalisierung ihrer Dienste ist die Caritas natürlich eine Nonprofit-Organisation, die selbstverständlich wirtschaftlich handeln muss. Aber eben nicht nur. Sie ist explizit christlich.“ Im Dienst am Nächsten und in den Einrichtungen werde das erkennbar.

Gut mit Herausforderungen umgehen, wie in den Bergen

Für den Religionspädagogen Nolte ist die Stärkung der Caritas als dezidiert christlicher Wohlfahrtsverband ein wichtiges Thema, aber auch nur eine Aufgabe unter vielen. Er listet eine ganze Reihe auf: „Die wirtschaftliche Sicherstellung der Dienste und Einrichtungen. Wir haben viel Verantwortung für Mitarbeitende, die für ihre professionelle Arbeit fair bezahlt werden wollen. Dann der Themenkomplex Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Klimagerechtigkeit – da müssen wir ganz dringend dran. Im Kontext des Krieges in der Ukraine die Flüchtlingskrise und die in den letzten Jahren immer deutlicher gewordene Herausforderung der Armut.“

Das sind große Aufgaben. Und auch hier haben ihn die Berge etwas gelehrt: „Bergwandern ist anstrengend, herausfordernd und manchmal sogar gefährlich. Vorletztes Jahr stand ich kurz unter einem Gipfel. Und musste erkennen, dass ich nicht mehr die Kraft für den restlichen Anstieg hatte. Dann zu sagen, „Gut, ich breche hier ab.“, war für mich eine Grenzerfahrung.“ Für Nolte steht das für das ganze Leben. Manchmal sei es eben so, dass man seine Ziele nicht direkt erreiche. Dann müsse man das erkennen und umkehren. Vielleicht gehe es an einem anderen Tag.

„Damit ihr für die Menschen da sein könnt!“

Genügend Motivation für mehrere Anläufe bringt Ralf Nolte jedenfalls mit: „Nach wie vor fasziniert mich, wie viele Menschen sich haupt- und ehrenamtlich in der Caritas engagieren. Und das motiviert mich, mich für sie stark zu machen. Ich will mich dafür einsetzen, dass unsere Mitarbeitenden einen guten Job machen können. Dass sie für die Menschen da sein können.“

1000 gute Gründe

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Für unseren Glauben, unsere Kirche und für unser Engagement sprechen 1000 gute Gründe. Und noch viele mehr. Es ist Zeit, von ihnen zu erzählen! Ohne etwas zu verschweigen oder schön zu reden. Sondern, indem wir auch das Gute wieder zur Sprache bringen und sichtbar machen, wie lebenswert und vielfältig unser katholisches Glaubensleben ist. In einer einladenden, konstruktiven Haltung möchten wir mit Menschen ins Gespräch kommen.

Wir möchten hören, was Sie im Leben und Glauben trägt – egal, ob Sie in der Kirche arbeiten, ob Sie engagiert sind oder ob Sie einfach neugierig auf unsere Themen und Angebote sind. Alle sind herzlich eingeladen, bei der Initiative „1000 gute Gründe“ mitzumachen. Denn je mehr wir sind, desto stärker ist unsere Stimme. Und umso stärker wird unsere Initiative, die in den kommenden Jahren und Monaten immer weiter wachsen wird.

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Cornelius Stiegemann

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