Neun Pastorale Räume haben bereits einen durchlaufenen Immobilienstrategieprozess abgeschlossen (Pastoralverbund Rheda-Herzebrock-Clarholz, Pfarrei St. Christophorus Wanne-Eickel, Pfarrei St. Dionysius Herne und Pfarrei St. Petri Hüsten, Pastoralverbund Reckenberg, Pastoralverbund Wittekindsland, Pfarrei St. Marien Schwerte, Pastoralverbund Hamm-Mitte-Westen, Pastoralverbund Hamm-Mitte-Osten). Acht Pastorale Räume stehen kurz vor dem Abschluss eines Immobilienstrategieprozesses (Pastoralverbund WerreWeser, Pastoralverbund Lippe-Detmold, Pastoralverbund Südlippe-Pyrmont, Pfarrei Hl. Dreikönige Dortmund, Pfarrei St. Johannes Baptist Neheim und Voßwinkel, Pastoralverbund Dortmund-Mitte, Pastoralverbund Dortmund-Ost, Pastoralverbund Am Revierpark).
15 Pastorale Räume befinden sich derzeit im Beratungsprozess (Pastoralverbund Im Dortmunder Westen, Pfarrei St. Clara Hörde, Pastoralverbund Dortmund-Nordost, Pastoralverbund Dortmunder Nord-Westen, Pastoralverbund Im Dortmunder Süden, Pastoralverbund Warstein, Pfarrei St. Laurentius Arnsberg, Pastoralverbund Lippstadt, Pfarrei St. Johannes Baptist Bad Arolsen, Pastoralverbund Bad Wildungen-Waldeck, Pastoralverbund Korbach, Pastoralverbund Gütersloh, Pfarrei Corpus Christi Castrop-Rauxel, Pastoralverbund Wendener Land, Pastoralverbund Wittgenstein).
Weitere 5 angemeldete Pastorale Räume stehen in den Startlöchern für die Personalplanung/ Kapazitätsplanung für einen begleiteten Immobilienstrategieprozess. Geplant sind weitere 17 angemeldete Pastorale Räume im Laufe des Jahres 2026, ebenso 10 angemeldete Pastorale Räume im Laufe des Jahres 2027. Die übrigen Pastoralen Räume sind in der Folgezeit für einen möglichen Immobilienstrategieprozess mit Begleitung durch die Fach- und Prozessberatung des Erzbischöflichen Generalvikariates eingeplant, davon zwölf im Jahr 2028 und elf im Jahr 2029.
Bedarfsgerechte Anpassung des Immobilienbestandes
Ziel der Immobilienstrategie im Erzbistum Paderborn ist die Suche nach Lösungen, wie unter veränderten Bedingungen die kirchlichen Immobilien vor Ort sinnvoll und effizient genutzt werden können. Über die künftige Nutzung der kirchlichen Immobilien in den Pastoralen Räumen entscheiden die verantwortlichen Kirchengemeinden. Bei der Entwicklung individueller und zukunftsfähiger Konzepte erhalten sie Unterstützung durch die Fach- und Prozessberatung des Erzbischöflichen Generalvikariates.
Für den Gebäudebetrieb und -unterhalt sollen die Kirchengemeinden als Eigentümer zwar weiterhin vom Erzbistum Paderborn finanzielle Zuschüsse erhalten. Allerdings sind höhere Zuschüsse an die bedarfsgerechte Anpassung des Immobilienbestandes gebunden. So sollen Anreize für eine Reduzierung der Immobilienflächen von Kirchen und Pfarrheimen um mindestens 20 bis 30 Prozent sorgen. Der Substanzerhalt bleibt aber unabhängig von einem umfassenden und ergebnisoffenen Immobilienstrategieprozess grundsätzlich gewährleistet. Die Pfarreien entscheiden selbst über ihren Immobilienbestand und damit möglicherweise auch über die Aufgabe von kirchlichen Gebäuden.
Innovation und Vernetzung
Neben Rückbau und Reduzierung geht es in der Immobilienstrategie auch um neue Perspektiven. So werden derzeit Modelle für hybride Nutzungen von Kirchenräumen entwickelt: etwa durch mobile, reversible Einbauten. Damit entstehen flexible Gestaltungsmöglichkeiten, die kirchliche Gebäude für zusätzliche Nutzungen öffnen, ohne ihren Charakter dauerhaft zu verändern. Die Immobilienstrategie versteht sich damit als Gestaltungsraum für Neues und nicht nur als Abschied von Bestehendem.
Darüber hinaus bringen sich die Fachbereiche des Erzbischöflichen Generalvikariates aktiv in den öffentlichen Austausch ein. Vertreterinnen und Vertreter waren bereits oder sind noch in diesem Jahr bei mehreren bundesweiten Foren vertreten: beim Zentren-Spotlight des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (Juni, online), beim 31. Evangelischen Kirchbautag in Berlin (September), sowie beim Fachforum der Arbeitsgemeinschaft Historische Stadt- und Ortskerne NRW in Lippstadt (November). Damit zeigt sich: Die Fragen rund um kirchliche Immobilien sind nicht nur innerkirchliche Themen, sondern Teil eines breiten gesellschaftlichen Diskurses.