Zu einem Gespräch mit dem Bischof von Chartres, Philippe Christory, traf sich jetzt eine Gruppe von Pax Christi Paderborn, die auf den Spuren von Franz Stock in Frankreich unterwegs war.
Christory ist seit sieben Jahren Bischof in Chartres, davor war er Pfarrer in Paris. Für die Zukunft der Kirche sei die Rolle der Laien sehr wichtig, sagte der Geistliche. Anders als in Deutschland gibt es in Frankreich keine Kirchensteuer und die Kirchengebäude gehören dem Staat. Dennoch betonte er: „Es ist eine Herausforderung, arm zu sein.“ Vor drei Jahren begleitete er den damaligen Bischof von Le Mans, Yves Le Saux, zum Liborifest nach Paderborn. Damals hieß der Paderborner Erzbischof noch Hans-Josef Becker. Dessen Nachfolger, Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, hat Christory noch nicht kennengelernt, aber er gab der Pax-Christi-Gruppe mit auf den Weg: „Grüßen Sie Ihren Bischof von mir!“.
In Chartres war die Gruppe, weil Franz Stock dort in einer Pfarrkirche beigesetzt ist. Stock war Priester des Erzbistums Paderborn und ab 1934 mit einer kurzen Unterbrechung Pfarrer der deutschen Gemeinde in Paris. Während des Zweiten Weltkriegs betreute er als nebenamtlicher Gefängnisseelsorger dort zahlreiche inhaftierte Widerstandskämpfer. Hunderte von ihnen begleitete er auch auf dem Weg zu deren Hinrichtung. Zudem gab er heimlich Informationen an Familien von Inhaftierten weiter und warnte bedrohte Kommunisten und Mitglieder der Resistance. Von 1945 bis 1947 leitete er ein Priesterseminar in einem Kriegsgefangenenlager in Chartres. Dieses hatten die Franzosen eingerichtet, um den moralischen Wiederaufbau der Deutschen zu unterstützen. Stock starb 1948 im Alter von 44 Jahren. Er wurde zunächst in Paris beigesetzt und 1963 unter großer Anteilnahme der Bevölkerung nach Chartres überführt. In Frankreich war er lange Zeit sehr verehrt und bekannter als in seiner westfälischen Heimat. Vor allem in Chartres wird die Erinnerung an ihn nach wie vor hochgehalten.