Der traditionelle Libori-Gottesdienst mit den Marktbeschickerinnen und Marktbeschickern ist jedes Jahr von einer vertrauten Atmosphäre geprägt. So auch an diesem Dienstagmorgen, als Dompropst Joachim Göbel sich über ein gut gefüllte Alexiuskapelle freuen konnte.
Gleich zu Beginn schlug Dompropst Göbel einen herzlichen Ton an: In seiner Einleitung sprach er von einer „Patchwork-Familie auf Zeit“, zu der Kirche und die Marktbeschickerinnen und -beschicker während der Libori-Tage zusammenwachsen. Diese besondere Gemeinschaft sei, „ein großes Geschenk“.
Im Zentrum seiner Predigt stand das Thema Vertrauen – passend zum Libori-Motto 2025: „Vertrauen ins Morgen“. Dabei betonte Dompropst Göbel, wie zentral Vertrauen auch im Alltag der Schaustellerinnen und Schausteller ist: „Auch für Sie ist Vertrauen ein wichtiges Gut, stehen Sie doch oft viele, viele Jahre an demselben Ort, auf den gleichen Festen. Ihre Kunden würden nicht wieder kommen, würden sie Ihnen nicht auch noch nach Jahren vertrauen.“
Gleichzeitig sei Vertrauen nicht nur etwas, das aus Erfahrung wächst, sondern manchmal auch eine mutige Vorleistung braucht: „Ich vertraue vor allem dort, wo ich gute Erfahrungen gemacht habe. Gleichzeitig müssen wir manchmal auch einen Vertrauensvorschuss geben.“ Als historisches Beispiel verwies Göbel auf die Übertragung der Reliquien des heiligen Liborius im Jahr 836: „So wie 836 die Menschen in Le Mans, als sie den Hl. Liborius auf die Reise nach Paderborn schickten, in dem Vertrauen, dass die Menschen dort ihn gut behandeln würden.“
Diese Glaubenshaltung gelte auch heute noch: „Und auch wir können Hoffnung haben, weil Gott sich uns anvertraut hat. Darum vertrauen wir ins Gestern, Heute und natürlich auch ins Morgen.“