Paderborn feiert seine fünfte Jahreszeit. Es ist nicht Karneval, es ist das Fest des Stadt- und Bistumspatrons, des heiligen Bischofs Liborius. Acht Tage lang ist unsere Stadt wie verwandelt. Eine große Kirmes, ein ausgedehnter Markt und viele Gottesdienste ziehen bis zu 1,2 Millionen Menschen hier nach Paderborn.
Und das bewirkt seit vielen Jahrhunderten ein Heiliger aus der Antike, der wahrscheinlich außerhalb unseres Erzbistums kaum bekannt ist: Es ist der heilige Liborius. Der war im 4. Jahrhundert, zur Römerzeit, Bischof der gallischen Stadt Cenomanum, die heute Le Mans heißt. Sie ist den meisten eher bekannt durch das große Autorennen der „24 Stunden von Le Mans“. Wie kam Liborius nach Paderborn?
Ein Treffen von König und Papst – mit weitreichenden Folgen
Karl der Große hatte im 8. Jahrhundert die Germanenstämme im Bereich des heutigen Ostwestfalen zum Christentum geführt – nicht immer mit Methoden, die wir heute gutheißen. 799 traf der König der Franken an den Quellen der Pader den Papst, der aus Rom fliehen musste, um sein Leben zu retten: Es war Papst Leo III. Beide vereinbarten an den Quellen der Pader weitreichende Dinge für die Geschichte der Stadt und Europas: Paderborn sollte ein neues Bistum werden. Der König würde dem Papst wieder in seine Ämter helfen. Dafür würde dieser Karl dann zum Kaiser eines neu entstehenden Römischen Reiches krönen. Das geschah im Jahre 800 im Anschluss an die Weihnachtsmesse in der alten St. Peterskirche. Daraus ging das Heilige Römische Reich Deutscher Nation hervor. Bis 1806 hatte es Bestand.