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© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

Paderborns fünfte Jahreszeit

Als Karl der Große und Papst Leo III. sich 799 in Paderborn begegneten, begann eine besondere Geschichte: Leo blieb Papst, Karl wurde Kaiser - und Paderborn? Weihbischof König über die Ursprünge des Liborifestes und seine Bedeutung für Glauben und Verbundenheit

Paderborn feiert seine fünfte Jahreszeit. Es ist nicht Karneval, es ist das Fest des Stadt- und Bistumspatrons, des heiligen Bischofs Liborius. Acht Tage lang ist unsere Stadt wie verwandelt. Eine große Kirmes, ein ausgedehnter Markt und viele Gottesdienste ziehen bis zu 1,2 Millionen Menschen hier nach Paderborn.

Und das bewirkt seit vielen Jahrhunderten ein Heiliger aus der Antike, der wahrscheinlich außerhalb unseres Erzbistums kaum bekannt ist: Es ist der heilige Liborius. Der war im 4. Jahrhundert, zur Römerzeit, Bischof der gallischen Stadt Cenomanum, die heute Le Mans heißt. Sie ist den meisten eher bekannt durch das große Autorennen der „24 Stunden von Le Mans“. Wie kam Liborius nach Paderborn?

Ein Treffen von König und Papst – mit weitreichenden Folgen

Karl der Große hatte im 8. Jahrhundert die Germanenstämme im Bereich des heutigen Ostwestfalen zum Christentum geführt – nicht immer mit Methoden, die wir heute gutheißen. 799 traf der König der Franken an den Quellen der Pader den Papst, der aus Rom fliehen musste, um sein Leben zu retten: Es war Papst Leo III. Beide vereinbarten an den Quellen der Pader weitreichende Dinge für die Geschichte der Stadt und Europas: Paderborn sollte ein neues Bistum werden. Der König würde dem Papst wieder in seine Ämter helfen. Dafür würde dieser Karl dann zum Kaiser eines neu entstehenden Römischen Reiches krönen. Das geschah im Jahre 800 im Anschluss an die Weihnachtsmesse in der alten St. Peterskirche. Daraus ging das Heilige Römische Reich Deutscher Nation hervor. Bis 1806 hatte es Bestand.

Paderborn: Brückenkopf der europäischen Idee

Der zweite Bischof dieser neuen Missionsdiözese, Badurad, und die Gläubigen stellten 30 Jahre später fest, dass ihnen bei aller Struktur des neuen Bistums ein Heiliger fehlte. Die Menschen wollten den ganzen Körper eines Heiligen in ihrer Mitte haben. Sie wollten dessen Fürsprache auch körperlich zu erfahren. 836 gestattete der damalige Bischof von Le Mans dem Paderborner Bischof, die Gebeine des dritten oder vierten Bischofs von Le Mans, des hl. Liborius, in Empfang zu nehmen und sie nach Paderborn in die neue Kathedrale zu überführen. Seitdem verbindet die beiden Bistümer ein „Liebesbund ewiger Bruderschaft“. Durch alle Jahrhunderte hatte dieser Bestand. Oft waren sie es, die nach Kriegen und Konflikten aufeinander zugegangen sind. Nach den beiden Weltkriegen waren es Vertreter der Ortskirchen, die die Hände ausstreckten, um Versöhnung möglich zu machen.

Der heilige Liborius wird deshalb auch als Brückenbauer für Europa verehrt, Paderborn ist gewissermaßen ein Brückenkopf der europäischen Idee.

Und wenn Sie Paderborn einmal „in seinem Element“ erfahren wollen: Besuchen Sie das Libori-Fest. Hören Sie den mächtigen Liboritusch bei der Erhebung der Gebeine des Heiligen und feiern Sie mit. Sie werden sich wundern, wie viele junge und erwachsene Menschen diese Feier in den hohen Dom zieht.

Liborius führt auch heute Menschen zum Glauben und zu Christus. Das haben wir nötiger denn je. Und darum ist es gut, diese „Fünfte Jahreszeit“ gebührend zu begehen.

Ein Beitrag von:
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Weihbischof

Matthias König

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