In Unna bereitet sich aktuell eine NesT-Gruppe mit 19 Ehrenamtlichen auf die Ankunft einer sechsköpfigen Flüchtlingsfamilie vor. Der Flüchtlingsbeauftragte des Erzbistums Paderborn, Josef Lüttig, erklärt zu dem Programm: „Die Kirchen und Wohlfahrtsverbände haben schon immer ein stärkeres Engagement des Bundes für besonders verletzliche Gruppen gefordert und auch die eigene Beteiligung in Aussicht gestellt.“ Er sei daher froh, dass das Erzbistum Paderborn den Flüchtlingsfonds für das NesT-Programm geöffnet habe. Die geplante Aufnahme der Familie in Unna wird unter anderem aus diesen Mitteln mit 5.000 Euro gefördert. Eine Unterstützung gibt es darüber hinaus auch von der evangelischen Kirche.
Vor allem aber ermöglichen die ehrenamtlichen NesT-Gruppen die Aufnahme von Flüchtlingen über dieses Programm, indem sie sich unter anderem verpflichten, eine Wohnung zu finden und die Kaltmiete für zwei Jahre zu finanzieren. Außerdem unterstützen sie die Flüchtlinge im ersten Jahr nach der Einreise, beispielsweise bei Behördengängen oder beim Kennenlernen ihrer neuen Umgebung, was eine wichtige Voraussetzung für die Integration ist.
Ankunft steht kurz bevor
„Jetzt wird es konkret“, sagt Volker Schreiber. Der 57-Jährige ist neben Mechthild Terhorst einer der beiden Hauptmentoren der Gruppe in Unna. Mit „konkret“ meint er, dass die Ankunft der sechsköpfigen Familie, für die sich die Gruppe gemeldet hat, nun nicht mehr lange auf sich warten lässt. „Wir wissen, dass es eine Familie aus einem Flüchtlingslager in Kenia sein wird, mehr aber noch nicht“, erklärt seine Frau Stefanie Schreiber, die sich ebenfalls in der Gruppe engagiert. In zwei großen vom UNHCR betreuten Lagern in Kenia leben Geflüchtete aus Somalia, dem Südsudan, dem Kongo und Äthiopien. Sie sind vor den Bürgerkriegen oder Hungerkatastrophen in ihren Heimatländern geflohen.
Der Schutzbedarf der für das Programm vorgesehenen Menschen wurde vom UNHCR unter anderem auf der Grundlage der Genfer Flüchtlingskonvention festgestellt und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat sie für die Aufnahme in Deutschland ausgewählt. Es handelt sich um besonders schutzbedürftige Menschen, wie allein reisende Frauen mit Kindern oder Menschen, die an einer Krankheit oder Traumatisierung leiden, die in dem betreffenden Land nicht behandelt werden kann. „Eine Familie muss man sich auch nicht nach unseren Maßstäben vorstellen, es können auch Großeltern mit Enkeln sein oder eine Gruppe von Geschwistern“, erläutert Stefanie Schreiber.