In der Elektrowerkstatt eines Visionärs in Douala könnte so der erste KI-Roboter Kameruns entstehen, weil der Idee des jungen Mannes Gehör und Unterstützung fand.
Es blinkt, qualmt, surrt. Azubi Silas Teyim schraubt an einer Platine herum. Neben ihm steht ein uraltes Radiogerät, Marke Philips aus den 1950er-Jahren. Ein eleganter brauner Kasten aus lackiertem Holz mit großen Metalldrehknöpfen und weißen Tasten. Würde es funktionieren, dann könnte man seinem kratzigen Sound lauschen, vielleicht gedämpften Trompeten und Klarinetten, in diesem einzigartigen vollen Klang, wie nur alte Radios und Plattenspieler ihn zustande bringen. Doch dafür muss das Teil erst repariert werden. Stattdessen übertönen die wummernden Bässe des Reggaeton aus dem Friseursalon nebenan den Straßenlärm.
Priorität hat ohnehin eine andere Reparatur: Azubi Ulrich Gansop, der große Bruder von Silas, nimmt einen Ventilator entgegen, den ein Nachbar vorbeibringt. Es ist heiß und die Angelegenheit daher dringend. Ulrich untersucht ihn vorsichtig, als handele es sich um ein lebendiges Wesen. Dann schraubt er das Gerät auseinander, um dem Defekt im Inneren nachzugehen. Elektrotechnik hat ihn schon als kleines Kind begeistert. „Ich wollte jedes technische Gerät öffnen und hineinschauen“, sagt der 21-Jährige.