Steht morgens nach dem Aufstehen der sorgsam dekorierte Lieblingskuchen auf dem Tisch, färbt sich der Tag gleich festlich ein: eine Umarmung und ein „Herzlichen Glückwunsch“, das aus dem Mund der Eltern über den Frühstückstisch klingt. Da macht sich schon bei den Kleinsten feierliche Vorfreude und so etwas wie Geburtstagsstimmung breit. Dabei steht heute gar kein Geburtstag im Kalender – sondern der Namenstag.
Für viele ist es ein vergessener Feiertag, für andere eine kleine, stille Tradition – und für Kinder oft eine spannende Entdeckung: Ich habe noch einen Ehrentag im Jahr? Zeit, diesen ganz besonderen Tag mal genauer unter die Lupe zu nehmen: Was steckt dahinter? Warum feiern wir ihn? Und wie kann man ihn als Familie mit Leben füllen?
Warum feiern wir Namenstag?
Schon früh in der Geschichte haben Christinnen und Christen ihre Kinder nach biblischen Figuren oder Heiligen benannt, die als Vorbild und Schutz der Kinder dienen sollten. Bis heute werden viele Menschen auf eine Heilige oder einen Seligen getauft. Sie erhalten ihre Vornamen also nicht nur, weil sie in den Ohren der Eltern schön klingen, sondern weil mit ihnen eine Geschichte, ein Charakter, der Glaube verbunden ist.
Wo katholische Traditionen gepflegt wurden, spielte der Namenstag einst sogar eine größere Rolle als der Geburtstag. So erinnern sich ältere Menschen vielleicht noch heute an den Spruch: „Geburtstag hat jedes Tier, Namenstag nur der Mensch.“ Man feierte den Gedenktag der Namenspatronin oder des Namenspatrons – oft aber nicht immer deren oder dessen Todestag – und damit seine Verdienste im Glauben. Heute dagegen wissen viele gar nicht genau, ob und welchen himmlischen Fürsprecher sie haben. Dabei ist der nächste Namenstag eine gute Gelegenheit, der Geschichte des eigenen Patrons auf die Spur zu gehen, der vor den aktuellen Herausforderungen und persönlichen Themen im Leben manchmal erstaunlich lebendig wird.