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© j.chizhe / Shutterstock.com
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Mut für eine weihnachtliche Welt

Mut – davon braucht unsere Welt heute viel. Mut, Neues zu wagen. Mut, Vertrauen zu schenken. Mut, Hoffnung zu haben, wenn Angst lauter scheint.

Auch an Weihnachten geht es um diesen Mut. Die biblischen Weihnachtsgeschichten im Matthäus- und Lukasevangelium erzählen nicht nur von der Geburt Jesu. Sie berichten auch von Menschen, die mutige Entscheidungen treffen. Es sind Menschen, die nicht bloß zuschauen, sondern mitgehen, mitglauben, mitgestalten. Es sind Menschen, die sich von Gott bewegen lassen – und damit die Welt verändern.

Maria Mut zum eigentlich Unmöglichen

Maria, die Mutter Jesu, erlebt alles am eigenen Leib. Der Engel Gabriel verkündet ihr, dass sie ein Kind gebären werde, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht mit einem Mann zusammen ist. Nach menschlichem Ermessen unmöglich, aber Maria lässt sich darauf ein, dass Gott mit ihr und diesem Kind etwas ganz Neues beginnen will (Lk 1,26 ff.).

In ihrem „Magnifikat“ genannten Lobgesang findet sie eindrucksvolle Worte dafür (Lk 1,46 ff.): „Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen.“ Das alles zu tun und zu sagen, erfordert Mut. Noch wird es 30 Jahre dauern, bis ihr Sohn Jesus das Reich Gottes verkündet, doch Maria macht trotzdem schon erste Schritte auf dieses Reich zu.

Josef Mut zum Vertrauen

Eine andere Form von Mut bringt Josef, der Verlobte Marias, auf. Das Matthäusevangelium erzählt, dass er sich eigentlich von Maria trennen will, als er von ihrer Schwangerschaft erfährt. Daraufhin erscheint ihm im Traum ein Engel, der ihm verkündet, dass das Kind vom Heiligen Geist ist.

Josef glaubt den Worten des Engels und nimmt Maria trotz ihrer Schwangerschaft zu sich (Mt 1,18 ff.). Sein Vertrauen auf Gott und seine Verlobte ist stärker als die damals herrschenden Konventionen. Sich über diese hinweg zu setzen, hat mit Sicherheit Mut gefordert.

Josef zeigt auch später Mut, als Herodes den neu geborenen Jesus mit dem Tod bedroht: Als ein Engel im Traum ihn vor Herodes warnt, bricht er mit seiner Familie nach Ägypten auf und rettet so ihrer aller Leben.

Die Hirten Mut im Angesicht Gottes

Hirten waren zur Zeit Jesu einfache Menschen, die kaum die Muße hatten, sich um die großen Fragen der Welt zu kümmern.

Ausgerechnet ihnen wird laut Lukasevangelium als erstes die Geburt des Messias verkündet (Lk 2,8 ff.). Und das nicht heimlich, still und leise, ganz im Gegenteil: Die Hirten sehen sich mitten in der Nacht einem Engel und einem himmlischen Heer gegenüber. Natürlich fürchten sie sich angesichts einer solchen Begegnung mit dem Göttlichen.

Aber sie laufen nicht davon. Sie glauben der Verkündigung, fassen sich ein Herz und machen sich auf die Suche nach dem neugeborenen Messias. Und sehen, dass dieser nicht furchterregend ist, sondern ein kleines Kind in der Krippe, das trotzdem die Welt verändern wird.

Die Sterndeuter aus dem Osten Mut zum Abenteuer

Die „Sterndeuter aus dem Osten“ gehören als „Heilige Drei Könige“ fest zum Weihnachtsbrauchtum.

Im Matthäusevangelium erfährt man nicht viel über diese Männer, nur, dass sie sich auf eine lange, sicher gefahrvolle Reise begeben haben, um „den neugeborenen König der Juden“ zu finden: „Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen“ (Mt 2,2).

Dass allein der Anblick eines Sterns die Überzeugung in ihnen geweckt hat, dass im fernen Judäa etwas Außerordentliches geschehen sein muss, ist schon erstaunlich genug. Aber dass sie dafür alles stehen und liegen ließen, ist noch viel erstaunlicher.

Es reichte ihnen nicht, zu wissen, dass weit entfernt ein bedeutender König geboren worden war. Sie wollten dabei sein, weil sie nur so das Geschehen wirklich begreifen konnten. Und das war jede Anstrengung wert.

Und heute?

Einen ähnlichen Mut braucht die Weihnachtsbotschaft zu allen Zeiten. Weihnachten ist keine Erinnerung an ein Ereignis von gestern. Es ist eine Einladung zum Heute. Die Menschwerdung Gottes will auch in unserer Welt, in unserem Leben, Gestalt annehmen.
Der Dichter Angelus Silesius (1624–1677) hat dies so formuliert: „Und wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren, doch nicht in dir, du gingest ewiglich verloren!“

Wenn Jesus also nicht in uns selbst, im Herzen jedes Menschen geboren wird, bleibt diese Geburt folgenlos. Für eine weihnachtliche Welt, in die Gott Einzug hält, braucht es deshalb auch heute diejenigen, die wie Maria „Ja“ zu etwas Neuem sagen, auch wenn es unmöglich erscheint; die wie Josef Vertrauen haben, auch wenn es schwerfällt; die wie die Hirten offen sind für die Erfahrung Gottes und sich davon leiten lassen; die sich wie die Sterndeuter auf ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang einlassen.

Wenn wir heute mit Mut, Vertrauen und der Sehnsucht nach Mehr leben, dann wird Weihnachten nicht nur erzählt – sondern Wirklichkeit.

Ein Beitrag von:
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Redakteurin

Dr. Claudia Nieser

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