In der St. Agnes Kirche als zentrales Gotteshaus des katholischen Pastoralverbundes Hamm-Mitte-Osten wurde die Vielfalt des musikalischen Schaffens über acht Jahrthunderte parallel zur Hammer Stadtentwicklung aufgezeigt. Neben dem italienischen Tenor wirkten die japanische Sopranistin Makiko Tanaka-Lo Medico und ihre Landsmännin Pianistin Tomoka Ohki mit. Das festliche Konzert bildete am Samstag, 21. Februar 2026, den Auftakt zu einer größeren Zahl von Jubiläumsveranstaltungen, die im Laufe des Jahres unterschiedliche Aspekte des gesellschaftlichen Lebens der Stadt Hamm in den Fokus stellen. Die St. Agnes Kirche als einstige Klosterkirche des in Hamm einst ansässigen Ordens der Franziskus-Observanten wurde von 1947 bis 1953 errichtet. Der Vorgängerbau aus dem 16. Jahrhundert fiel einem Bombenhagel im Dezember 1944, wenige Monate vor Ende des Zweiten Weltkriegs, zum Opfer. Die erste Kirche an dieser Stelle stammte aus dem Jahr 1328. So fand das Auftakt-Konzert an einem für die Hammer Stadtgeschichte bedeutsamen historischen Ort statt. Die Agnes-Kirche weist heute zwei Besonderheiten auf. Seit 2017 befindet sich im Chorraum ein begehbares Taufbecken, das eine Ganzkörpertaufe ermöglicht. Bereits fünf Jahre zuvor waren die festen Bänke aus der Kirche entfernt worden. Die Gemeinde sitzt seitdem in einer Ellipse um Altar und Ambo herum. Beim Jubiläumskonzert war diese Anordnung für die 200 Zuschauerinnen und Zuschauer beibehalten worden. Unter den neun vorgetragenen Werken – eine die Jahrhunderte umfassende Bandbreite von Johann Sebastian Bach über Giacomo Puccini und Frédéric Chopin bis Giuseooe Verdi – fand „Jerusalem“ von Stephen Adams besondere Beachtung. Moderator Dr. Detlef Berntzen wies auf die verbindende Bedeutung der Stadt Jerusalem für die drei großen monotheistischen Weltreligionen Islam, Judentum und Christentum hin. „Es wäre so dringend nötig, Grenzen zu überwinden“, sagte er. „Diese Hoffnung gipfelt in der Stadt Jerusalem.“ Das vorgetragene Werk von Stephen Adams, eine viktorianische Ballade aus dem Jahr 1892, erhielt lang anhaltenden Beifall. Der steigerte sich noch einmal zum Ende des Konzertes, als die Zuhörerinnen und Zuhörer sich von den Stühlen erhoben und die drei Künstler feierten.