Unter dem Motto „Menschen, Wertvoll, Verbinden“ hat der Bundesverband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung e. V. am vergangenen Wochenende in Paderborn getagt. Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz begrüßte einige Mitglieder, darunter den Verbandsvorsitzenden Josef Ridders, persönlich beim Pontifikalamt am Sonntag im Paderborner Dom, nachdem sie mit Flaggen des KKV in die Bischofskirche eingezogen waren.
Seit mehr als 145 Jahren seien im KKV christliche Fach- und Führungskräfte aus Wirtschaft, Verwaltung, Handwerk und freien Berufen engagiert, hob der Erzbischof hervor: „Männer und Frauen bringen sich im KKV ein, um im Geist des Evangeliums Gutes zu tun, um aktiv zu zeigen, dass die destruktiven Kräfte auch dieser Zeit niemals das letzte Wort haben. Sie tun dies als Personen mit ihren ganz vielen und individuellen Talenten und Fertigkeiten, aber auch als ausgewiesene Fachleute mit wirtschaftlicher, sozialethischer, handwerklicher oder auch bildungspolitischer Expertise“, erklärte Dr. Bentz weiter und zog dabei eine Verbindung zu Papst Leo. Dieser habe jenes Wirtschaftsmodell angeprangert, das Ressourcen der Erde ausbeute und die Ärmsten an den Rand dränge. Weiter würden Hass, Gewalt, Vorurteile und Angst vor dem Anderen Zwietracht verstärken und Wunden verursachen. Dem würde der KKV mit seiner Arbeit entgegenwirken: „Menschen, Wertvoll, Verbinden“: Auch im Sinn von Papst Leo leisten nicht zuletzt Sie im KKV Ihren elementaren Beitrag, dass die Welt reicher, besser und schöner wird, mit den vielfältigen Projekten, die Sie initiieren und unterstützen“, betonte der Erzbischof.
Altbundespräsident ehrt junge Preisträgerinnen und Preisträger
Teil der 92. KKV-Bundestagung im Paderborner Liborianum war unter anderem die Ehrung junger Schreibtalente durch den Schirmherrn des KKV-Aufsatzwettbewerbs, Altbundespräsident Christian Wulff. Bei dem traditionsreichen Wettbewerb galt es in diesem Jahr auf die „Ist die Demokratie in Gefahr?“ einzugehen. Die Ehrung der jungen Talente nahmen neben Altbundespräsident Christian Wulff der KKV-Vorsitzender Josef Ridders, sein Stellvertreter Markus Marhoffer sowie Martin Pantke, der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Paderborn, vor. Vor rund 130 Mitgliedern und Gästen des KKV, die sich im Rahmen des Bundesverbandstages versammelt hatten, wurde die Bedeutung des Themas und die Leistung der Preisträger gewürdigt.
Das Thema des Aufsatzwettbewerbs, „Ist die Demokratie in Gefahr?“, sei von „immenser Bedeutung für unsere Gesellschaft“, wie Markus Marhoffer in seiner einführenden Rede zur Preisverleihung betonte. In einer Zeit, in der politische und gesellschaftliche Debatten zunehmend polarisiert sind und das Vertrauen in demokratische Institutionen vielerorts schwindet, hat der KKV mit dieser Fragestellung einen Nerv getroffen. Der Wettbewerb zielte darauf ab, junge Menschen zur kritischen Auseinandersetzung mit den Grundfesten unserer freiheitlichen Ordnung anzuregen und ihre Gedanken zu den Herausforderungen und Chancen der Demokratie zu sammeln.
Die Jury des KKV-Aufsatzwettbewerbs würdigte die herausragenden Leistungen von Leah Baatz vom Sankt-Adelheid-Gymnasium in Bonn, Thore Johann Mennrich von der Liebfrauenschule Oldenburg und Amelie Boxler vom Maristenkolleg Mindelheim.
Demokratie-Sonderpreis geht nach Soest
Ein weiterer Höhepunkt des Abends war die Verleihung des „Demokratie-Sonderpreises des Altbundespräsidenten“ an den 14-jährigen Anton Jänsch vom Archi-Gymnasium Soest. Obwohl er keinen Aufsatz im klassischen Sinne einreichte, beeindruckte er Altbundespräsident Wulff mit seinem außergewöhnlichen Engagement für die Demokratie.
Anton entwickelte im Vorfeld der Bundestagswahlen die Idee für ein Video, das den KKV-Wahlaufruf „Wir reden mit, weil Demokratie Haltung braucht!“ in den sozialen Medien verbreiten sollte. Mit großem Einsatz animierte er den Wahlaufruf, übernahm Videoschnitt und Vertonung und trug maßgeblich dazu bei, dass das Video viral ging und allein auf YouTube über 3.000 Nutzer erreichte. Insgesamt erreichte der KKV durch diese Aktion weit über 30.000 Menschen in den digitalen Medien.
Altbundespräsident Wulff würdigte seine bemerkenswerte Art, sich mit unserer Staatsform auseinanderzusetzen, und hob hervor, dass er trotz seines jungen Alters mehr Rückgrat gezeigt habe als viele Wahlberechtigte. Dieser Sonderpreis unterstreicht, dass Engagement für die Demokratie vielfältige Formen annehmen kann und auch außerhalb traditioneller Wettbewerbsformate gewürdigt wird.