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© Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn
© Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Mehr Beziehung wagen!

Herbstlibori: Pontifikalamt mit Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz im Paderborner Dom / Erzbischof ernennt zwei neue Domkapitulare / Start der Mitmachaktion des Erzbistums GLÜCKLICH/T SEIN!

„Die Erfahrung eines liebenden Gottes in mir führt mich auf den Weg zum anderen, gerade auch dem leidenden Menschen“, betonte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz im Pontifikalamt zum Herbst-Liborifest im Paderborner Dom. Gemeinsam mit zahlreichen Gläubigen, Vertretern aus Kirche, Politik und Gesellschaft feierte der Paderborner Erzbischof den festlichen Gottesdienst, an dessen Beginn die Reliquien des heiligen Liborius im vergoldeten Libori-Schrein aus der Krypta in den Hochchor des Domes getragen wurden. Herbst-Libori wird seit nahezu 400 Jahren in Paderborn gefeiert: Nachdem Christian von Braunschweig in den Wirren des 30-jährigen Krieges die sterblichen Überreste des heiligen Liborius aus Paderborn geraubt hatte, waren diese am 31. Oktober 1627 zurück in die Stadt an der Pader gelangt. Seit dieser Zeit wird der Rückführung der Gebeine des Patrons von Dom, Erzbistum und Stadt Paderborn mit einem Pontifikalamt gedacht und Herbstlibori gefeiert. Am Ende des Gottesdienstes startete Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz die Mitmachaktion des Erzbistums Paderborn mit dem Titel „GLÜCKLICH/T SEIN!“. Der Paderborner Erzbischof gab zudem bekannt, dass er zwei neue residierende Domkapitulare ernannt hat: Weihbischof Josef Holtkotte und Monsignore Dr. Gregor Tuszynski.

In seiner Predigt erinnerte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz daran, dass der heilige Liborius Beziehung knüpfe, Nähe schaffe und Gemeinschaft gründe – und das über Grenzen hinweg. Abgebrochene, durch Misstrauen und gegenseitiges Unverständnis zerstörte Beziehungen würden zu Krieg und Zerfall führen, seien Ursache für Unfrieden auf allen Ebenen des menschlichen Daseins, führte der Paderborner Erzbischof aus. Die Bereitschaft, Beziehungen neu zu knüpfen, Verbindung zu schaffen, Isolation zu überwinden seien die Voraussetzungen für Frieden und Versöhnung. Der Paderborner Erzbischof betonte seine Überzeugung, dass einige der derzeitigen gesellschaftlichen Probleme mit einer gestörten Beziehungsfähigkeit zusammenhängen: Individualisierung sei ein Kennzeichen der Gegenwart. Die Pluralisierung einander widerstreitender Überzeugungen und Werte lasse die gemeinsame Basis der Gesellschaft bröckeln und erschwere die Erfahrung eines „gemeinsamen Wir“. Erzbischof Dr. Udo Markus Bentzh mahnte: „Singularisierung und Individualisierung der modernen Gesellschaft tragen in sich die Züge einer Selbsterhöhung und Selbststilisierung und provozieren eine isolierende Einsamkeit.“

Glaube gegen Einsamkeit und für Miteinander

Der Glaube wirke gegen Einsamkeit, er habe „von Anfang an“ eine Dynamik, einen Drang zum „Wir“, bekräftigte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz. „Jesus sammelt vom Anfang an Menschen um sich, schafft Beziehung und Communio – Gemeinschaft. Er richtet seine Botschaft immer wieder auf das Du, auf den Anderen, auf das Miteinander aus.“ Zum Abschluss seiner Predigt bekräftigte der Paderborner Erzbischof der Glaube ermögliche – so wie der Heilige Liborius – Heilung und schaffe neue Beziehungsnetze – „das ist auch unsere Sendung als Erzbistum im Heute“. Es komme darauf an, mehr Beziehung zu wagen.

Weihbischof Holtkotte und Monsignore Dr. Tuszynski zu Domkapitularen ernannt

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz informierte im festlichen Pontifikalamt über die Ernennung von Weihbischof Josef Holtkotte und Monsignore Dr. Gregor Tuszynski zu residierenden Domkapitularen. Beide sind damit als Domkapitulare Mitglieder des Paderborner Metropolitankapitels. Der neue Domkapitular Monsignore Dr. Tuszynski übernimmt die Aufgaben des Domdechanten. Sie folgen auf Weihbischof Hubert Berenbrinker und (Domdechant) Apostolischer Protonotar Alfons Hardt, die aus Altersgründen aus dem Paderborner Metropolitankapitel ausgeschieden sind. Erzbischof Dr. Bentz dankte beiden emeritierten Domkapitularen für deren engagierten und profilierten Dienst. Die beiden von Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz zum 1. Dezember 2025 ernannten neuen Domkapitulare werden durch Dompropst Monsignore Joachim Göbel am vierten Advents-Sonntag, 21. Dezember 2025, im Kapitelsamt um 10 Uhr in ihr Amt eingeführt.

„GLÜCKLICH/T SEIN!“

Am Ende des Gottesdienstes im Paderborner Dom startete Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz die Mitmachaktion des Erzbistums Paderborn mit dem Titel „GLÜCKLICH/T SEIN!“. Dazu segnete er Lichter der Aktion „und mit ihnen auch diejenigen, die sie empfangen und das Licht weitertragen“. Das Erzbistum Paderborn wirbt mit der Mitmachaktion für mehr Freundlichkeit und Nächstenliebe, eine Haltung der Herzlichkeit, und möchte durch die Aktion in der dunklen Jahreszeit bis zum Nikolaustag am 6. Dezember bei Menschen für leuchtende Gesichter sorgen: Aktions-Spendentüten können befüllt werden, Lichttüten sind zu verschenken, wertschätzende Postkarten, eine Feel-Good-Challenge, ein Online-Game, Inspirationen für freundliche Gesten und vieles mehr finden Interessierte und Engagierte in der Mitmachaktion „GLÜCKLICH/T SEIN!“.

Alle Menschen im Erzbistum, alle Kirchengemeinden, Einrichtungen, Schulen, Kindertagesstätten und Vereine sind eingeladen, mitzumachen und dabei zu sein, gemeinsam Gutes zu bewirken. Sei es durch freundliche Gesten oder ganz konkrete Hilfe. Menschen können ab sofort bei der Aktion dabei sein und ihren Mitmenschen die dunkle Jahreszeit ein wenig erhellen, indem sie beispielsweise Spendentaschen befüllen. Vor allem ältere, kranke und behinderte Menschen, Wohnungslose und Geflüchtete, Alleinerziehende und kinderreiche Familien brauchen Unterstützung. Die Aktion nimmt den Nächsten, vor allem bedürftige Menschen, in die Mitte: Jede und jeder kann mit kleinen Gesten der Zuwendung oder Dankbarkeit etwas in Gang setzen, das die Welt ein Stück heller macht. Die Aktionsseite https://noch-ein-grund-mehr.de/mitmachaktion/ bietet kreative Anregungen für viele gute Gesten im Rahmen von „GLÜCKLICH/T SEIN!“.

Die Materialien, die das Erzbistum Paderborn zum „GLÜCKLICH/T SEIN!“ zur Verfügung stellt, sind vielfältig: Lichttüten, die als Zeichen der Wertschätzung verschenkt werden können, leuchten zu Hause oder im Büro, in Schulen, Kitas oder auch in Pflegeeinrichtungen. Postkarten sind ein „Dankeschön“ für oft allzu selbstverständliche Dinge oder sagen einfach „Ich denk an Dich!“. Spendentaschen können privat oder von Kirchengemeinden, Schulklassen, Firmen oder Vereinen gefüllt werden, zum Beispiel für einen Menschen in der Nachbarschaft. Gefüllte Spendentaschen können aber auch der örtlichen Tafel oder einer anderen lokalen Einrichtung überreicht werden.

Segensgebet des Paderborner Erzbischofs

Bei seinem Segen der GlückLichter betete Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz am Ende des Gottesdienstes: „Allmächtiger, gütiger Gott, du bist das Licht, das unsere Dunkelheit erhellt. Segne diese Lichter als Zeichen deiner Nähe und deiner Liebe. Lass ihr Licht hinausstrahlen zu den Menschen, die Trost und Hoffnung brauchen. Segne alle, die sie weitergeben, dass sie Boten deiner Güte sind. Segne alle, die sie empfangen, dass sie spüren, wie du sie in deiner Liebe umgibst. Dein Segen, o Gott, ruhe auf diesen Lichtern und auf allen, die das Licht in deine Welt tragen.“

Im Anschluss rief der Paderborner Erzbischof dazu auf: „Bringen Sie Licht in diese dunkle Welt voller Einsamkeiten, Licht in die Zeit von heute an über St. Martin bis hin zu St. Nikolaus. Machen Sie Ihr Licht sichtbar – als Zeichen des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, die stärker sind als die Nacht unserer Einsamkeit. Bringen wir Licht ins Leben möglichst vieler Menschen – und damit das Licht von Jesus Christus in die Welt.“

Erhebung der Reliquien – Prozession – Libori-Tusch

Im Herbstlibori-Pontifikalamt wurden die Reliquien des heiligen Liborius zu Beginn des Gottesdienstes erhoben und im vergoldeten Silberschrein aus der Krypta in den Hochchor des Paderborner Doms getragen. Das Jahr über ruhen die sterblichen Überreste des Patrons von Dom, Erzbistum und Stadt Paderborn in einer Ebenholztruhe im Altar der Krypta. Als der wertvolle Schrein von den Schreinträgern in ihren schmuckvollen Gewändern durch die Paderborner Bischofskirche getragen wurde, erklang der bekannte und beliebte Libori-Tusch – ebenso wie am Nachmittag, als die Reliquien im Anschluss an die Andacht der Liboribruderschaft wieder beigesetzt wurden. Dazu führte die Reliquien-Prozession nach der Andacht zurück in die Krypta der Paderborner Bischofskirche: Dort wurde der 1917 gefertigte Ebenholzschrein mit den Reliquien des heiligen Liborius wieder im Altar eingesetzt.

Mitwirkende

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz zelebrierte den Festgottesdienst, es konzelebrierten Weihbischof Matthias König, Generalvikar Dr. Michael Bredeck sowie Domkapitular Dr. Thomas Witt.

Der Konzertchor der Mädchenkantorei am Paderborner Dom unter der Leitung von Domkantor Patrick Cellnik und Domorganist Tobias Aehlig an der Orgel gestalteten den Gottesdienst musikalisch.“

Hintergrund: Paderborner Metropolitankapitel

Das Paderborner Metropolitankapitel sorgt für den Hohen Dom zu Paderborn als Bischofskirche des Erzbistums. Zu den Aufgaben des Metropolitankapitels zählt die Feier der Liturgie im Hohen Dom, die Erhaltung der Hohen Domkirche, die Beratung des Erzbischofs sowie die Wahrnehmung der Rechte und Pflichten des Konsultorenkollegiums, das an der Vermögensverwaltung des Erzbistums mitwirkt. Im Falle der Vakanz des Erzbischöflichen Stuhles wählt es den Diözesanadministrator und vor allem den neuen Erzbischof. Zum Metropolitankapitel gehören neben dem Dompropst und seinem Stellvertreter, dem Domdechanten, acht in Paderborn residierende Domkapitulare und vier nichtresidierende Domkapitulare, die zugleich Pfarrer sind.

Hintergrund Herbstlibori

Das Erzbistum Paderborn gedenkt an Herbstlibori der Rückführung der Reliquien des heiligen Liborius am 31. Oktober 1627. Die Reliquien des heiligen Liborius als Patron von Dom, Erzbistum und Stadt Paderborn waren in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges im Jahr 1622 von Christian von Braunschweig bei der Plünderung des Paderborner Domes geraubt worden. Am 31. Oktober 1627 gelang es, die Reliquien nach Paderborn zurückzuführen – an dieses freudige Ereignis denkt das Erzbistum Paderborn jedes Jahr am Herbstlibori-Fest Ende Oktober zurück.

Ein Beitrag von:
Pressereferent Team Presse

Thomas Throenle

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