Unzählige kleine Lichter erhellen die Dunkelheit, gespannte Kinderaugen blicken hinauf zu den großen Kirchentüren am Haupteingang. Großeltern und Eltern mit Kinderwagen, Grundschüler mit selbst gebastelten Laternen, viele Ältere und auch junge Leute, die längst aus Olsberg weggezogen sind: Über 800 Menschen haben sich vor der Pfarrkirche versammelt. Groß geworden sind viele von ihnen mit dieser Tradition zum Fest des heiligen Nikolaus, die auf das Jahr 1948 zurückgeht, als man in Olsberg beschloss, anstelle eines Martins- einen Nikolaus-Umzug zu veranstalten.
Wo Kindheitserinnerungen wurzeln
Dann, mit dem Klang der Glocken, öffnen sich endlich die Türen. Würdig tritt ein Mann in weißer Albe, rotem Mantel und Bischofsstab hinaus, unter der Mitra lockige Perücke und Rauschebart. Jedes Jahr schlüpft ein anderer Geistlicher aus der Region in die Rolle des Olsberger Kirchenpatrons. „Ich erinnere mich noch sehr genau daran, wie ich als Kind dachte: Wow, da steht er wirklich, der echte Nikolaus“, erzählt Birgit Happel, die auch mit ihren vier Kindern noch jährlich zum Umzug kam. Heute gehört die 56-Jährige als Vorstandsmitglied der Kolpingsfamilie Olsberg zum Organisationsteam. „Dieser Moment ist immer wieder ergreifend.“