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© Photo Kozyr / Shutterstock.com
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Liborianum steht für Bildung, Dialog, Gastfreundschaft

Wiedereröffnung des Bildungs- und Tagungshauses Liborianum in Paderborn durch Erzbischof Becker

Nach zwei Jahren der Sanierung und des Umbaus hat Erzbischof Hans-Josef Becker das Liborianum, das Bildungs- und Tagungshaus des Erzbistums Paderborn in der Bischofsstadt, am Mittwoch, 2. September 2020, mit einem Gottesdienst in der Kapuzinerkirche und einem Empfang in der Aula offiziell wieder eröffnet. Das vollständig renovierte Gebäude im Herzen der Stadt Paderborn, das eine über 400 Jahre alte Geschichte prägt, steht für die Qualifizierung ehrenamtlich und hautberuflich Engagierter in kirchlichen Arbeitsfeldern und bietet ein vielfältiges Tagungsangebot in attraktiven Räumlichkeiten. Erzbischof Becker betonte beim Festakt, es komme im Hinblick auf die Wiedereröffnung des vom Erzbistum Paderborn getragenen Bildungs- und Tagungshauses darauf an, dass das Liborianum seiner „Tradition der Gastfreundschaft und des Dialogs treu bleiben will“.

Die Wiedereröffnung des Bildungs- und Tagungshauses Liborianum erfolgte durch eine symbolische Schlüsselübergabe der Architekten an Erzbischof Hans-Josef Becker als „Hausherr“ des Liborianum. V.l.n.r.: Innenarchitekt Ludger Schwarze-Blanke, Erzbischof Hans-Josef Becker, Architekt Peter Bee. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Oberstes Ziel kirchlichen Handelns müsse es sein, Menschen mit der heilbringenden Kraft des Evangeliums in Berührung zu bringen, erklärte Erzbischof Becker in seiner Ansprache. „Das macht uns als Kirche von Paderborn erfahrbar und erlebbar, auch wenn unsere ‚pastoralen Orte‘ in ganz unterschiedliche Gewänder gehüllt sind.“ Die Idee, für andere Menschen da zu sein und mit ihnen in einen Dialog einzutreten, verkörpere das Liborianum in seiner jahrhundertelangen Geschichte in vielfältiger Gestalt, erinnerte der Paderborner Erzbischof. Es sei bedeutsam für das Liborianum, als Bildungs- und Tagungshaus des Erzbistums Paderborn in einer Tradition zu stehen, die sich ihrer religiösen Wurzel vergewissere.

Ort der Bildung

In seiner Ansprache kennzeichnete Prälat Thomas Dornseifer das Liborianum als einen „ausgezeichneten Ort für kirchliche Bildung, für Dialog und Gastfreundschaft“. Diese drei Funktionen des wiedereröffneten Bildungs- und Tagungshauses seien auch für die Kirche insgesamt unverzichtbar. Das Liborianum sei ein „Haus der Bildung“, konkretisierte der Leiter des Bereichs Pastorale Dienste im Erzbischöflichen Generalvikariat, zu dem die Abteilung „bilden und tagen“ und damit das Liborianum gehört. Der Kirche sei es ein Anliegen, Orte der Bildung zu schaffen, an denen Fragen der Zeit auf dem Hintergrund des christlichen Sinnhorizonts und mit dem Kompass des Evangeliums reflektiert werden. Das Liborianum sei zudem ein „Ort des Dialogs“, erklärte Prälat Dornseifer weiter, ein Ort, an dem Menschen im gemeinsamen Gespräch miteinander an den Herausforderungen der Zeit arbeiten. Als „Ort der Gastfreundschaft“ knüpfe das Liborianum an eine lange Tradition der Kirche und des ehemaligen Klosters an. Zum Abschluss sagte Prälat Dornseifer: „Dem Haus wünsche ich nun viele Gäste, die hier eine gute Zeit verbringen und gestärkt und für die Arbeit inspiriert nach Hause zurückkehren. Dazu erbitte ich Gottes Segen, möge er auch in Zukunft über diesem Haus und der darin geleisteten Arbeit liegen.“

Die christliche Grundhaltung des „Dienstes am Nächsten“ sei bestimmend für das Liborianum und die anderen Bildungseinrichtungen im Erzbistum Paderborn, versicherte Andreas Hölscher als Direktor des Liborianums bei der Begrüßung der Gäste: „Die Corona-Pandemie hat uns deutlich gemacht, dass das Gebot der Stunde ‚Digitalisierung‘ heißt. An dieser Herausforderung haben wir in den letzten Monaten mit vereinten Kräften gearbeitet. Neue Kommunikations- und Beteiligungsformen sind entstanden, wobei der analoge, persönliche und direkte Kontakt und Austausch nach wie vor im Vordergrund steht.“

Auch Erzbischof Hans-Josef Becker hatte in seiner Predigt im vor dem Festakt in der Kapuzinerkirche gefeierten Gottesdienst Bezug auf die Corona-Pandemie genommen: „Für die Heilsversprechen der Neuzeit sind Verwundbarkeit und Ungewissheit eine große Kränkung. Mit einem Schlag wird uns bewusst, dass wir alle nur unter Vorbehalt planen können.“ Zum Abschluss wandte er sich an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und sagte: „Arbeiten Sie mit Freude in diesem wunderschönen Haus, in der Sorge für die Anderen und im Dienst an den Gästen.“ Im Gottesdienst konzelebrierte Prälat Thomas Dornseifer.

Paderborns Bürgermeister Michael Dreier überbrachte die Grüße des Rates und der Verwaltung der Stadt Paderborn. Er sei dankbar für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Kommune und Kirche, dankbar auch für die Gastfreundschaft des Liborianum. Er freue sich, dass das Bildungs- und Tagungshaus mit seiner Wärme, Zugewandtheit und Herzlichkeit in der Mitte von Paderborn angesiedelt sei. „Wir sehen diese Werte nicht nur hier verwirklicht im Gebäude, sondern wir erleben diese Werte hier unmittelbar“, so Bürgermeister Dreier.

Schlüsselübergabe

Die beiden Architekten Peter Bee und Ludger Schwarze-Blanke übergaben schließlich symbolisch die Schlüssel für das wiedereröffnete Liborianum an Erzbischof Hans-Josef Becker als „Hausherr“ – ein mit Ideen und Worten gefüllter Grundriss des Liborianums. Die Architekten begleiteten und leiteten die Sanierung und Modernisierung des Liborianums von der Idee, über das Konzept, die Planung bis zur Realisierung. „Die Planung war gut, die Umsetzung begeistert, die Idee wird in einem neuen Werk realisiert“, stellten beide fest. „Wir sind stolz darauf, mit unserem Werk einen Beitrag in der bisher vierhundertjährigen Geschichte des Liborianums geleistet zu haben.“

Sanierung und Modernisierung

Das vom Erzbistum Paderborn getragene Bildungs- und Tagungshaus Liborianum wurde seit Mai 2018 grundlegend saniert, modernisiert und zum Teil erweitert. Auflagen des Brandschutzes erforderten die Arbeiten im und am Gebäude. Die dafür notwendigen Baumaßnahmen hat das Erzbistum Paderborn als Träger und Bauherr genutzt, um zeitgleich eine Modernisierung und Renovierung der Gästezimmer, Flure, Treppenhäuser sowie der Tagungsräume einschließlich der Aula vorzunehmen. Erweitert wurde das Gebäude zudem um einen neuen Speisesaal und Sozialräume. Auch die Tagungsraumkapazität wurde ausgeweitet und die Ausstattung der Tagungsräume auf den aktuellen Stand der Technik angepasst. Die Tagungs- und Gästezimmer sind nun barrierefrei. Das historische Gebäude wird durch die Baumaßnahmen des Erzbistums Paderborn erhalten, der Charakter des ehemaligen Kapuzinerklosters wird wieder deutlicher hervorgehoben.

Die Kosten der Sanierung und Modernisierung liegen in einem Gesamtvolumen von rund 19 Millionen Euro. Diese Bruttokosten beinhalten sowohl die Planung als auch Ausführung der Maßnahmen.

Raum – Service – Angebot

Das Liborianum verfügt über 18 vielseitige, technisch hochwertig ausgestattete Seminarräume sowie 46 Einzel- und Doppelzimmer für bis zu 78 Gäste. Nach der kompletten Neugestaltung verbindet das Liborianum eine reizvolle, authentische Atmosphäre mit zeitgemäßem Komfort in zentraler Lage von Paderborn. Die Zimmer, der Service und das gastronomische Angebot entsprechen aktuellen Hotelstandards (3 Sterne+). Die respektvolle und wertschätzende Begegnung mit den Gästen ist ein besonderes Anliegen.

Die Räumlichkeiten stehen Kooperationspartnern aber auch externen Auftraggebern zur Verfügung. Sie können zudem für private Feiern wie Hochzeiten und Familienfeste genutzt werden, für die neben kulinarischen Erlebnissen auch Übernachtungsmöglichkeiten angeboten werden.

Geschichte

Im Dezember 1612 berief der spätere Dompropst Arnold von Horst zwei Kapuzinermönche nach Paderborn. Er stiftete ihnen ein Grundstück und ließ ein Kloster sowie eine Klosterkirche errichten. Im Jahr 1673 wurde der baufällig gewordene Gebäudekomplex abgerissen und 1674 mit einem Neubau begonnen. 1834 wurde das Kloster aufgehoben. Nach einem über 200-jährigen Bestand als Kapuzinerkloster änderte sich die Nutzung des Gebäudes daraufhin mehrfach. Von 1840 bis 1846 betreute Pauline von Mallinckrodt an den heutigen „Kapuzinern 5-7“ die ersten blinden Kinder ihrer späteren Blindenanstalt. Mit Unterbrechungen diente das ehemalige Kloster von 1846 bis 1979 als Knabenseminar der (Erz-)Diözese. Seit 1979 ist das Liborianum das Bildungs- und Tagungshaus des Erzbistums Paderborn in der Bischofsstadt.

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