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© Nattapat.J / Shutterstock.com
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Kirchenräume im Wandel

Erzbistum Paderborn stellt Immobilienstrategie bei bundesweiter Fachveranstaltung vor

Bei der digitalen Fachveranstaltung „Zentren-Spotlight“ mit dem Titel „Um- und Nachnutzung von Kirchenräumen“ hat das Erzbistum Paderborn seine Immobilienstrategie präsentiert. Daniel Schröter und Friederike Walecki von der Abteilung Kirchengemeindliche Immobilien im Erzbischöflichen Generalvikariat erläuterten dabei die konzeptionellen Grundlagen und die bisherigen Erfahrungen bei der Umsetzung. Die Online-Veranstaltung fand kürzlich im Rahmen des Bundesprogramms „Lebendige Zentren“ statt und wurde erstmals vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen sowie dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) organisiert.

Kirchliche Gebäude als Zukunftsaufgabe

„Kirchliche Immobilien sind sichtbare Zeichen für die Präsenz der Kirche in der Gesellschaft und damit missionarische Orte“, sagte Daniel Schröter und zitierte damit aus den Leitlinien des Erzbistums Paderborn. Angesichts demografischer Veränderungen, sinkender Kirchensteuereinnahmen und zunehmender Komplexität der Bau- und Betreiberverantwortung sei ein strategischer Umgang mit dem Gebäudebestand unverzichtbar. Die seit 2023 praktisch greifende Immobilienstrategie des Erzbistums Paderborn unterstützt die 87 Pastoralen Räume in der Entwicklung langfristiger, tragfähiger Nutzungskonzepte. Bisher haben sich 67 Pastorale Räume für eine entsprechende Beratung angemeldet, acht Prozesse wurden bereits abgeschlossen.

Ziele: Reduktion, Beteiligung, neue Nutzungskonzepte

Im Mittelpunkt der Immobilienstrategie steht die pastorale Ausrichtung. Die Gebäude sollen auch weiterhin Orte des Glaubens, der Gemeinschaft und der sozialen Teilhabe sein, allerdings in einer realistischen und flexiblen Form. Denkbar sind unter anderem Umnutzungen, Reduzierungen oder Veräußerungen von Gebäudeflächen. Die Entscheidungshoheit liegt dabei weiterhin bei den Kirchengemeinden vor Ort, die durch Fach- und Prozessberatung des Erzbischöflichen Generalvikariats unterstützt werden.

Friederike Walecki betonte: „Wir verstehen die Immobilienstrategie nicht nur als Anpassung an äußere Rahmenbedingungen, sondern auch als Gelegenheit, Kirche lokal neu zu denken.“ Daniel Schröter ergänzte: „Formate wie das ‚Zentren-Spotlight‘ eröffnen uns Perspektiven über den kirchlichen Bereich hinaus und helfen dabei, Kontakte mit kommunalen und zivilgesellschaftlichen Akteuren zu knüpfen.“

Kooperationen erwünscht, Herausforderungen bleiben

Ein zentraler Bestandteil der Immobilienstrategie ist der Aufbau von Netzstrukturen: Risikoarme, flexibel nutzbare Gebäude sollen möglichst wohnortnah bestehen bleiben, während sogenannte Schwerpunktgebäude mit überregionaler Bedeutung gezielt gestärkt werden. Dabei setzt das Erzbistum Paderborn auf Kooperationen mit Vereinen, Initiativen und auch anderen Konfessionen. Herausforderungen wie Denkmalschutz, große Grundstücksflächen und eine angespannte Marktlage bestehen jedoch ebenso wie die Belastung des Haupt- und Ehrenamts.

Plattform für den Austausch

Beim „Zentren-Spotlight“ hatten kirchliche und kommunale Akteure die Möglichkeit, sich über gute Praxisbeispiele und Herausforderungen im Umgang mit leerstehenden oder untergenutzten Kirchenräumen auszutauschen. Die Veranstalter sehen darin einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung. Für die Kirche ist die Beteiligung an solchen Formaten wiederum auch ein Signal, sich als aktiver Partner in gesellschaftlichen Veränderungsprozessen einzubringen.

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