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© seanbear / Shutterstock.com
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Kirchengemeinde St. Julian stellt Weichen für die Zukunft

Ein gemeinsames Zentrum für die Paderborner Südstadt in St. Elisabeth

Mit einer gut besuchten und engagiert geführten Gemeindeversammlung hat die Kirchengemeinde St. Julian gestern Abend die nächsten Schritte im Immobilienstrategieprozess für die Paderborner Südstadt vorgestellt. Im Mittelpunkt stand die klare Perspektive, das gemeindliche Leben an einem zentralen Standort in St. Elisabeth zu bündeln, um auch unter veränderten Bedingungen ein lebendiges und tragfähiges kirchliches Leben zu gestalten.

Zu Beginn ordnete Dechant Benedikt Fischer die Entwicklungen in den größeren Zusammenhang des Erzbistums Paderborn ein. Mit Blick auf das Jahr 2040 sei von einer deutlich kleineren Kirche auszugehen. Dies mache neue Strukturen und die Konzentration von Kräften erforderlich. Für St. Julian bedeutet dies, die pastoralen Aktivitäten künftig an einem Ort als eine Art Basisstation zusammenzuführen.

Gemeinde ist mehr als ihre Gebäude

Christoph Sender vom Kirchenvorstand erläuterte die Entscheidungsgrundlagen. Neben pastoralen Überlegungen spielten auch bauliche und wirtschaftliche Aspekte eine Rolle. St. Elisabeth bietet mit rund 4.000 Quadratmetern deutlich mehr Entwicklungsmöglichkeiten als die bisherigen Standorte St. Kilian und St. Meinolf und hat zugleich einen vergleichsweise überschaubaren Sanierungsbedarf. „Das Ergebnis war ganz klar ein neuer Standort, an dem ein Gemeindezentrum errichtet wird, um die zukünftigen Bedarfe zu sichern“, so Sender.

Im weiteren Verlauf wurde eindrücklich sichtbar, dass Gemeinde weit mehr ist als ihre Gebäude. Vertreterinnen und Vertreter zahlreicher Gruppen berichteten von ihrem Engagement, beispielsweise für die Kinderkirche, den Frauenverband KFD, ökumenische Initiativen, Angebote für Familien oder auch für ungewöhnliche Aktivitäten wie dem Chor für Schlaganfallbetroffene. Lea Asmuth hob für die Jugendverbände die Bedeutung offener Räume hervor: „Wir schaffen Begegnungsräume. Junge Menschen dürfen bei uns so sein, wie sie sind, ganz ohne Leistungsanspruch.“

Diese Vielfalt soll auch künftig ihren Platz finden. Eine Bedarfserhebung unter den Gruppen zeigte insbesondere den Wunsch nach flexiblen Räumen, zeitgemäßer Ausstattung und ausreichenden Lagermöglichkeiten. Zugleich wurde die Bedeutung des Kirchenraums selbst betont. „Gerade Kinder müssen einen Kirchenraum erleben, begreifen und wahrnehmen können“, erklärte Sender.

Architektur-Wettbewerb für Studierende

Neben den Zukunftsaussichten wurden auch die mit dem Prozess verbundenen Abschiede thematisiert. Die Aufgabe der Standorte St. Meinolf und St. Kilian beschäftigt viele Gemeindemitglieder. Dechant Fischer unterstrich in diesem Zusammenhang seine persönliche Haltung: „Mir liegt überhaupt nicht daran, dass eine Kirche abgerissen wird. Das fände ich schrecklich. Ich fände es gut, wenn wir gute Nachnutzungen entwickeln könnten, die auch zum Kirchenraum passen.“ Für St. Meinolf wird derzeit geprüft, in welcher Form eine Nachnutzung in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn unter Einbeziehung eines Andachtsraums möglich sein kann.

Neue Impulse erhofft sich der Kirchenvorstand von einem studentischen Wettbewerb, bei dem Architekturstudierende Konzepte für die künftige Nutzung der Gebäude entwickeln sollen. Die Arbeiten sollen sowohl Ideen für einen denkmalgerechten Umgang mit St. Kilian als auch Perspektiven für die Weiterentwicklung des Standorts St. Elisabeth aufzeigen.

Veränderungen gemeinsam gestalten

In der anschließenden Resonanzrunde wurden auch kritische Punkte offen angesprochen. So wurde unter anderem eine transparentere Handhabung von Vermögenswerten angemahnt. Vertreter muttersprachlicher Gemeinden äußerten zudem ihre Sorge um ihre künftige Sichtbarkeit und Zugehörigkeit. Ulrich Weber vom Kirchenvorstand betonte, hierzu weiterhin im Gespräch mit allen Beteiligten zu bleiben und tragfähige Lösungen zu entwickeln.

Der laufende Immobilienstrategieprozess befindet sich derzeit auf dem Weg zu einer Vereinbarung mit dem Erzbischöflichen Generalvikariat. Für den Herbst dieses Jahres sind die Präsentation der Wettbewerbsergebnisse sowie weitere Konkretisierungen der Planungen vorgesehen. Die Versammlung endete mit einem gemeinsamen Gebet, getragen von der Hoffnung, die anstehenden Veränderungen gemeinsam zu gestalten und das kirchliche Leben in der Südstadt auch künftig aus dem Glauben heraus lebendig zu halten.

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