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Kaffee kochen, Kerze an…

Andrea Acker ist seit 26 Jahren Pfarrsekretärin im Pastoralverbund Bigge-Lenne-Frettertal.

Auf eine Kaffeelänge mit Pfarrsekretärin Andrea Acker

Innerhalb unserer Reihe „Auf eine Kaffeelänge mit …“ treffen wir uns regelmäßig mit einer Person aus dem Erzbistum Paderborn. Einzige Vorgabe der Zusammenkunft: Das Treffen endet, sobald die Kaffeetasse geleert ist. Diesmal haben wir uns mit Andrea Acker, seit 26 Jahren Pfarrsekretärin im Pastoralverbund Bigge-Lenne-Frettertal, getroffen.

Alles fügt sich

Es ist schon viele Jahre her. Da hat ihr der Pfarrer einen „Gottes Hand hält dich“ Handschmeichler geschenkt. „Manchmal habe ich gedacht, ich zerquetsche ihn“, sagt Andrea Acker. Da war der Tod der besten Freundin. Die Krankheit des eigenen Sohnes. „Das sind Ereignisse in meinem Leben, bei denen ich froh und dankbar war, meinen Glauben zu haben. Ja, ich habe Gottvertrauen, ein Grundvertrauen, das in mir drin ist. Alles im Leben fügt sich.“

Eine Art Fügung war es auch, dass sie Pfarrsekretärin wurde. Nach dem Abitur am St.-Ursula-Gymnasium Attendorn absolvierte sie eine Ausbildung zur Bankkauffrau. Es folgten Heirat – ihren Mann hatte sie in der Schule kennengelernt –, die Geburt des ersten Kindes. Nach dem Mutterschutz gestaltete sich der Berufswiedereinstieg schwierig. Da kam der Pfarrer ihrer Heimatgemeinde auf sie zu, fragte, ob sie nicht im Pfarrsekretariat anfangen wolle. „Meine Verbindung zur Kirchengemeinde bestand schon lange“, blickt sie zurück. „Meine Freundinnen und ich haben eine intensive und schöne katholische Jugendarbeit erlebt. Unser Pfarrer war Seelsorger durch und durch, der erste, der vor dem Gottesdienst auf dem Kirchplatz stand und der letzte, der ihn verließ. Und er war immer auf der Suche nach jemandem mit einer schönen Handschrift, der das Taufregister schrieb. Und die hatte ich.“

Tausend und eine Sache

Andrea Acker wurde Pfarrsekretärin in der Pfarrgemeinde St. Joseph Bamenohl. In ihrer Heimat. Dem kleinen Dorf im Sauerland, im Kreis Olpe, wo mehr als die Hälfte der Fläche von Wäldern, Wiesen und Wasser bedeckt ist. Heute gehört St. Joseph zum Pastoralverbund Bigge-Lenne-Frettertal mit zehn Pfarrgemeinden. Rund 17.000 Menschen leben hier, davon über 11.000 Katholiken. Damit ist ihr Anteil an der Bevölkerung mehr als doppelt so hoch wie im Erzbistum im Durchschnitt. Fünf Pfarrsekretärinnen mit unterschiedlichen Zeitkontingenten sind hier tätig.

„Das Pfarrbüro wird unterschätzt“, sagt Andrea Acker. „Oft werde ich gefragt: was macht ihr da eigentlich? Kaffee kochen, Kerze an und warten, dass jemand kommt?“ Die meisten Menschen hätten schlicht ein altmodisches und auch ein falsches Bild von einer Pfarrsekretärin. Die Arbeit umfasse weit mehr als Registereintragungen und das Zählen der Kollekte. „Wir managen und organisieren die Gemeindearbeit, koordinieren Termine, Taufen, Eheschließungen, Beerdigungen, erledigen die Buchführung, betreuen die Homepage, sind Ansprechpartner für die Hauptamtlichen und die Ehrenamtlichen. Manchmal hat der Tag nicht genug Stunden, weil tausend und eine Sache zu tun sind.“ Pfarrsekretärin zu sein, sei eine vielfältige Herausforderung. Und mache unheimlich Spaß.

Die Seele füllen

Was Andrea Acker ganz besonders an ihrer Arbeit schätzt, ist der Kontakt mit den Menschen und ihren unterschiedlichen Anliegen. Nicht selten sei man der erste Ansprechpartner in schwierigen Lebenssituationen. Wenn es beispielsweise in der Familie nicht funktioniere, wenn ein lieber Mensch gestorben sei oder einfach nur, weil jemand jemanden zum Reden brauche. Die Hemmschwelle, einen Priester anzusprechen, sei immer noch hoch. Die Ansprache im Pfarrsekretariat falle da oftmals leichter. „Wir sind vor Ort, haben für die Ängste und Sorgen ein offenes Ohr.“

Im Pastoralverbundbüro hängen Fotos der Kirchen und Kapellen der Pfarrgemeinden. „So zeigen wir, welche Gotteshäuser zu uns gehören. Viele wissen das gar nicht“, sagt Andrea Acker, der es wichtig ist, dass die Räume ansprechend gestaltet sind. Mit frischen Blumen in der Vase, einer schönen Decke auf dem Tisch …. Für eine Atmosphäre, die trägt und die Seele füllt. Damit die Menschen, die kommen, sich willkommen fühlen. Vielleicht haben sie etwas, das auf der Seele brennt. Dann heißt es: Kaffee kochen, Kerze an … Zeit für ein Gespräch!

Autorin: Birgit Engel, freie Journalistin

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