Genau. Mir berichten Menschen mit Migrationshintergrund, dass sie aufgrund ihres Aussehens oft gefragt werden, wo sie herkommen. Wenn sie dann antworten: „Aus Köln“, dann sorgt das für Erstaunen. Ich vermute, dass wir da alle lernen müssen. Ich merke das auch bei mir selbst.
Wenn ich mich am Ende eines Gottesdienstes an die Kirchentür stelle und mit Menschen ins Gespräch komme, dann frage ich auch manche Menschen, woher sie kommen. Ich meine das nicht rassistisch, sondern bin eher neugierig, wo die Wurzeln einer Person liegen. Doch ich lande damit auch manchmal auf der Nase. Wir alle müssen sensibler dafür werden, dass das Menschen auch verletzen oder verunsichern kann.
Da machen die Proteste ein Stück weit darauf aufmerksam, dass wir nicht fordern können, dass sich die anderen ändern sollen. Ich muss bei mir selbst anfangen. Zum Beispiel, indem ich ein Stück weit reflektierter werde, mich frage: Was sage ich? Wie sage ich es? Über wen sage ich es?