Weihbischof Hubert Berenbrinker freute sich, mit 2.000 Menschen aus dem ganzen Erzbistum die 13. Kinderwallfahrt auf den Paderborner Schützenplatz zu feiern.pdp/Maria Aßhauer Paderborn, 16. Juni 2019. Mehr als 2.000 Menschen aus dem ganzen Erzbistum, vor allem Kommunionkinder der Jahre 2018 und 2019, trafen sich heute auf dem Paderborner Schützenplatz zur 13. Kinderwallfahrt – in diesem Jahr unter dem Motto „#Nachricht von Gott!“ Über gute Nachrichten von Gott sprach auch Weihbischof Hubert Berenbrinker, der mit Kindern, ihren Familien und Freunden unter freiem Himmel die Heilige Messe feierte. Danach hieß es für die Mädchen und Jungen unter anderem, den Kletterturm zu entern, sich im Mega-Kicker auszutoben oder das Geheimnis zweier Escape Rooms zu lüften – die Auswahl ließ kaum Wünsche offen. Fazit: Die Kinderwallfahrt, die seit 1995 alle zwei Jahre stattfindet, war auch in diesem Jahr ein buntes Glaubensfest für die ganze Familie.
Während ab sieben Uhr morgens nur die Organisatoren und Verantwortlichen der Wallfahrt über den Schützenplatz wuselten und letzte Aufbauarbeiten vornahmen, füllte sich der Platz ab 9 Uhr mit Gästen: Nach und nach kamen die Kinder mit ihren Familien oder gleich mit ganzen Gemeindebussen aus den verschiedenen Regionen des Erzbistums an.
„#Nachricht an Gott!“ war das Leitwort der Kinderwallfahrt – Louisa (l.) und Bennet (r.) hatten im Vorfeld Nachrichten an Gott geschrieben, die sie mit Weihbischof Hubert Berenbrinker auf der Bühne vorstellten.pdp/Maria Aßhauer Daniel Falkenkötter war mit seinen Eltern Angelika und Thomas und weiteren Mitgliedern der St.-Elisabeth-Gemeinde aus Lippstadt nach Paderborn gereist. Der 10-Jährige ist 2018 zur Kommunion gegangen – und gehört damit zur „Kern-Zielgruppe“ der Wallfahrt. „Ich bin letztes Jahr mit zur Kommunion gegangen und bin jetzt auch Messdiener“, sagte Daniel kurz nach der Ankunft auf dem Schützenplatz und fügte solidarisch für alle Wallfahrer hinzu. „Ich hoffe, dass alle Kinder und auch die Erwachsenen viel Spaß haben.“ Er freue sich besonders auf den Gottesdienst, aber auch auf die beiden Escape Rooms und die Domwallfahrt, so der 10-Jährige.
Eine knappe Stunde vor dem Gottesdienst trafen sich die Messdiener, um nochmal alles durchzusprechen. Sie kamen in diesem Jahr aus dem Pastoralen Raum Schloß Neuhaus. René Passon durfte auch mit am Altar stehen – vor zwei Jahren war er als Kommunionkind noch selber bei den Teilnehmern. „Heute darf ich Messe dienen und sogar den Bischofsstab tragen“, sagte René nicht ohne Stolz, der sich freute, ein zweites Mal bei der Großveranstaltung dabei sein zu können.
Kinder aus dem Pastoralen Raum An Egge und Lippe trugen das Evangeliar zur Bühne.pdp/Maria Aßhauer Nachdem Dekanatsmusikerin Barbara Grundhoff und ihr Kinderchor aus Meschede die Teilnehmer musikalisch eingestimmt hatten, ging es mit dem ersten Höhepunkt los: Weihbischof Hubert Berenbrinker feierte mit der großen Gemeinde der Wallfahrerinnen und Wallfahrer die Heilige Messe. Die jungen Sängerinnen und Sänger aus Meschede gestalteten auch den Gottesdienst musikalisch. Kinder aus dem Pastoralen Raum An Egge und Lippe trugen nicht nur das Evangeliar durch die Teilnehmer-Schar zum Altar, sondern auch die Lesung und Fürbitten vor.
Gott kenne ganz verschiedene Wege, um zu uns zu sprechen, sagte Weihbischof Berenbrinker in seiner Katechese. Der wichtigste Bote Gottes sei aber Gottes Sohn, Jesus: „Gott ließ Jesus Mensch werden, damit er uns von ihm selbst erzählt und uns seine guten Nachrichten bringt“, erklärte der Weihbischof. Jesus selbst sei die gute Nachricht von Gott: „An seinen Worten und Taten können wir ablesen, wie gut Gott zu uns ist und was er von uns will.“
Die Kinder konnten im Vorfeld und während der Wallfahrt eine „Nachricht an Gott“ senden: per E-Mail oder über Eingabe-Terminals auf dem Schützenplatz. Diese Nachrichten wurden während der Wallfahrt auf einer Leinwand übertragen. Zwei der davon griff Weihbischof Berenbrinker in seiner Katechese auf und holte die beiden „Absender“ auf die Bühne: Die neunjährige Luisa hatte geschrieben: „Hallo, ich möchte dir sagen: Ich bin froh, dass es dich gibt und weil du immer bei uns bist. Liebe Grüße Luisa“ Bennet hatte in seiner Nachrichten ernsthafte, aber auch ganz praktische Anliegen: „Hallo lieber Gott, ich freue mich schon auf die Kinderwallfahrt. Schick uns bitte gutes Wetter! – Ich gehe noch in die 4. Klasse und wechsle bald auf eine andere Schule. Irgendwie freue ich mich schon. Aber irgendwie habe ich auch ein wenig Angst. Pass bitte Ende August noch ein bisschen besser auf mich auf. DANKE. Dein Bennet“.
Rockmusik für die ganze Familie bot die Gruppe „Randale“ – dahinter wurden die „Nachrichten an Gott“ eingeblendet.pdp/Maria Aßhauer Im Anschluss an den Gottesdienst fiel der Startschuss für jede Menge Spiel und Spaß: Auf der Hauptbühne heizte die Band „Randale“ mit Rockmusik für Kinder und die ganze Familie ein. Johnny Lamprecht und sein Trommelzauber animierten zu rhythmischem Mitmachen – an unzähligen Trommeln lagerten große und kleine Teilnehmer vor der Bühne und ließen den Rhythmus fließen. Schauspieler Christoph Tiemann lud im Hansesaal mit dem Live-Hörspiel „Die drei ???“ zum Mit-Rätseln ein. Unter dem Vordach der Maspern-Baude rekrutierte der Mitmachzirkus „San Pedro Piccolini“ aus Werl junge Akrobaten auf Zeit. Bildhauer Michael Diwo hatte in seiner „Kinder-Bildhauerei“ jede Menge kreative Gestalter zu Besuch. In der Bambus-Welt wurde gemeinsam angepackt und gebaut. Gospelmagier Matthias Drechsel mischte sich unters Volk und sorgte für „zauberhafte“ Momente. Die beiden liturgischen Escape Rooms waren im Handumdrehen ausgebucht.
Im Kreativ- und Aktionszelt wurden Mandalas gemalt und T-Shirts gestaltet – so auch das Wallfahrer-T-Shirt mit dem Wallfahrts-Logo, was jeder Teilnehmer erhalten hatte. „Pia sagt Danke“ hatte eine kleine Teilnehmerin liebevoll auf ihr T-Shirt geschrieben. Gaukler Alf Neuber und Frederik verblüfften mit flinken „Hoch-Stapeleien“. Viele nutzen das Angebot einer kleinen Domwallfahrt, um die Paderborner Bischofskirche von innen kennenzulernen. Derweil gab Weihbischof Hubert Berenbrinker eifrig Autogramme auf Bildern, Karten oder T-Shirts – auch das hat Tradition bei der Kinderwallfahrt. Für ihn war es die zweite Kinderwallfahrt: „Ich finde diese Veranstaltung toll, denn hier können die Kinder und ihre Familien erleben, dass Kirche eine große Gemeinschaft aus ganz verschiedenen Menschen ist.“ Prälat Thomas Dornseifer, Leiter der Hauptabteilung Pastorale Dienste im Erzbischöflichen Generalvikariat, welche die Kinderwallfahrt verantwortlich veranstaltet, ergänzte: „Die Teilnehmer erleben hier ein Stück Kirche über den eigenen Pastoralen Raum hinaus.“
„Pia sagt Danke“ – auch das war eine von vielen Nachrichten an Gott, die auf den Wallfahrts-T-Shirts gestaltet wurden.pdp/Maria Aßhauer Jeder schöne Tag geht auch zu Ende: Zum Abschluss gab Weihbischof Hubert Berenbrinker den Teilnehmern den Reisesegen mit auf den Weg, bevor sie mit vielen Eindrücken zurück in die Heimat fuhren.
Auch die diesjährige Kinderwallfahrt wäre ohne das Engagement von Ehrenamtlichen nicht möglich gewesen, darunter auch Frauen und Männer vom Bund der St. Sebastianus Schützenjugend (BdSJ). „Wir sind dankbar, dass nach der langen Zeit, in der die Kinderwallfahrt regelmäßig auf die Beine gestellt wird, uns immer auch Mitglieder des BdSJ in guter Verbundenheit unterstützen. Ohne ehrenamtliche Mithilfe wäre eine solche Veranstaltung nicht zu stemmen. Dafür sagen wir ‚Danke‘“, so Andreas Altemeier, Koordinator der Kinderwallfahrt.
Ein ganz großes „Danke“ galt es auch, an Andreas Altemeier selbst zu richten, der seit 2003 als Leiter des Referats Ehe und Familie im Erzbischöflichen Generalvikariat die Kinderwallfahrt koordiniert hat und diese Aufgabe nun – „auch mit einem weinenden Auge“ – wegen einer neuen Funktion abgibt: Er hat die Leitung der neuen Kompetenzeinheit Kindertageseinrichtungen übernommen.
Mehr als 2.000 Menschen feierten die 13. Kinderwallfahrt bei gutem Wetter und mit guter Launepdp/Maria Aßhauer ,Die Kollekte des Gottesdienstes geht in diesem Jahr an die Diaspora-Kinder- und Jugendhilfe im Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken. Gefördert wird das St. Antoniushaus in Kiel, getragen vom Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Kiel (SkF). Hier finden unter anderem Kinder ein Zuhause, die oftmals schwer krank sind und nicht in ihren Familien leben können. Susanne Flechsig, stellvertretende Vorsitzende des SkF Kiel, stellte das Leben im St. Antoniushaus im Interview anschaulich vor.
Hintergrund: Kinderwallfahrt im Erzbistum Paderborn
Am 21. Mai 1995 fand im Erzbistum Paderborn die erste Kinderwallfahrt statt, zu der damals Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt eingeladen hatte. Heute, mehr als zwanzig Jahre später, hat sich die Kinderwallfahrt fest etabliert: Alle zwei Jahre kommen mehrere tausend Kinder mit ihren Familien auf dem Paderborner Schützenplatz zu einem großen Glaubensfest zusammen. Eingeladen werden jeweils die Kommunionkinder des aktuellen Jahres und des Vorjahres mit ihren Familien und Freunden.