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© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

Hoffnung und Gemeinsinn sind entscheidend für die Zukunft der Gesellschaft

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz zu Gast beim Lions Club Porta Westfalica in Minden

Der Lions Club Porta Westfalica hatte jetzt an seinem Clubabend einen besonderen Gast, nämlich den Paderborner Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz. Neben den eigenen Clubmitgliedern konnte Präsident Prof. Dr. Marcus Wiemer auch Vertreter des Lions Clubs Minden und weitere Gäste im Hotel Bad Minden begrüßen. Unter dem Titel „Alte Werte, aber neue Wege der katholischen Kirche“ waren alle Anwesenden auf die Worte und Gedanken des Erzbischofs gespannt.

Angesichts zahlreicher internationaler und regionaler Krisen rief Erzbischof Dr. Bentz zu mehr Hoffnung, Gemeinsinn und Vertrauen in Gesellschaft und Kirche auf. „Mit meinen Gedanken möchte ich einen Austausch anregen und Mut machen, gerade in schwierigen Zeiten, Hoffnung zu bewahren“, so Erzbischof Dr. Bentz zu Beginn seines Referats.

Ausgangspunkt seiner Überlegungen war das Heilige Jahr 2025, das unter dem Leitwort „Hoffnung“ stand. Nach Ansicht des Paderborner Erzbischofs träfe dieses Thema einen zentralen Nerv der Zeit. Viele Menschen suchten nach Orientierung und stellten sich die Frage, worin echte Hoffnung bestehe und wie sie sich von bloßem Optimismus unterscheide.

Für Christen sei Hoffnung mehr als eine positive Erwartung. Sie gründe im Glauben daran, dass der Tod nicht das Ende sei. Diese Perspektive könne Menschen Kraft geben und ihr Handeln prägen. Deshalb könne auch die Kirche eine wichtige Rolle spielen: Sie könne Räume schaffen, in denen Hoffnung konkret gelebt und erfahren wird – nicht nur für einzelne Gläubige, sondern für die Gesellschaft insgesamt.

Gleichzeitig beobachte Erzbischof Dr. Bentz einen wachsenden Vertrauensverlust in Politik und gesellschaftliche Institutionen. Als Reaktionen auf die zunehmende Unsicherheit nannte er den Rückzug ins Private, Zynismus sowie eine wachsende Radikalisierung und Polarisierung. Hoffnung sei dagegen keine bloße Stimmung, sondern eine beständige Kraft, die aus Vertrauen wachse und Menschen zum Handeln ermutige.

Nach Ansicht des Paderborner Erzbischofs sei ein wichtiger Schlüssel für eine stabile Gesellschaft der „Gemeinsinn“. Die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann beschreibt ihn als einen sozialen Sinn des Menschen, der Gemeinschaft als bereichernd erfahrbar macht. Ohne diesen Gemeinsinn nähmen Einsamkeit und Misstrauen zu – eine Entwicklung, die zunehmend auch junge Menschen betreffe, so Erzbischof Dr. Bentz.

Gemeinsinn entstehe dort, wo Menschen konkrete Erfahrungen des Miteinanders machten, etwa durch gemeinsames Feiern, Trauern oder Rituale. Kirche könne hier wichtige Räume der Begegnung schaffen, in denen Zuhören, gegenseitige Unterstützung und Verbundenheit möglich werden. Gerade in einer Zeit, in der sich kirchliche Strukturen verändern und manche Einrichtungen wegfallen, sei es umso wichtiger, solche Räume bewusst zu fördern.

Darüber hinaus betonte der Erzbischof die Bedeutung von Gemeinsinn für die Demokratie. Sie lebe nicht nur von Institutionen, sondern vor allem von bestimmten Haltungen: Respekt im Umgang miteinander, die gemeinsame Suche nach Wahrheit, Kompromissfähigkeit, Selbstbegrenzung von Macht und der Schutz von Minderheiten. Viele dieser Werte seien historisch eng mit dem christlichen Menschenbild verbunden.

Eine zentrale Voraussetzung für Vertrauen sei Glaubwürdigkeit. Das gelte für Kirche, Politik und gesellschaftliche Institutionen gleichermaßen. Gerade die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der Kirche zeige, wie wichtig Transparenz, Selbstkritik und die Bereitschaft zur Veränderung sind. Glaubwürdigkeit könne nur durch den Mut zur Wahrheit entstehen.

Erzbischof Dr. Bentz betonte abschließend, dass Hoffnung klar von Zweckoptimismus zu unterscheiden sei. Hoffnung sei eine Vision dessen, was möglich sei – und zugleich eine Kraft, die Menschen in Bewegung setzen könne. Sie ermutige dazu, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam an einer guten Zukunft für Gesellschaft und Demokratie zu arbeiten.

Im Anschluss an den Vortrag gab es aus dem Auditorium zahlreiche Fragen, auf die der Erzbischof intensiv einging. Der Abend endete in einem gemeinsamen Austausch, in dem die Worte des Erzbischofs noch lange für Gesprächsstoff sorgten.

Text: LC Porta Westfalica

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