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© Renata Sedmakova / Shutterstock.com
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Herz in Flammen

Er war Denker, Bischof und Gottsucher: Augustinus von Hippo prägt das Christentum bis heute. An seinem Gedenktag erinnert Weihbischof Matthias König daran, warum ein unruhiges Herz kein Mangel ist – sondern vielleicht der ehrlichste Weg zu Gott.

Auf Bildern und Statuen hält er dem Betrachter sein brennendes Herz entgegen: der heilige Augustinus, Philosoph, Bischof, einer der größten Kirchenlehrer. Sein Gedenktag ist heute. Im Jahr 430 ist er gestorben, als die heidnischen Vandalen seine Bischofsstadt Hippo in Nordafrika belagerten. Augustinus war ein leidenschaftlicher Mensch.

Die Suche nach dem, was seinem Leben Sinn gibt, führt ihn zu den antiken Philosophen. Dass wir heute so viel über Plato wissen, verdanken wir auch Augustinus. Unzählige Predigten und viele Bücher sind von ihm erhalten. Sie bildeten lange Zeit das Rückgrat der kirchlichen Lehre.

Neue Popularität hat er durch die Wahl eines Augustiners zum Papst erhalten: Papst Leo XIV., der am 8. Mai gewählt wurde, gehört zu einem Orden, der sich mit seinen Klosterregeln auf den heiligen Augustinus beruft.

Neben seinen hochwissenschaftlichen theologischen Ausführungen ist Augustinus bekannt durch seine „Bekenntnisse“, die „Confessiones“. Das ist ein Buch, in dem er auf seinen Lebensweg zurückblickt und schonungslos darstellt, wie er von einem verirrten Ruhmsüchtigen, aber auch zutiefst suchenden Menschen zu jemanden wurde, der in Gott Ruhe gefunden hat.

Das brennende Herz ist Zeichen dafür, dass jemand sich für die Sache Gottes gänzlich verzehren kann. Berühmt ist sein Wort: „Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir, Gott!“. Es zeigt, wohin all sein Suchen sich gewendet hat, um erfüllt zu werden. Dabei musste er lernen, dass auch sein scharfer Geist immer nur begrenzt die Geheimnisse der Welt und des Menschen durchdringen kann.

© German Vizulis / Shutterstock.com
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Eine Anekdote berichtet, dass er einmal am Strand des Meeres entlang ging, um ein Buch über die Dreifaltigkeit vorzubereiten. Da sieht er einen kleinen Jungen, der mit einem Löffelchen Wasser in eine kleine Grube füllt. Gefragt, was er da mache, antwortet der Junge: „Ich versuche, das Meer trockenzulegen“. Augustinus lächelt über die Einfalt des Knaben. „Das ist doch unmöglich“. Der Knabe aber erwidert, eher sei es für ihn möglich, das fertigzubringen, als für Augustinus, auch nur den kleinsten Teil der Geheimnisse der Dreifaltigkeit zu erklären. Augustinus war schlagartig klar: letztendlich ist es vergeblich, den großen Gott zu verstehen. Wie das Meer, so ist Gott unendlich. Ein Mensch kann das nie ergründen.

Und dennoch: Obwohl Gott für uns Menschen letztlich nicht begreifbar ist, macht er sich berührbar. Im Wort der Heiligen Schrift enthüllt sich etwas von Gottes Unbegreifbarkeit. Das ist das Wunder des Glaubens.

Augustinus ermutigt mich, mit meinem „Löffelchen“ zu schöpfen, auch wenn ich Gottes Fülle nie ermessen werde. Wie sagte er doch gleich?

Groß bist du, Herr, und über alles Lob erhaben. Und da will der Mensch dich preisen, dieser winzige Teil deiner Schöpfung. Du selbst treibst ihn dazu an; denn du hast uns zu dir hin geschaffen, und unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir.

Dass Sie für etwas brennen, das wünscht Ihnen am Gedenktag des Heiligen Augustinus Weihbischof Matthias König aus Paderborn.

Ein Beitrag von:
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Weihbischof

Matthias König

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