Wir leben in einer Gesellschaft, die uns ständig zuzuraunen scheint: Wir sollen besonders schön sein, wir sollen besonders smart sein, wir sollen besonders tüchtig sein und Leistung bringen. Und ja: Wir sollen beliebt sein. Selbstoptimierung heißt die Devise, nach der wir unser Leben und Sein ausrichten sollen.
Jetzt mal ehrlich: Ist so ein Anspruch nicht entweder ein Grund zum schieren Verzweifeln – oder ein Grund, fassungslos den Kopf zu schütteln? Es ist schon traurig genug, wenn Menschen durch gewachsene Komplexe an sich zweifeln. Aber wie traurig ist es, wenn solche Komplexe erst geweckt werden durch die scheinbar unabdingbare Notwendigkeit, so oder so sein zu müssen, um akzeptiert zu werden? Eine solche Sozial-Kritik ist alles andere als neu – aber man kann sie in meinen Augen nicht oft genug äußern.
Gott führt keine Strichliste über Schwächen
Ein nicht nur tröstendes, sondern geradezu entlastendes Gegengewicht gibt uns das März-Motiv im 1000-gute-Gründe-Kalender mit auf den Weg: DU BIST GENUG – das sagt uns Gott. Genug und genügend, so wie du bist. Genug mit deinen Stärken, genug aber auch trotz deiner Unzulänglichkeiten. Genug in den Augen Gottes, der bedingungslos liebt, statt eine Strichliste über Schwächen zu führen. Natürlich gibt es für jede und jeden immer auch Verbesserungspotenzial – aber vielleicht wäre eine Optimierung in Sachen Nächstenliebe und Respekt wichtiger als ein Fashion-Update oder das neueste Smartphone oder Auto, um modisch oder technisch nicht abgehängt zu werden?
Die Aussage „Du bist genug“ lässt sich auch auf Gott hin umkehren. Wer auf Gott und seine Liebe vertraut, der hat im besten Sinn genug. Der spürt und weiß mit Gewissheit: Da ist jemand, der mich ins Dasein gerufen hat und dem ich teuer und wertvoll bin wie ein Schatz – ist das nicht mehr als genug?