Wie oft denke ich über mich selbst: „Ich bin ein ziemlich hoffnungsloser Fall“ … Sicherlich gilt das nicht für alle Aspekte meiner Persönlichkeit. Aber immer wieder tappe ich in Fallen, von denen ich doch eigentlich genau weiß, dass sie nur auf mich warten: Mein Temperament geht mit mir durch, ich bin unbesonnen, ärgere mich über scheinbare Ungerechtigkeit, anstatt nachsichtig zu sein. Wie war das noch mit dem Splitter im Auge des Gegenübers, den man bemäkelt, während man den Balken im eigenen Auge nicht sieht?
Rechnung ohne Gott gemacht
Solche Momente führen dazu, dass ich mich dann selbst so gar nicht leiden mag. Aber wie so oft habe ich die Rechnung ohne Gott gemacht. Denn bei ihm bleibt nichts hoffnungslos: kein falsches, unbedachtes, ungerechtes oder dummes Verhalten. Gott liebt ohne Bedingung. Ich stelle mir manchmal vor, dass Gott sicherlich hin und wieder den Kopf über mich schüttelt. Aber gleichzeitig nimmt er mich als geliebtes Kind in seine Arme – wie der barmherzige Vater den verlorenen Sohn. In seiner Umarmung liegen Vergebung, Trost und Hoffnung. Deshalb sind und bleiben wir alle HOFFNUNGSVOLLE Fälle.
Noch ein Gedanke: Viele Menschen spüren Unsicherheit mit Blick auf die Zukunft. Gesellschaftliche Krisen machen Angst, persönliche Probleme in Familie, Gesundheit oder Beruf ebenso. Das kann sich anfühlen wie ein Sturz ins Bodenlose. Aber versuchen wir die Perspektive umzukehren: Bei aller Not und bei allem Leid können wir nie tiefer fallen als in Gottes Hände, die uns auffangen. Auch das ist ein hoffnungsvoller Fall – oder wie wir in diesem Jahr zu Libori gefeiert haben: „Vertrauen ins Morgen“.