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© Erzbistum Paderborn
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Grund Nr. 456: VERTRAUEN IST DIE STILLSTE ART VON MUT!

Initiative 1000 gute Gründe: 12 gute Gründe für das Jahr 2026 – Februar

Jedes Jahr zieht es uns an die Nordsee – nach Sankt Peter-Ording und nach Nordfriesland. Einmal waren wir sogar schon im Februar da. Kommen im Winter die Sturmfluten, dann fühlt man sich schnell ganz klein: Wind, Wasser, Himmel – alles ist dann größer als der eigene Plan. In dieser Weite aber: das Gefühl von Transzendenz.

Mut – trotz allem

Nicht weit von dort, wo heute Sankt Peter-Ording liegt, da war einmal die Hafenstadt Rungholt. Die sehr wohlhabende Stadt versank vor über 600 Jahren im Meer: quasi unser norddeutsches Atlantis. Die wenigen Überlebenden verloren Menschen, Heimat, Besitz – und mussten dennoch weiterleben, mit all ihrer Trauer und all ihren Fragen. Schon vorher war vieles brüchig gewesen: verletzte Landschaft, müde Deiche, viel Kälte im Miteinander. Und die Katastrophe hat dann so richtig gezeigt: Vertrauen auf das, was Menschen bauen und kontrollieren, das hat immer auch seine Grenzen.

Umso mehr beeindruckt mich das Vertrauen der Überlebenden: wahrscheinlich ist dieses Vertrauen nicht sehr laut gewesen, überhaupt nicht mehr so sicher, eher still. Ja, das stimmt: Vertrauen ist die stillste Art von Mut. Dieser Mut, dass es weitergehen muss. Der Mut zum Sein. Er hält selbst das aus, was nicht mehr rückgängig zu machen ist, und er sagt mir dann trotzdem: Doch, es geht weiter. Dennoch.

Der Sage nach klingen Rungholts Glocken übrigens noch immer aus dem Wattenmeer herauf. Und manche hören sie auch heute.

Matthias Micheel

 

Über den Autor

Matthias Micheel ist Persönlicher Referent des Paderborner Erzbischofs und Sekretär des Diözesan-Bonifatiuswerkes.

Der 1967 geborene Diplom-Theologe und Diplom-Sozialarbeiter hat bis 2018 den Bereich Missionarisch-diakonische Pastoral im Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken geleitet. Zuvor war er Theologischer Referent des Kölner Diözesan-Caritasverbandes. Außerdem hat Matthias Micheel verschiedene Beiträge zur Religionsphilosophie, Religionspädagogik und Diasporatheologie veröffentlicht.

Kirche wiederentdeckt

Im Mai 2023 kam es im Watt zu einer spektakulären Entdeckung: Forschende der Universitäten Kiel und Mainz, des Leibniz-Zentrums für Archäologie (LEIZA) und des Archäologischen Landesamts Schleswig-Holstein (ALSH) haben im Wattboden die Kirche von Rungholt wiederentdeckt.

Drei Jahre später wurde im Mai 2026 an der Stelle, an der die Kirche gefunden wurde, eine Trauerandacht für die Sturmopfer gehalten.

 

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