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© Erzbistum Paderborn
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Grund Nr. 32: BEI MIR BIST DU GANZ BEI TROST. GOTT

Initiative 1000 gute Gründe: 12 gute Gründe für das Jahr 2025 – November

„Bist du eigentlich noch ganz bei Trost?“ – Diese Frage stellen wir bisweilen mit Fassungslosigkeit oder Entsetzen, wenn wir an der Zurechnungsfähigkeit unseres Gegenübers zweifeln. Hat jemand einen sicheren Job gekündigt, sich etwas Kostspieliges geleistet, das seine finanziellen Möglichkeiten übersteigt oder sonst etwas scheinbar Irrsinniges getan? Das würde man doch „mit gesundem Menschenverstand“ niemals machen – oder?!

Halt geben, Halt finden

Lassen wir diese Irrationalitäten außen vor. Wenn wir das Wort „Trost“ als solches in den Blick nehmen, tauchen doch überwiegend gute Gedanken im Kopf auf – sieht man vielleicht vom Trostpreis, Trostpflaster oder vom billigen Verströsten ab. Das Wort „Trost“ leitet sich in seiner Entstehung von den Attributen „fest“ und „treu“ ab. Es hat sich über die Bedeutung von Festigkeit hin zum Verständnis von seelischem Halt entwickelt. Jemanden zu trösten, heißt also im besten Sinne, Halt zu geben.

In diesem direkten Wortsinn sind heute – leider – viele Menschen „nicht ganz bei Trost“: Ihnen fehlt ein sicherer Halt. Sie haben etwas, jemanden oder auch sich selbst verloren. Gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit, die schon rein äußerlich wenig trostreich ist, greifen Einsamkeit, Traurigkeit oder Verzweiflung um sich. Das Hochfest Allerheiligen macht vielen den Verlust eines geliebten Menschen bewusst.

Trost zu finden, ist ein Geschenk – Trost von Mensch zu Mensch, Trost in einer unverhofften Situation, in einer tröstenden Melodie, manchmal auch einfach nur, indem man den Tränen freien Lauf lässt. Eines gilt mit tröstlicher Sicherheit: Selbst in aller Verzweiflung, in der uns der Trost scheinbar fehlt, bleiben wir bei Gott „ganz bei Trost“. Bei Gott sind wir „Von guten Mächten wunderbar geborgen“. Dietrich Bonhoeffer schrieb diesen Text kurz vor dem Weihnachtsfest 1944 aus dem Gefängnis an seine Familie – wenige Monate vor seiner Hinrichtung. Seine Worte aus einer scheinbar hoffnungslosen Situation sind für viele eine Zusage geworden, „ganz im Trost Gottes“ zu sein – und auf gutem Grund Halt zu finden.

 

Ein Beitrag von:
Redakteurin Team Presse

Maria Aßhauer

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