Der Advent hat begonnen – wir steuern auf das Fest der Liebe zu und bereiten uns darauf vor. Das klingt nach: Zeit für Besinnung, Zeit für Stille, Zeit für Gemütlichkeit. Aber passt das eigentlich? Der Schein von Kerzen und stimmungsvolle Advents-Dekoration – erscheint das alles nicht nur wie temporärer Balsam für die Seele angesichts der vielfachen Sinnlosigkeit um uns herum?
Wir schauen in unsere Welt hinein und fragen uns vielleicht, wie Dynamiken von Hass oder Machtstreben dafür sorgen, dass Menschen in Kriegen ihr Leben verlieren müssen. Viele Menschen überall auf der Erde empfinden eine bittere Hoffnungslosigkeit, weil sie in Armut leben, keine ausreichende Nahrung haben oder kein sicheres Dach über dem Kopf. Wir brauchen gar nicht weit zu blicken, um zu sehen, wie Menschen gedanken- und vielleicht auch gewissenlos andere Menschen verbal verletzen. Auch bei uns selbst reicht ein ehrlicher Blick nach innen, um Dinge in unserem Verhalten zu sehen, die anderen nicht guttun.
Trotzdem oder gerade deshalb feiern wir zu Weihnachten Jahr für Jahr ein Wunder: Gott wird Mensch. Gott wird Mensch in all der scheinbar hoffnungslosen Unzulänglichkeit dieser Welt. Gott bleibt nicht als ferne Vertröstung „irgendwo“. Er hat uns seinen Sohn geschenkt, der selbst Mensch geworden ist und in seinem Leiden und Sterben durch die hoffnungslosesten Stunden gegangen ist, die ein Mensch durchleben kann. Durch seine Geburt, sein Leiden und Sterben und seine Auferstehung ist er unsere Hoffnung. Gerade deshalb können wir fest in der Hoffnung sein – und Weihnachten als Hoffnungsfest feiern.