logocontainer-upper
logocontainer-lower
© yanik88 / Shutterstock.com
© yanik88 / Shutterstock.com

Gregor Gysi zu Gast im Forum Paulus

Unsere Gesellschaft braucht die Religion für eine gemeinsame Moral

„Entweder verurteilt man die Kirche oder man findet sie fantastisch. Beides ist nicht richtig“, erklärt Gregor Gysi, Bundestagsabgeordneter für die Linken im Bundestag, zu Beginn seines Vortrags am Freitag, 20. Oktober 2023, im Mallinckrodt Gymnasium in Dortmund. Über 250 Gästinnen und Gäste hörten gespannt den Ausführungen des Politikers zu, der das Publikum in seinem Vortrag durch die unterschiedlichsten Bereiche der Politik führte. Soziale Gerechtigkeit, Bildungspolitik, Klimakrise und Politikverdrossenheit waren genauso Thema, wie der Ukraine-Krieg, die Verschiebung der Machtzentren in der Weltpolitik sowie die immer geringer werdende Rolle demokratischer Staaten in diesem Gefüge. Wahrlich keine leichte Kost für einen Freitagabend.

Religion gibt Moral

Der erfahrene Politiker verstand es bestens, die Zuhörerinnen und Zuhörer zum Nachdenken und auch zum Lachen zu bringen. Und auch auf die Rolle der Religion kam Gregor Gysi immer wieder zu sprechen: „Religion – nicht die Institution Kirche – kann allgemein verbindliche Moralvorstellungen in der Gesellschaft verankern. Das kann sonst niemand, auch nicht die Parteien – egal ob sie christlich im Namen tragen oder nicht.“ Die biblische Bergpredigt gebe eine solche moralische Orientierung. Zwar würden die Menschen sie nicht immer erfüllen: „Aber die Hoffnung bleibt, dass wir so werden.“ Die große Chance der Katholischen Kirche bestünde seiner Meinung nach darin, dass sie bereits auf der ganzen Welt vertreten sei. „Sie muss aber“, so Gysi „zu einer anderen Rolle finden, unabhängig sein und den Menschen moralische Maßstäbe geben. Das kann sie jedoch nur, wenn sie die Aufklärung von Missbrauchsfällen radikal vorantreibt und als Institution die eigenen Kriterien und Handlungen kritisch hinterfragt. Und nun ja, wenn die Frauen dann in der Kirche auch noch mehr Rechte bekämen, wäre das auch sehr schön.“

Optimistisch für eine gute Zukunft

Der überzeugte Atheist schloss seinen Vortrag mit einer persönlichen Anekdote: „Ein gläubiger Mensch hat mir gesagt, dass Gott mich liebt. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Wenn es ihn gibt, hoffe ich, dass es auch so bleibt.“ Im Gespräch mit Pastor Stefan Tausch vom Katholischen Forum und Dr. Klaus Klother, von der Kath. St. Paulus Gesellschaft, beantwortete Gregor Gysi auch die Frage, woher er den Optimismus für eine bessere Gesellschaft nehme: „Meine Lebenserfahrung. Ich bin gegen jede Erfahrung Bürger der Bundesrepublik Deutschland. Es gibt eben auch positive Veränderungen. Diese Hoffnung brauche ich.“

Beim anschließenden Imbiss diskutierte der Linken-Politiker mit vielen Besuchenden und stellte sich auch bis in den späten Abend den zahlreichen Fragen der Schülerinnen und Schüler des Mallinckrodt Gymnasiums.

Weitere Einträge

© Katholische KiTas OWL

Kirchliche Nachrichten aus Paderborn und Deutschland Vier katholische KiTas schweigen als Protest

Vier katholische KiTas protestieren schweigend gegen den geplanten Gesetzentwurf zum Kinderbildungsgesetz. Mitarbeitende und Eltern zeigen ihre Sorgen um Qualität, Nähe und Finanzierung.
© Markus Jonas

Kirchliche Nachrichten aus Paderborn und Deutschland Ankerpunkte gesellschaftlichen Lebens

Bei ihrer Delegiertenversammlung bringen sich SkF und SKM im Erzbistum Paderborn als „verlässliche Orte“ pastoraler Strukturen ins Spiel
© Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Kirchliche Nachrichten aus Paderborn und Deutschland Escape Room im Paderborner Dom sammelt 910 Euro für soziale Einrichtungen

Die Spendeneinnahmen wurden an das Gasthaus „PaderMahlzeit“ sowie die Bahnhofsmission Paderborn weitergegeben.
Kontakt
| |
generalvikariat@erzbistum-paderborn.de
+49 (0)5251 125-0