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© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

„Gott ist stärker als alle zerstörerischen Kräfte“

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz feiert mit zahlreichen Gläubigen die Osternacht im Paderborner Dom und ruft zur Neuentdeckung der inneren Kraft des Glaubens auf

Wenn vor dem Paradiesportal des Paderborner Doms am Vorabend des Ostersonntags ein Feuer entfacht wird, ist das der Auftakt zur Osternacht: Christinnen und Christen auf der ganzen Welt feiern in diesem Gottesdient die Auferstehung Jesu. Mit der Flamme des Feuers entzündete der Paderborner Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz am Samstagabend, 4. April 2026, vor dem Dom die Osterkerze, die anschließend in die noch dunkle Bischofskirche getragen wurde. „Wer darauf baut, dass Jesus Christus auferstanden ist, muss nicht resignieren. Eine Haltung frustrierter Schicksalsergebenheit passt nicht zu uns Christen und passt nicht zum Glauben an den Auferstandenen“, sagte Erzbischof Dr. Bentz in seiner Predigt.

„Dass wir die Osterkerze hier im Paradiesportal anzünden, zeigt uns: Die Tür zum Himmel ist geöffnet“, begrüßte der Paderborner Erzbischof die Gläubigen vor dem Hohen Dom. „Und dieser Himmel ist voller Leben, weil Jesus von den Toten auferstanden ist. Christus ist unser Licht und führt uns.“

Ostern steht für einen Wendepunkt

Der liturgische Ablauf der Osternacht folgt in der katholischen Kirche einem eindrucksvollen Ritual – so auch im Paderborner Dom: Während die Osterkerze in das Gotteshaus getragen wurde, gaben sich die Gläubigen das Licht dort untereinander weiter. Aus der einzelnen Flamme der Osterkerze wurde so in der Bischofskirche des Erzbistums ein großes Meer leuchtender Kerzen – als Zeichen für den auferstandenen Christus. In diesem als Lichtfeier bezeichneten ersten Teil des Gottesdienstes wurde die Osterkerze schließlich im Altarraum aufgestellt, bevor das feierliche Exsultet erklang. Dieses Osterlob preist Christus als Licht der Welt und bringt die Verbindung seiner Auferstehung mit dem Heilsplan Gottes zum Ausdruck, der im Alten Testament offenbart wurde.

Die Feier der Auferstehung beginne in der Nacht, erklärte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz zu Beginn seiner Predigt. „Auch die letzten Wochen waren geprägt von Dunkelheit – und wir haben gespürt, dass es nicht einfach ist, ins Licht zu kommen“, machte der Paderborner Erzbischof deutlich.

Angesichts der „Wucht der Gewalt“ im Passionsgeschehen seien die Gefährten Jesu angstbesetzt und hilflos gewesen, beschrieb Erzbischof Dr. Bentz und betonte: „Die Menschen der Passion sind aber Menschen aller Zeiten – auch unserer. Trotz aller kulturellen, technischen und wirtschaftlichen Entwicklungen hat die moralische Entwicklung nicht Schritt gehalten. Den Fortschritten stehen neue Abgründe gegenüber.“ Jede Generation trage Verantwortung, „das Beste aus ihrer Zeit zu machen – zu wachsen hin zum Guten, zu geglücktem Leben.“

Ostern zeige: „Gott ist stärker als alle zerstörerischen Kräfte“, unterstrich der Paderborner Erzbischof. Ostern stehe für einen Wendepunkt, Gott setze im Tod eine neue Wirklichkeit. „Hier setzt die Hoffnung dieser Nacht an: Wo wir vor einem Scherbenhaufen stehen, setzt Gott einen neuen Anfang. Gottes Macht ist stärker als alles Destruktive, mit dem wir zu kämpfen haben.“

Es komme darauf an, die innere Kraft des Glaubens neu zu entdecken und nicht in äußeren Strukturen stecken zu bleiben, erläuterte Erzbischof Dr. Bentz weiter. „Gott hat größere Möglichkeiten, als wir erahnen. Darin liegt unsere Freude – trotz aller Schwierigkeiten. Jeder noch so unscheinbare Baustein zu mehr Hoffnung und mehr Zuversicht ist wichtig. Kein noch so schlichtes Zeugnis der Zuversicht ist umsonst.“

Zum Abschluss der Predigt setzte der Paderborner Erzbischof ein persönliches Zeugnis: Sein Glaube an die Auferstehung sei für ihn eine Kraftquelle. „Ich setze auf Ostern. Ich bin dankbar für meine Taufe und für die Kirche, die mir geholfen hat, zu glauben. Meine Beziehung zu Christus hat mich durch Krisen getragen. Meine Taufe war die Grundlage dafür“, bekräftigte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz. Er freue sich über jeden jungen Menschen, der zu Taufe finde. „Das soll in unserem Erzbistum noch stärker ein pastoraler Fokus werden“, kündigte der Paderborner Erzbischof an.

Am Ende der Osternacht pflegte Erzbischof Dr. Bentz die gute Tradition“, Osterspeisen zu segnen, in diesem Fall bunt gefärbte Ostereier, die die Gottesdienstbesuchenden mit nach Hause nehmen konnten – insbesondere auch zu den Alten und Kranken. „Tragen Sie die Hoffnung von Ostern zu allen“, ermutigte der Paderborner Erzbischof die Gläubigen.

Feierliche musikalische Gestaltung

Bischof em. Dr. Franz-Josef Bode, Weihbischof Josef Holtkotte und Apostolischer Protonotar Alfons Hardt konzelebrierten bei der Feier der Osternacht im Hohen Dom, Diakon Viktor Schefer assistierte. Unter der Leitung von Domkantor Patrick Cellnik sang der Chor der Dommusik Werke von Hugo Distler, Felix Mendelssohn-Bartholdy und César Franck. Domkapellmeister Thomas Berning gestaltete den Gottesdienst als Kantor mit, Domorganist Tobias Aehlig an der Orgel.

Hintergrund: Liturgischer Ablauf der Osternacht

Die Feier der Osternacht ist in vier Haupteile gegliedert. Im ersten Teil, der Lichtfeier, wird die entzündete Osterkerze in die Kirche getragen und deren Licht dort von den Gläubigen weitergegeben. Teil der Lichtfeier ist das Singen des „Osterlobs“ (Exsultet). Im zweiten Teil schließt sich der Wortgottesdienst an, bei dem Texte aus dem Alten und Neuen Testament vorgetragen werden – als Ausdruck der Heilsgeschichte Gottes mit seinem Volk. Im dritten Hauptteil, der Tauffeier, wird das Taufwasser geweiht und die Gläubigen erneuern ihr Taufversprechen. Als vierter Teil folgt die Feier der Eucharistie.

Videobotschaft zu Ostern

Bereits am Gründonnerstag hat sich Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz mit einer Videobotschaft an die Gläubigen gewandt. Vom Mahnmal für Betroffene sexualisierter Gewalt im Paderborner Dom blickt Erzbischof Dr. Bentz auf das Motiv des Hahnenschreis, das den Gedenkort prägt und für den Verrat des Petrus an Jesus steht. „Der Hahn kräht – auch zu diesem Osterfest. Die Passion Jesu ist nicht Vergangenheit, sie spiegelt sich in den Leidensgeschichten des Menschen bis in die Gegenwart“, betont der Paderborner Erzbischof. Die Kirche von Paderborn habe in den Wochen nach Veröffentlichung der Studie zum Missbrauch im Erzbistum erlebt, dass es Schuld gibt, die nicht kleingeredet werden dürfe. „Karfreitag heißt auch: hinschauen. Aushalten. Nicht fliehen“, macht Erzbischof Dr. Bentz deutlich.

Der Hahnenschrei kündige aber immer auch „den neuen, anderen Morgen“ an, unterstreicht der Paderborner Erzbischof die österliche Hoffnungsperspektive: „Die Nacht hat nicht das letzte Wort. Schuld und Versagen bleiben. Das Dunkel lässt sich nicht rückgängig machen. Aber Ostern sagt: Gott führt in ein neues Licht.“

 

Ein Beitrag von:
Redakteurin Team Presse

Maria Aßhauer

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