Es ist Sonntagnachmittag, 15 Uhr. Beste Kaffeezeit. Wir treffen Pfarrer Jung in seiner Wohnung über der Neheimer Fußgängerzone. Er kommt gerade von einem Treffen mit zehn jungen Erwachsenen aus Neheim und Welver, mit denen er im Januar und Februar 2019 beim Weltjugendtag in Panama war. Heute hat sich ein Teil der Gruppe zum fünften Mal im Anschluss an die Reise getroffen. Sie feiern Gottesdienst, vertiefen das Tagesevangelium, kochen, essen und quatschen. „Das ist erfrischend, ein Ereignis des Glaubens“, sagt Jung. „Aber da ist auch noch Luft nach oben.“
Bei den Treffen spürt Jung, wie ungewohnt es für viele ist, über den Glauben zu sprechen. Er sagt: „Das gelingt nur, indem man es übt.“ Für den 56-Jährigen gehört es zu den drängenden persönlichen Fragen, wie es mit der Kirche in unseren Breiten weitergeht. Er denkt, dass die Talsohle noch nicht durchschritten ist.